DDR-VerbotsschilderFoto: über dts Nachrichtenagentur

Vor Überführung ins Bundesarchiv: Steigendes Interesse an Stasi-Akten – besonders in Sachsen

Epoch Times10. Juli 2019 Aktualisiert: 10. Juli 2019 9:26
Im Osten haben angesichts der geplanten Überführung der Akten ins Bundesarchiv viele das Gefühl: "Wir müssen noch mal einen Antrag stellen." Es herrsche nämlich die Sorge, dass diese Möglichkeit anschließend nicht mehr bestehe.

Bei der Stasi-Unterlagenbehörde (BStU) sind im ersten Halbjahr 2019 genau 26.402 Anträge auf persönliche Akteneinsicht eingegangen. Das teilte deren Sprecherin Dagmar Hovestädt dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochsausgaben) mit. Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr, als es insgesamt 45.309 und damit 22.654 pro Halbjahr waren.

Die Mehrheit der Anträge wurde bisher stets in Sachsen gestellt. Der sächsische Stasi-Unterlagenbeauftragte Lutz Rathenow sagte dem RND: „Ich sehe in Sachsen ebenfalls ein gesteigertes Interesse. Das hat auch mit dem bevorstehenden 30. Jahrestag des Mauerfalls zu tun.“

Überdies hätten angesichts der geplanten Überführung der Akten ins Bundesarchiv viele das Gefühl: „Wir müssen noch mal einen Antrag stellen.“ Es herrsche nämlich die Sorge, dass diese Möglichkeit anschließend nicht mehr bestehe.

Rathenow beobachtet, dass zahlreiche Anträge von Ostdeutschen gestellt würden, die mittlerweile in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz lebten. Oft seien mit den Anträgen auf Akteneinsicht zudem Beratungen mit Blick auf etwaige Entschädigungen verbunden.

„Ich bin vehement dagegen, Chemnitz und Dresden als Archiv-Standorte zu schließen“

Der sächsische Stasi-Landesbeauftragte wandte sich nicht explizit gegen die geplante Auflösung der Stasi-Unterlagenbehörde und die Überführung der Akten ins Bundesarchiv, beklagte allerdings eine Konzentration auf die Archiv-Standorte Berlin, Leipzig und Erfurt. „Ich bin vehement dagegen, Chemnitz und Dresden als Archiv-Standorte zu schließen“, sagte er.

Ende Juni hatten mehr als 40 ehemalige DDR-Bürgerrechtler vor einer „Abwicklung“ der Behörde gewarnt. Sie gehöre zu den „wichtigsten Ergebnissen der Bürgerbewegungen in der DDR“, der vielen Runden Tische, Demonstrationen und Besetzungen früherer Staatssicherheitsgebäude, hieß es in einer Erklärung, die von der früheren Behördenchefin Marianne Birthler sowie von Freya Klier, Werner Schulz, Ehrhart Neubert, Rolf Schwanitz und Konrad Weiss unterzeichnet wurde. (dts)


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