Wiener Praterstern-Vergewaltiger vor Gericht – Opfer: „Ich dachte, ich sterbe dort“

Von 8. Dezember 2016 Aktualisiert: 8. Dezember 2016 13:28
Im April vergewaltigten drei betrunkene junge afghanische Flüchtlinge eine junge Austausch-Studentin aus der Türkei brutal auf einem Bahnhofs-Klo in Wien. Jetzt begann der Gerichtsprozess.

„Ich habe das Mädchen vergewaltigt. Warum weiß ich nicht. Ich denke seit sieben Monaten darüber nach, warum ich das getan habe“, so einer der jugendlichen Flüchtlinge (17).

„Ich habe kein Gesetz gebrochen“, behauptet der 16-Jährige, der die WC-Tür öffnete und das Mädchen festhielt. Er verweist auf die beiden Mitangeklagten: „Ich habe nicht gewusst, dass die zwei so etwas machen wollen“, zitiert der „Kurier“ aus dem Gerichtssaal.

Seiner Aussage nach sei das Mädchen „geschockt“ gewesen. „Aber geschrien hat sie nicht.“

Der mit 18 Jahren älteste des Trios behauptet gar: „Wir wollten natürlich nicht so etwas tun.“ Sie seien betrunken gewesen und an sexuelle Handlungen könne er sich nicht erinnern – das Opfer schon.

Opfer: „Ich dachte, ich sterbe dort.“

Die 21-jährige vergewaltigte Austausch-Studentin aus der Türkei machte die Hölle durch. Sie ist inzwischen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Ihre Aussage wird im Gerichtssaal von DVD abgespielt, sie muss nicht mehr persönlich den Tätern gegenübertreten. Ihre Anwältin verliest einen für die Verhandlung verfassten Brief:

Manchmal gibt es Momente, wo ich gar nicht spüre, dass ich noch lebe. […] Drei Monate konnte ich nicht in den Spiegel schauen. Ich fühle mich wie Restmüll. Ich erinnere mich an die Blicke dieser Männer. […] Meine Lebensfreude ist dahin. Ich bin um Jahre gealtert. […] Ich habe die Sekunden gezählt, bis es vorbei ist. Ich dachte, ich sterbe dort.“

(Vergewaltigungsopfer)

Die junge Frau trug von dem Überfall zahlreiche Hämatome am ganzen Körper davon, sowie Würgespuren am Hals und Blutergüsse an den Schultern und am rechten Oberarm.

Eine Kultur ohne Verständnis

Doch „viel schwerwiegender sind die seelischen Folgen“, so die Staatsanwältin. Die Anwältin des Opfers sagte, dass ihre Mandantin vorher eine lebenslustige junge Frau gewesen sei, sich für Theater und Malerei interessierte und mit ihren Freunden gern zusammen war. Sie kam nach Österreich, um hier Industriedesign und Raumplanung zu studieren.

Seit dem Vorfall erträgt sie die Nähe zu anderen Menschen nicht mehr. Sie hat Schlafstörungen, fühlt sich wie ein leerer Roboter, meidet die Gesellschaft von Männern und kann nicht mehr studieren.“

(Sonja Aziz, Rechtsvertreterin des Opfers)

Ihre Herkunft mache es dem Opfer nicht leichter: „In dem Land, wo sie herkommt, ist Vergewaltigung ein Tabu“, so die Anwältin. Ihren Eltern habe sie bis heute nicht genau erzählen können, was ihr widerfuhr. Männliche Bekannte und Freunde hätten ihr wiederum Schuldgefühle eingeredet. „Sie kann mit niemandem darüber sprechen.“

Brutale Vergewaltigung auf Bahnhofs-Klo

Die junge Frau, die am 22. April 2016 gegen 1 Uhr mit einer Freundin (30) auf dem Heimweg nach einem Stadtbesuch war, musste am Bahnhof Praterstern auf die Toilette, während ihre Freundin Geld an einem nahe gelegenen Bankautomaten abhob.

Zu diesem Zeitpunkt folgten die drei afghanischen Jugendlichen der 21-Jährigen bereits. Der 16-Jährige öffnete die Tür mit einer Münze, worauf die drei mit brachialer Gewalt über das Mädchen herfielen und sie zu Boden brachten. Weil sie sich wehrte, schlugen die Täter ihren Kopf mehrfach gegen das WC-Becken.

Dann fixierten die jugendlichen Flüchtlinge die junge Frau am Boden und hielten ihr Mund und Nase zu: „Sie hat geglaubt ersticken zu müssen“, erläutert die Staatsanwältin. Anschließend wurde sie von zwei der Täter vergewaltigt, während der 16-Jährige sie festhielt.

Als die Freundin vom Bankautomat zurückkam, fand sie die Studentin in der Toilette am Boden liegend. Die 30-Jährige rannte hinaus und rief um Hilfe, worauf mehrere Passanten auf die Flüchtenden aufmerksam wurden und die Polizei riefen. Kurze Zeit später wurden sie gefasst.

Zu dieser Zeit war ganz Österreich im Wahlkampffieber um das Amt des Bundespräsidenten. Der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer sprach deutliche und sichtlich erregte Worte in Richtung der Täter, die ins Land kamen, hier Aufnahme fanden und dann zu dritt eine Frau vergewaltigten.

Der Prozess wird am 31. Januar 2017 fortgesetzt, die Angeklagten verbleiben bis dahin in U-Haft. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen bis zu siebeneinhalb Jahren Haft.

Siehe auch:

Wien: Drei afghanische Jugendliche vergewaltigen Studentin (21) brutal auf Damentoilette

Wiener Praterstern-Vergewaltigung: Täter-Trio hatte sich offenbar zur Tat verabredet

FPÖ: Hofer macht mit „Praterstern-Vergewaltigung“ Wahlkampf – und setzt Wiens Polizei stark unter Druck

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