Kardinal Woelki.Foto: JOHANNES EISELE/AFP/Getty Images

Vertuschungsvorwürfe in Missbrauchsfall gegen Kölner Kardinal Woelki

Epoch Times10. Dezember 2020 Aktualisiert: 10. Dezember 2020 12:42

Gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki werden Vertuschungsvorwürfe erhoben. Woelki soll 2015 als Erzbischof einen schweren sexuellen Missbrauch durch einen Düsseldorfer Priester pflichtwidrig nicht nach Rom gemeldet haben, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Donnerstag (10. Dezember) berichtete. Die Vorwürfe betreffen demnach auch Woelkis Vorgänger, den verstorbenen Kardinal Joachim Meisner.

Woelki soll dem Bericht zufolge 2015 verfügt haben, dass den Missbrauchsvorwürfen gegen den Pfarrer nicht weiter nachgegangen, keine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet und der Fall nicht nach Rom gemeldet werde. Woelki kannte den mittlerweile verstorbenen Priester dem Bericht zufolge seit seiner eigenen Ausbildungszeit persönlich. Bei dem Missbrauch soll es sich um eine Tat an einem Jungen im Kindergartenalter in den 70er Jahren gehandelt haben.

Das Erzbistum erklärte dem „Stadt-Anzeiger“, Woelki habe versucht, den konkreten Tatvorwurf recherchieren zu lassen. Der sehr verschlechterte Gesundheitszustand des Pfarrers und die Entscheidung des Opfers, nicht an der Aufklärung mitwirken zu wollen, hätten die Einleitung einer kanonischen Voruntersuchung unmöglich gemacht.

Der Tübinger Kirchenrechtler Bernhard Anuth sagte dem Blatt allerdings, das Kirchenrecht biete keinen solchen Ermessensspielraum. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller sagte, so, wie das Erzbistum selbst die Abläufe und Entscheidungen Woelkis darstelle, habe es sich um eine „unentschuldbare Verfehlung im Amt“ gehandelt.

Kürzlich war bekannt geworden, dass Woelki seinen Rücktritt für den Fall angekündigt hatte, dass ihm nachgewiesen werde, dass er an Vertuschungen beteiligt war. Im Erzbistum Köln sorgt der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche seit einigen Wochen wieder für heftige Debatten.

Woelki hält seit längerem die Veröffentlichung einer Studie zum Umgang der Verantwortlichen im Bistum mit Missbrauchsfällen zurück. Durchgesickert sind in der Studie erhobene Vertuschungsvorwürfe gegen den früheren Kölner Personalchef und jetzigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion