Widmann-Mauz appelliert an Muslime vor Ramadan

Epoch Times5. April 2020 Aktualisiert: 6. April 2020 10:09
Kurz nach Ostern beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan, der nicht zuletzt wegen seiner abendlichen Zusammenkünfte und das große Fest des Fastenbrechens am Ende gekennzeichnet ist. Das ist schwer bis gar nicht vereinbar mit Kontaktverboten.

Nach der unerlaubten Menschenansammlung vor einer Moschee in Berlin-Neukölln am Freitag und zweieinhalb Wochen vor Ramadan-Beginn kann die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), nur an die muslimischen Gemeinden und Migrantenverbände appellieren sich an die Kontaktsperren zu halten. „Jetzt kommt es auf jede und jeden an. Gesundheit geht vor, da darf es aktuell auch für gemeinsame Gebete vor Ort keine Ausnahme geben“, sagte Widmann-Mauz der „Welt“ (Montagausgabe).

Bei einer für Dienstag geplanten Video-Konferenz will Widmann-Mauz die Verbände daran erinnern, dass sie ihre Mitglieder zur Einhaltung der Corona-Beschränkungen zu bewegen haben. Dabei werde sie auch mit den Verbänden darüber sprechen, was ab dem Ramadan-Beginn am 23. April zu beachten sei, sollten die Kontakt-Beschränkungen dann noch andauern.

Informationen in verschieden Sprachen übersetzen

Verantwortung sieht die Staatsministerin aber auch bei der Bundesregierung. Es sei derzeit ganz besonders wichtig, auch all jene zu erreichen, die nicht gut Deutsch sprechen. „Offizielle Informationen über Verhaltensregeln und Gesundheitsschutz müssen so schnell wie möglich in verschiedene Sprachen übersetzt werden“, so Widmann-Mauz.

Der Kirchen-Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Castellucci, plädierte dafür, den Polizeieinsatz in Rechnung zu stellen, sollte sich eine solche Aktion wie in Neukölln wiederholen. Wer fahrlässig zu Versammlungen aufrufe, müsse zur Verantwortung gezogen werden.

Nina Warken, Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, sprach sich für Alternativangebote zu Gottesdiensten für Christen und Muslime aus, etwa durch das Streamen von Predigten, die Ausweitung der Telefonseelsorge oder den Versand von Texten für das Gebet zu Hause. Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, regte an, der Deutschen Welle das Senden ihrer fremdsprachigen Medienangebote auf Kanälen im Inland zu erlauben.

Parallelgesellschaften gefährden den Zusammenhalt der Gesellschaft

Die AfD kritisierte die muslimischen Gemeinden scharf. „Parallelgesellschaften sind grundsätzlich eine Gefahr, denn sie schwächen wie jetzt zum Beispiel in der Coronakrise den Zusammenhalt der Gesellschaft“, sagte die stellvertretende Bundessprecherin der AfD, Beatrix von Storch, der „Welt“. Besonders in einer Krise dürfe es für niemanden Sonderrechte geben, das müsse die Polizei konsequent durchsetzen. „Alles andere ist eine Kapitulation des Rechtsstaates vor der islamischen Parallelgesellschaft“, so von Storch. (dts)

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