„Warum immer nur die Muslime?“ – Terror-Experte ruft alle zu Friedensdemo auf

Von 30. Juni 2017 Aktualisiert: 30. Juni 2017 10:40
Terrorismus-Experte Shams Ul-Haq macht mobil: Am Samstag organisiert er in Frankfurt a. M. einen Friedensmarsch gegen den Terror. Wie schwer es ist, islamische Verbände zum Mitmachen zu bewegen, erzählte er EPOCH TIMES. Aber auch von deutschen Politikern würde er mehr Engagement erwarten.

Nicht nur Muslime, auch die deutsche Bevölkerung und Politiker sollten ein Zeichen gegen Terror setzen, findet Shams Ul-Haq, der durch seine Undercover-Recherchen in Asylheimen bekannt wurde.

(Lesen Sie dazu HIER: Undercover im Asylheim: Terrorexperte Shams Ul-Haq macht Realitäts-Check)

Am Samstag veranstaltet er eine Friedensdemo in Frankfurt am Main – zusammen mit ein paar Freunden. Eingeladen hat er persönlich den Frankfurter Oberbürgermeister (und keine Antwort bekommen), außerdem Politiker verschiedener Parteien und muslimische Verbände. Gewundert hat ihn die allgemeine Reaktionslosigkeit allerdings nicht.

„Das Problem ist, die muslimischen Verbände in Deutschland sind untereinander zerstritten. Wenn der eine mitmacht, will der andere nicht kommen und umgekehrt“, sagt der gebürtige Pakistaner. Er hat viele Ausreden gehört. Die Vereine, die einen Vertreter schicken, seien leider in der Minderzahl.

„Ich habe mit dem Zentralratsvorsitzenden Aiman Mazyek telefoniert. Er unterstützt das, sagt er. Das ist schön. Aber noch besser wäre er, wenn er es mitorganisieren würde, und alle ihm unterstehenden Verbände aufrufen würde, ein Zeichen gegen Terrorismus zu setzen.“

Shams Ul-Haq gibt die Hoffnung nicht auf: „Irgendwann werden die großen Verbände auch was tun“, ist er sich sicher. „Irgendwann werden sie sich schämen.“

Wenn da 20.000 Leute stünden …

„Werden die friedlichen Muslime von den radikalisierten Leuten eingeschüchtert?“, wollten wir wissen.

„Auf jeden Fall. Deshalb trauen sich ja viele nicht und befürchten, dass sie was auf den Deckel bekommen, wenn sie an einem Friedensmarsch teilnehmen.“

„Diese Angst, dass ich irgendwann von Salafisten verprügelt oder angegriffen werde, für das, was ich mache, die habe ich auch – aber ich kann damit leben“, sagt Shams Ul-Haq.

Sich einschüchtern zu lassen sei genau das Falsche: „Wenn da bei einer Demo 24.000 Leute stünden, dann würden die Radikalen Angst vor UNS kriegen“, sagt er.

Nicht nur Muslime sollten auf die Straße gehen“

„Es geht um die Sicherheit von uns allen in Deutschland“, sagt Haq. Deshalb sollten auch Deutsche und alle anderen hier lebenden Nationen aktiv werden.

Die Medien würden die Verantwortung für politischen Terror sehr einseitig auf die Muslime schieben – statt einmal zu hinterfragen, was die Interventionskriege in Nahost oder Afghanistan, CIA, deutsche Waffenlieferungen nach Syrien, etc. zur Situation beigetragen haben: „Wir müssten auch mal gegen die Amis demonstrieren!“, findet Haq.

Moralischen Druck will er es nicht nennen, sondern „menschlichen Druck“:

Die Menschen sind an erster Stelle wichtig. Religion kommt an zweiter Stelle.

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