„Volksverräter, hau ab“-Protest gegen Heiko Maas – Polizeipräsident: „Mit dem Pöbel muss man in Dresden immer rechnen“

Epoch Times18. Juli 2017 Aktualisiert: 19. Juli 2017 18:10
Mehrere Hundert Demonstranten aus dem AfD- und Pegida-Umfeld empfingen Bundesjustizminister Heiko Maas gestern mit Trillerpfeifen sowie "Volksverräter"- und "Hau ab"-Rufen zu einem Vortrag über "Fake News und Hetze im Internet".

Ein Auftritt von Bundesjustizminister Heiko Maas ist in Dresden von lautstarken Protesten begleitet worden.

Mehrere Hundert Demonstranten aus dem AfD- und Pegida-Umfeld empfingen den SPD-Politiker gestern mit Trillerpfeifen sowie „Volksverräter“- und „Hau ab“-Rufen zu einem Vortrag über „Fake News und Hetze im Internet“.

Auf Transparenten wurde Maas von Demonstranten „Gesinnungsjustiz“ vorgeworfen. Als Zeichen des Protests trugen einige von ihnen Binden mit „Stasi 2.0“ um Hals oder Kopf. Die Polizei war mit rund 250 Beamten im Einsatz, am Einlass gab es eine strenge Einlass- und Taschenkontrolle. Zu der Veranstaltung hatte das Institut für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Dresden (TUD) eingeladen.

https://www.youtube.com/watch?v=JOP5JMGddRg

„Mit dem Pöbel muss man in Dresden immer rechnen“

Die Versammlung sei bis auf „Unmutsbekundungen von Demonstranten“ bei An- und Abreise von Maas störungsfrei verlaufen, bilanzierte die Behörde am Abend. „Mit dem Pöbel muss man in Dresden bedauerlicherweise immer rechnen. Die Kultur des menschlichen Miteinanders lässt leider zu wünschen übrig“, sagte Polizeipräsident Horst Kretschmar der Deutschen Presse-Agentur.

Maas, der durch einen Nebeneingang in die Sporthalle gelangte, blieb gelassen. „Leute, die Berufe ausüben wie ich, müssen so etwas aushalten. Sie haben eine höhere Belastungsgrenze.“ Jeder habe das Recht, auch Ablehnung zum Ausdruck zu bringen, sagte er unter Verweis auf Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht. „Meinungsfreiheit schützt auch abstoßende und hässliche Äußerungen.“

In Sachsen werden Politiker, darunter auch Kanzlerin Angela Merkel, bei öffentlichen Auftritten immer wieder heftig kritisiert. (dpa/so)

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