Hoch die Hände: Besucher der Technikmesse CES testen eine Virtual Reality Brille von Samsung.Foto: Jae C. Hong/dpa

Wie Technik und mehr Arbeitsleistung den Wohlstand in Deutschland retten kann

Von 4. April 2017 Aktualisiert: 4. April 2017 10:53
In Deutschland ist der Wohlstand durch die demografische Entwicklung massiv gefährdet. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Forscher des IW Köln. Lösen könne man das Problem durch größeren technologischen Fortschritt sowie mehr Arbeit der Erwerbstätigen.

Sachsen und Berlin stehen beim Wirtschaftswachstum an der Spitze. In Berlin ist es hauptsächlich die Bauindustrie, die die Zahlen nach oben korrigiert, in Sachsen der Zuwachs im Bereich Kommunikation. Im Vergleich zu 2015 erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt hier jeweils um 2,7 Prozent.

Gesamtdeutsch sieht es etwas anders aus. Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln warnen davor, dass die demografische Entwicklung den Wohlstand in Deutschland massiv gefährdet. „Welt“ berichtet.

Das Institut, das von Unternehmen und Arbeitgebern finanziert wird, kam zu dem Ergebnis, dass eine schrumpfende und gleichzeitig alternde Bevölkerung dafür sorge, dass die Erwerbsbevölkerung in Deutschland abnimmt und die Zahl der Rentner steigt.

Die Studie, die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, einer Lobbyvereinigung der Arbeitgeberverbände, in Auftrag gegeben wurde, kommt dabei zu  dem Schluss, dass künftig jede Arbeitskraft im Schnitt mehr Wohlstand erwirtschaften muss, als es bisher der Fall war.

Heute wachse die deutsche Wirtschaft jährlich um 1,4 Prozent, laut IW Köln wird sie 2035 nur noch halb so stark wachsen. Nur wenn jeder Erwerbstätige seine Produktivität um über zwei Prozent pro Jahr steigere, könne diese Wachstumsrate beibehalten werden.

Produktivität bedeuteten dabei die Werte, die der Einzelne in einer gegebenen Zeit schafft. Doch diese seien nicht nur in Deutschland zurückgegangen. Warum? Darüber rätseln die Experten.

Die IW-Forscher sehen demnach einen „beträchtlichen technologischen Handlungsbedarf“ und eine „erhebliche Notwendigkeit für technologischen Fortschritt“, so Welt weiter. Doch dieser lasse sich genauso wenig erzwingen wie die Produktivität des Erwerbstätigen.

Mehr Arbeit kann den Wohlstand der Gesellschaft steigern

Eine große „Innovationslücke“ könnte dazu führen, dass das Wohlstandsniveau hierzulande nicht mehr garantiert sei, meinen die Forscher und listen viele Maßnahmen auf, die den technologischen Fortschritt teilweise ersetzen könnten. Mehr Arbeit könne beispielsweise ebenfalls den Wohlstand der Gesellschaft steigern.

Das Mehr an Arbeit könne wiederum durch ein späteres gesetzliches Renteneintrittsalter oder auch die Möglichkeit auf Arbeit während der Rente gewährleistet werden. Durch eine entsprechende Familienpolitik könne man Frauen den Einstieg ins Erwerbsleben erleichtern und auch die Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt könne die Produktivität steigern.

Am Ende bleibt das größte Plädoyer der IW-Forscher beim technischen Fortschritt.  Die Forscher verweisen dabei auf eine verstärkte Ausbildung in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern sowie eine gezieltere Forschungsförderung und weniger strenge Regulierung für neue Technologien.

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