Weniger Geld für Kitas als im Herbst angekündigt – Damit 100.000 neue Kindergartenplätze schaffen

Epoch Times23. März 2017 Aktualisiert: 23. März 2017 19:18
"Durch die steigende Geburtenrate und die Integration von Kindern mit Fluchthintergrund wächst der Bedarf an Betreuungsplätzen weiter", erklärt die Familienministerium. Die Regierung kündigt im Herbst 1,7 Milliarden Euro dafür zusätzlich an, stellt nun jedoch nur 1,126 Milliarden Euro zur Verfügung.

Mit mehr als einer Milliarde Euro will Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) 100.000 zusätzliche Kita-Plätze schaffen. „Durch die steigende Geburtenrate und die Integration von Kindern mit Fluchthintergrund wächst der Bedarf an Betreuungsplätzen weiter“, erklärte Schwesig am Donnerstag. Kritiker warfen der Ministerin vor, ihre Pläne reichten nicht aus.

Der Bundestag befasste sich am Donnerstag in erster Lesung mit dem Gesetzentwurf zum weiteren Ausbau der Kindertagesbetreuung. Demnach stellt der Bund von 2017 bis 2020 den Ländern 1,126 Milliarden Euro zur Verfügung, um 100.000 zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen.

Im Gegensatz zu früheren Programmen sollen damit auch Plätze für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt gefördert werden.

„Immer mehr Familien wünschen sich qualitativ gute Angebote der Kindertagesbetreuung, denn sie verbessern die Bildungschancen aller Kinder von Anfang an und ermöglichen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, teilte Schwesig mit. „Leider stehen noch nicht ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung.“

Qualität verbessern, nicht nur die Quantität

Die Grünen-Politikerin Franziska Brantner erinnerte die Ministerin daran, dass sie im vergangenen Herbst noch 1,7 Milliarden Euro zusätzlich für die Kindertagesbetreuung angekündigt hatte.

„Trotz hoher Haushaltsüberschüsse gibt es deutlich weniger Geld für die Kitas, als noch im vergangenen November von Frau Schwesig angekündigt“, sagte die Grünen-Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik der Nachrichtenagentur AFP. „Das ist traurig – wir brauchen mehr Kitas, aber auch eine bessere Qualität in den Kitas.“

Wachsende Geburtenraten und die nach Deutschland gekommenen Flüchtlingskinder machten den Ausbau der Plätze in Kindertageseinrichtungen dringend notwendig, erklärte die Sozialpolitik-Expertin der Diakonie Deutschland, Maria Loheide.

„Die vom Bund in Aussicht gestellten Finanzmittel werden allerdings nicht ausreichen, den quantitativen Bedarf zu decken und gleichzeitig die Qualität der Kitas zu verbessern.“ (afp)

 

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