Wahlbetrug in Welden, Bayern? Polizei und Wahlleitung dementieren

Epoch Times26. Mai 2019 Aktualisiert: 27. Mai 2019 1:04
Ein Foto geistert durch das Netz. Es ist echt. Aber ob es einen Wahlbetrug dokumentiert, da gehen die Ansichten offenbar auseinander.

Der Vorfall soll sich in Welden in Bayern zugetragen haben, einem Markt rund 25 Kilometer nordwestlich von Augsburg. Anhand eines Fotos soll ein möglicher Wahlbetrug dokumentiert worden sein. Hier zunächst das Posting auf Facebook mit dem Foto eines abstehenden Wahlsiegels …

Wahlbetrug in Welden?

AFD-STIMMEN MUSSTEN WEG: URNE GEÖFFNET!

Wir haben eine Zuschrift aus Welden in Bayern bekommen:

„Ich habe gerade eben meine Stimme abgegeben und es gab eine Besonderheit: Vor mir gingen zwei Männer ins Wahllokal, die offen verkündeten, die AfD wählen zu wollen. Als die beiden das Wahllokal verließen, wurden die Türen kurz geschlossen, was mich verwunderte. Ich ließ mich nicht beirren, öffnete eigenmächtig die Tür und sah wie ein Herr seine Hand in der Wahlurne hatte. Sofort zog er seine Hand schreckhaft heraus! Ich nahm mein Handy und machte schnell zwei Fotos, bevor ich angeschnauzt wurde. Fotos wären verboten – und der Herr fing schnell an, das Siegel mit Tesafilm zu überkleben.“

Mal sehen, was die Wahlleiter dazu sagen…“

Nachdem das Foto für reichlich Furore im Netz gesorgt hatte, ging man auch offiziell der Sache nach.

Polizei und Wahlleiterin dementieren

Wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtet, bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, dass das Siegel an der betroffenen Wahlurne „nicht richtig dran war“, so der Polizeibeamte Jürgen Rother. Was Rother hingegen nicht bestätigen konnte, war der Umstand, dass jemand seine Hände in der Wahlurne gehabt habe.

Ähnlich äußerte sich die für Welden zuständige Wahlleiterin des Landkreises Augsburg, Marion Koppe. Das Bild sei authentisch. „Das ist Fakt.“ Doch die Hinweise auf eine mögliche Wahlmanipulation hatten sich demnach nicht erhärtet. Den Erkenntnissen der Wahlleiterin nach sei das Foto am Wahlsonntag um kurz nach 8 Uhr (Wahllokalöffnung) gemacht worden:

Darauf ist zu sehen, dass die Versiegelung an der Urne nicht richtig geklebt hat.“

(Marion Koppe, Wahlleiterin)

Zur sachlichen Erklärung hieß es, dass der Wahlvorstand sich unmittelbar vor der Wahl davon versichern muss, dass die Wahlurne tatsächlich auch leer ist. Danach werde sie verschlossen, so Koppe.

Gegenüber „BR24“ schilderte die Wahlleiterin Koppe:

Es war wohl so, dass um 8.04 Uhr schon zwei erste Wähler im Wahllokal waren. Der erste hat seine Stimme schon abgegeben. Der zweite hat das wegstehende Siegel – eine Unachtsamkeit – gesehen und Fotos gemacht. Dann hat er auch seine Stimme abgegeben und ist hinausgegangen. Danach ist er meinem Wissen nach nicht mehr zurückgekommen. Die Urne wurde nicht mehr geöffnet, nachdem die ersten Stimmen abgegeben wurden.“

(Marion Koppe, Wahlleiterin)

Das Siegel mit Tesa zugeklebt

Weiter wurde geschildert, dass das Siegel wohl nicht richtig geklebt habe, worauf ein Wahlhelfer versucht habe, das Siegel mit Tesafilm festzumachen.

Das ist ungeschickt, aber keine Wahlmanipulation.“

(Polizeisprecher)

Dabei sei der Wahlhelfer von einem Wähler fotografiert worden.

Bei der Vernehmung habe der Wähler dann nicht mehr gesagt, „dass zwei Wahlscheine wieder herausgenommen wurden“, so der Polizeisprecher: „Er hat das nicht mehr so bestätigt.“

Dennoch bittet die Polizei darum, im Fall der Fälle, eine Polizeiinspektion zu informieren oder den Notruf „110 über derartige Sachverhalte zu informieren“. (sm)

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