Wagenknecht will von Parteiführung Offenheit für linke Sammelbewegung „Aufstehen“

Epoch Times9. Dezember 2018 Aktualisiert: 9. Dezember 2018 11:38
Laut Sahra Wagenknecht befindet sich die Linke in einer Stagnation. Die linke Sammelbewegung "Aufstehen" könnte da für Bewegung sorgen. Doch die Parteiführung erkenne die Chancen nicht, die mit der Bewegung verbunden sind, beklagt die Linken-Fraktionsvorsitzende.

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht hat ihre Parteiführung aufgerufen, offener mit der Bewegung „Aufstehen“ umzugehen. „Ich bedaure, dass die Parteiführung nicht die Chancen erkennt, die mit ‚Aufstehen‘ verbunden sind, um aus der Stagnation herauszukommen“, sagte Wagenknecht der „Welt am Sonntag“.

Alle sollten ein Interesse daran haben, dass es stärkeren Druck gibt, zu einer Politik des sozialen Ausgleichs zurückzukehren. „‚Aufstehen‘ erreicht Milieus, in denen die Linke kaum noch präsent ist“, so Wagenknecht weiter.

Sie stellte klar, dass die gegenwärtigen Kämpfe in der Partei nicht von ihr ausgingen. „Ich führe keinen Machtkampf und säge an niemandes Stuhl. Das sollten alle so halten. Es gibt unterschiedliche Vorstellungen darüber, worin linke Politik besteht und wen sie vor allem ansprechen und erreichen muss. Für mich ist der Kern linker Politik der Kampf gegen wachsende Ungleichheit“, so die Linken-Fraktionschefin. Wer mit ihr nicht einverstanden sei, „kann einen Abwahlantrag stellen“.

Linke kümmert sich nicht genügend um Wähler im Osten

Gleichzeitig kritisierte Wagenknecht die Partei, sich nicht genügend um die Wähler im Osten zu kümmern. Es sei ein „Versagen“, nicht den Wählerschwund zu bekämpfen.

„Früher war die Linke im Osten eine breit verankerte Volkspartei, in den letzten Jahren haben wir viele Wähler verloren, ins Nichtwählerlager, aber auch an die AfD. Es ist unsere Aufgabe, diese Menschen zurückzugewinnen“, sagte Wagenknecht der „Welt am Sonntag“.

Sahra Wagenknecht ist eine der Initiatoren von „Aufstehen“ –  einer linke Sammelbewegung, mit der politischen Linken in Deutschland eine parlamentarische Mehrheit ermöglicht werden soll. „Die Parteien des links-liberalen Spektrums SPD, Grüne und Linke haben es im letzten Jahrzehnt nicht geschafft, ein verlässliches Bündnis untereinander zu schmieden und mit einem politischen Gegenkonzept einen Machtwechsel in Deutschland herbeizuführen“, heißt es dazu auf der Seite der Bewegung. (dts/as)

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