Wattolümpiade: Heitere Schlammschlacht gegen Krebs

Von 30. Juli 2012 Aktualisiert: 30. Juli 2012 17:17

 

Mit den Worten: „Mögen die Spiele dreckig werden“ eröffnete Schleswig Holsteins Ministerpräsiden Torsten Albig (SPD) die Wattolümpiade 2012. Am 29. Juli 2012 wurde Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen, Schleswig Holstein) wieder zum Olümpischen Dorf. 30 Mannschaften mit 300 Wattleten traten an der Elbmündung in die Nordsee im Watt an, um sich in den Küsten-Disziplinen Watt-Fußball, Watt-Handball, Watt-„Wolliball“ und im Schlickschlittenrennen zu messen.

Schmutziger Sport für eine saubere Sache

Diese Schlammschlacht ist eine Benefiz-Veranstaltung mit dem Motto „Schmutziger Sport für eine saubere Sache“. Mit den Eintrittseinnahmen finanziert der Wattolümpiade-Verein unter anderem zwei Beratungsstellen für Krebsbetroffene an den Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide, sowie weitere Beratungs- und Informationsangebote, die sich an Krebspatienten, Angehörige und Ärzte richten. Die Eintrittspreise waren moderat: Drei Euro für die Wattolümpiade am Sonntag und fünf Euro für die Warm-up-Party am Vorabend. Seit der ersten Wattolümpiade 2004 brachte der Wattolümpiade-Verein mit seinen Aktionen und Veranstaltungen (darunter auch ein „Wattstock-Festival“) mehr als 150.000 Euro für wohltätige Zwecke ein.

Das runde Dreckige muss ins dreckige Eckige

„Ein Spiel dauert sieben Minuten und das runde Dreckige muss ins dreckige Eckige“, erklärt Wattkampfleiter Oliver Kumbartzky die einfache Spielregel. Sieben Minuten mögen nicht lang erscheinen, doch sind es auch besondere Anforderungen, wenn man knietief im Schlick versinkt, während man einem Ball hinterhechtet. – Als Zuschauer kann man schon in der ersten zwei Minuten nicht mehr erkennen, wer zu welcher Mannschaft gehört, denn alle Spieler sind dann einheitlich in der Farbe mud-grau.

Außerdem müssen die Spiele entschieden sein, bevor die Flut kommt. So sah der straffe Zeitplan aus: 13 Uhr Einmarsch der Wattleten und die Entzündung des olümpischen Feuers, 14:30 Uhr Beginn der Wattkämpfe (Fußball-, Handball- sowie das Wolliball), 15:30 Uhr Schlickschlittenrennen. Abschließend rannten und glitschten die Mannschaften beim traditionellen Aal-Staffellauf im Watt um den Titel des Gesamtolümpiasiegers.

Die Sieger der Wattolümpiade 2012

Die Goldmedaille in Wolliball gewannen die Chemie-Gladiatoren. Gold im Schlickschlittenrennen gewann die Mannschaft Waterhörn. Der FC SchlammAssel holte sich das Gold in Fußball. Und die Sieger in Handball und Gesamt-Olümpiade-Sieger wurden Die Tighten Mopsgedackelten Watthunde.

Außerdem prämiert wurde der lustigste Mannschaftsname: Inglourious Wattstars, die besten Fans: Schlammburger Jungs olé, das beste Trikot: Sixpack Meldorf und die lustigste Mannschaft: Ente, Ente, Ente, Ente, … .

Schlam(m)assel: Rückzug der Hauptsponsoren

Bereits im vorigen Jahr zogen sich die Hauptsponsoren (beide aus der Energiewirtschaft) aus dem Projekt zurück. Ob es einen Zusammenhang mit dem Beschluss von Bund und Ländern im Mai 2011 gibt, das seit 2007 heruntergefahrene Kernkraftwerk Brunsbüttel dauerhaft stillzulegen, ist nicht bekannt. Jedenfalls werden dringend neue Sponsoren gesucht, damit das Olümpische Feuer auch 2013 an der Westküste in Schleswig Holstein zugunsten von Krebspatienten brennt.

Grünes Band der Solidarität

Wattolümpiade-Initiator Jens Rusch versucht zudem, die Last der Finanzierung auf viele Schultern zu verteilen: er hat sich von dem leuchtend gelben Silikon-Armband inspirieren lassen, das auch von zahlreichen Prominenten wie Prinz Harry und Pamela Anderson als Symbol für den Einsatz gegen Krebs getragen wurde. Rund 70 Millionen Bänder sollen zur Finanzierung der Krebsstiftung des Radprofis Lance Armstrong beigetragen haben. Jens Rusch probiert jetzt sprichwörtlich das Gleiche in grün mit der Kampagne „Stark gegen Krebs“: mit einem grünen Silikonband am Handgelenk kann man zeigen, dass man die Krebsbetroffenen um Brunsbüttel unterstützt. Mehr Informationen unter : http://www.wattopedia.de/STARK_gegen_KREBS.

 

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