Warum viele muslimische Asylbewerber zum Christentum konvertieren

Epoch Times26. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 21:55
Massentaufen von muslimischen Flüchtlingen gibt es nun in deutschen Schwimmbädern. In Afghanistan, Pakistan und Iran durften sie den christlichen Glauben nicht leben. Ihr Glaubenswechsel könnte auch einen positiven Einfluss auf ihr Asylverfahren haben.

Bis zur Hüfte im Wasser und in weißem Gewand, die Arme vor der Brust verschränkt und mit geschlossenen Augen stehen die muslimischen Asylbewerber im Wasser. Zwei weitere drücken sie nach hinten unter Wasser. Nun sind sie Christen. 

Weitere 70 Erwachsene warten in einer Schlange. Sie kommen aus dem Iran, Afghanistan oder Pakistan. In ihren Heimatländern konnten sie ihren Glauben nicht leben. Im Iran steht darauf sogar die Todesstrafe.

Solche Szenen, wie die in einem Hamburger Schwimmbad, würden sich derzeit häufen, berichtet die "Tagesschau". Für das kommende Jahr sind allein in einer Hamburger Gemeinde 600 weitere Taufen geplant. 

Zum Vergleich wurden in der Berliner Gemeinde der Dreieinigkeit im vergangenen Jahr 185 Menschen getauft und die Glaubenskurse dort seien voll. Die genaue Zahl der Übertritte würde bundesweit allerdings nicht erfasst. Die Gründe für den Glaubenswechsel seien ähnlich, so Pastor Albert Babajan. Man sei enttäuscht vom Islam.

Benjamin, ein in Hamburg lebender Iraner, hatte sich schon in der Heimat mit verschiedenen Religionen beschäftigt und sich gefragt, warum er in dauernder Angst lebe. In Hamburg fand er zwei iranische Christen und damit eine neue Gemeinde.

Taufe als Chance auf Asyl?

Für die Behörde aber ist die Taufe ein "selbst geschaffener Nachfluchtsgrund". Dieser wird als Teil der Biografie des Asylsuchenden genau untersucht. Denn laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) führt die Konversion eines Asylbewerbers – selbst wenn sie gerade erst erfolgt ist – zur "Schutzgewährung, wenn dem Asylbewerber wegen seines Glaubensübertritts im Heimatland Verfolgung droht." 

Ein Konvertit wäre also je nach dem im Sinne des Gesetze schutzbedürftig oder nicht. Doch wie lässt sich feststellen, ob einer es erst meint mit dem Glauben?

"Warum brauchen Sie denn überhaupt eine Religion?", kann eine Frage bei der Anhörung vor den Behörden lauten. Oder "Wie viele Tage liegen zwischen Ostern und Pfingsten?". 30 Unterschriften von deutschen Mitgliedern hätte eine Pastorin vorlegen müssen, die bezeugen sollten, der Asylbewerber sei ein aktives Mitglied in der Gemeinde. 

"Grundsätzlich bleibt es problematisch, dass das Kernhandeln der Kirche von staatlichen Stellen überprüft wird und damit den Kirchen unterstellt wird, dass sie bei der Sakramentszulassung nicht sorgfältig genug vorgehen", meint etwa Pfarrer Martens aus Berlin.

Benjamin aus Hamburg jedenfalls wolle nicht zurück in den Iran. Er sehe dort keinen Platz mehr für sich und wolle einfach nur in Freiheit leben. Das Risiko abgeschoben zu werden sei ihm bewusst, doch sei er sich mit seinem neuen Glauben hundertprozentig sicher auf dem richtigen Weg zu sein. (dk)

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