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WDR: „Umweltsau“-Skandal beschäftigt Staatsanwalt – jetzt schon mehr als 200 Anzeigen

Von 11. Januar 2020 Aktualisiert: 11. Januar 2020 16:42
Die "Umweltsau"-Affäre des WDR steht nun vor ihrer juristischen Aufarbeitung. Der Kölner Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn spricht von mehr als 200 Anzeigen, die im Zusammenhang mit dem Kinderchor-Lied und dem dadurch ausgelösten Twitter-Shitstorm eingegangen seien.

Der WDR-Skandal rund um den „Umweltsau“-Beitrag des sendereigenen Kinderchors wird auch zwei Wochen nach Löschung des Videos aus der Mediathek für Beschäftigung sorgen.

Wie die „Kölnische Rundschau“ berichtet, seien mittlerweile rund 200 Strafanzeigen bei Polizei und Staatsanwaltschaft eingegangen, die auf den Inhalt der umstrittenen Persiflage des Scherzliedes „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ Bezug nahmen.

Anzeigen gegen Intendanten, Redakteure und Chorleiter

Ein Ende sei diesbezüglich noch nicht abzusehen. „Bei uns gehen weiter zehn Anzeigen am Tag ein“, schilderte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn gegenüber dem Blatt – per Fax oder per Mail. Die Zuständigkeit Willuhns ergibt sich daraus, dass sich die Anzeigen auf Rundfunkinhaltsdelikte bezögen. Diese würden von der gleichen Abteilung behandelt wie etwa politisch motivierte Straftaten oder Fußballkriminalität.

Nach Auffassung der Anzeigenerstatter begründe der Inhalt des „Umweltsau“-Liedes Verdachtsmomente unter anderem in Richtung Beleidigung oder Volksverhetzung, in einigen Fällen wird auch eine Verletzung der Fürsorgepflicht behauptet.

WDR-Intendant Tom Buhrow, der sich von der Präsentation distanziert hatte, sei ebenso im Visier wie der Chorleiter oder Redakteure. Der auf das „Umweltsau“-Lied bezogene Shitstorm habe zudem auch eine Reihe von Äußerungen in Tweets nach sich gezogen, die nun ebenfalls zum Gegenstand einer Strafanzeige geworden wären.

Die Kinder im Grundschulalter haben in dem Clip das Scherzlied „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ in einer umgetexteten Fassung gesungen. Der neue Text, den das Blog „Tapfer im Nirgendwo“ dokumentiert hat, wirft die Frage auf, ob die „Oma“, die „im Hühnerstall Motorrad fährt“, denn eine „Umweltsau“ sei.

Anklage eher unwahrscheinlich

Vonseiten des Senders selbst hieß es, das Lied richte sich „nicht gegen irgendjemanden, auch nicht gegen die ‚Oma-Generation‘“. Vielmehr solle es „zum Jahresende ein humorvoller und versöhnlicher Beitrag zu einer Debatte sein, die zunehmend erhitzt geführt wurde“.

Willuhn kündigte an, man werde „in jedem Einzelfall den Anfangsverdacht prüfen“ und dann über weitere Schritte entscheiden. Es sei noch offen, ob es zu Anklagen kommen werde.

Die Hürde könnte allerdings insbesondere im Fall des Liedes selbst zu hoch sein. Auch wenn man die Darstellung des WDR, es handele sich bei der Darbietung um eine „Satire“, die zusätzlich von der Freiheit der Kunst geschützt wäre, für eine Schutzbehauptung hielte: Mit der „Oma“, die im Lied als „alte Umweltsau“ besungen wurde, dürfte eher eine fiktive denn eine konkret identifizierbare Person gemeint gewesen sein.

Anders dürfte es bezüglich des Nachspiels auf Twitter aussehen: Dort eskalierte die Auseinandersetzung vielfach in einer Weise, dass auch persönliche Beleidigungen und Drohungen unter den Nutzern des Dienstes ausgetauscht wurden.


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