Xavier Naidoo begrüßt das WM-Team 2006 und gratuliert zu Bronze. Sein Song "Dieser Weg" wurde zur inoffiziellen Hymne. PlatzFoto: Markus Gilliar/Pool/Bongarts/Getty Images

Xavier Naidoo: „Dann ist das ok für mich“ – Entsetzt über Medien-Kampagne: Barth, Schweiger, Mittermeier, Garvey, Engler…

Epoch Times23. November 2015 Aktualisiert: 23. November 2015 19:51
Das alles ist schon sonderbar. Da knickt der Öffentlich-Rechtliche Fernsehgigant ein, wie ein Strohhalm, sobald die "bösen" Worte fallen: Rassist, Schwulenfeind, Antisemit, Rechtsradikaler. Dann interessiert niemanden mehr, ob das stimmt oder nicht. Zu groß ist die Angst, wenn jemand diese Wort-Knüppel einsetzt. Dies alles gleicht schon fast einer inszenierten Medienkampagne.

Vor einigen Monaten ist die ARD auf mich zugekommen und hat mich gebeten, im nächsten Jahr für Deutschland beim…

Posted by Xavier Naidoo on Samstag, 21. November 2015

Konzertveranstalter Marek Lieberberg ("Rock am Ring") wird im "Abendblatt" zitiert: "Ich bin zutiefst erschüttert über die unglaubliche Hetze, die widerliche Heuchelei und den blinden Hass, für die es keinerlei Berechtigung gibt!" Für Schauspieler Til Schweiger ist das sogar eine "Form von Terrorismus".

Es gibt wenige deutsche Künstler, die einen solch positiv gelebten Nationalstolz zeigen, wie Xavier Naidoo. Sein Song "Dieser Weg" wurde zur inoffiziellen Hymne der WM 2006. Deutschland konnte seit langer Zeit wieder stolz auf seine Farben sein, ohne gleich mit jenen 12 Jahren Nationalsozialismus verbunden zu werden…

Was gewisse Leute wirklich an Xavier Naidoo stören dürfte:

Dass er öffentlich die Frage stellt "Sind wir immer noch ein besetztes Land" und in vereinzelten Liedern sexuelle Gewalt und geheime satanistische Ritualmorde an Kindern thematisierte, in die er Akteure der politischen Elite verwickelt sieht.

https://youtube.com/watch?v=Q9SYDfJVJbY

Prominente Entrüstung über Naidoo-Bashing

Comedian Michael Mittermeier ist entsetzt über die Hetze in der Presse. "Viele Journalisten sollten sich schämen, in Dauerschleife ein paar Zitate abzuschreiben (wow, immerhin 5) – einfach willkürlich aus verschiedenen Jahren und jeweils aus jeglichem Zusammenhang gerissen. Das ist wirklich die billigste Form von widerlicher Meinungsmache… Klein denkend Deutschland versinkt im Hass, das macht mich traurig. Und dann noch von fehlender Demokratie zu faseln, weil man mal einen der besten deutschen Sänger setzt für den ESC, ich glaub mein Putin pfeift – es wurden auch früher schon Künstler für den ESC einfach bestimmt." [Hier:]

In einem anderen Post befürchtet der Kabarettist musikalisch das Schlimmste für eine andere ESC-Auswahl:

Es tut mir leid mein Freund … Xaver, keep on…Tja, schade dass ein billig initiierter Presse-Shitstorm ausreicht,…

Posted by Michael Mittermeier on Samstag, 21. November 2015

Auch Rea Garvey war richtig sauer in seinem englisch verfassten Post [hier:]: "Gestern habe ich mit meinen Brüdern zusammengesessen, zum ersten Mal seit einigen Jahren, um unsere nächste "Alive & Swinging"-Tour zu planen. Wir haben Stunden geredet, gelacht und die Show geplant, die wir alle lieben. Xavier Naidoo, Michael Mittermeier und Sasha gehören zu den wenigen Freunden, die über meine Schwächen lachen können, weil sie meine Stärken kennen und respektieren. Es ist wichtig zu wissen, wer deine Freunde im Leben sind.

Ich wurde gebeten, die Kritik, die Xavier nach seiner ESC-Nominierung erhalten hat, zu kommentieren, aber ich weiß nicht wirklich, was ich sagen soll. Jeder, der glaubt, ich würde mein Zuhause mit einem Rassisten, einem Schwulenhasser, einem Extremisten teilen, kennt mich nicht und würde mich vermutlich auch nicht kennen wollen, denn Lügen und Unwahrheiten schaffen eine Welt, in der Hasser sich wie Helden aus einem Fantasyfilm fühlen.

Wenn ihr mich fragt ob diese Männer meine Freunde sind, würde ich sagen, wenn ich neben ihnen stehe, sie sind meine Brüder und ich fühle mich ihnen verbunden. Gottes Segen Rea" (Übersetzung: www.eurovision.de)

Ein Sturm der Entrüstung soll es gewesen sein. 48 Stunden lang war Xavier Naidoo der Mann für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016. Dabei hatte sich innerhalb weniger Stunden ein Gezeter im Internet breitgemacht, noch bevor das ganze Land realisierte, was eigentlich passiert war.

Die FAZ versuchte die Kommentare gegen den beliebten Sänger in Schlagworten zusammenzufassen: Rassist, schwulenfeindlich, antisemitisch und rechtsradikal.

Lieber Michael, deinem Text kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen…ausser vielleicht, dass auch ich erschüttert…

Posted by Til Schweiger on Freitag, 20. November 2015

Unklar ist, warum die Verantwortlichen einknicken, obwohl der Unterhaltungschef Thomas Schreiber Xavier Naidoo als einen "herausragenden Sänger" bezeichnet, der nach seiner Überzeugung "weder Rassist noch homophob ist. Es war klar, dass er polarisiert, aber die Wucht der Reaktionen hat uns überrascht", zitierte die Nachrichtenagentur DTS den NDR-Unterhaltungschef.

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Lese gerade das Xavier Naidoo der Auftritt am ESC verweigert wurde. In was für einem Land leben wir, wo aufgrund von…

Posted by Mario Barth on Samstag, 21. November 2015

Zum Thema ESC wollen wir auch noch ein paar Worte loswerden 🙂 Xavier Naidoo ist ein sensationell guter Musiker und…

Posted by PUR on Freitag, 20. November 2015

Der ESC, (k)ein "fröhliches Event"

Der ESC sei ein "fröhliches Event, bei dem die Musik und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen", so Schreiber weiter. Weil die aktuelle Diskussion um den Sänger Xavier Naidoo dem ESC schaden könnte, soll dieser nun nicht mehr für Deutschland starten.

Doch irgendetwas scheint da nicht zu schlüssig. Wenn man die Pressewelle als ganzes betrachtet, müsste doch nahezu jeder im Land gegen den Musiker sein, zumindest wurde dieser Eindruck vermittelt. Ist das wirklich die wahrheitsgemäße Wiedergabe der Realität? Eigentlich sah es in den Umfragen doch ganz gut aus, für den Mannheimer Soulsänger…

https://youtube.com/watch?v=0X27jGZfx3s

Doch was helfen Umfragen, wenn die Gegnerschaft lauter ist und heftig protestiert, bis ganz nach oben in die deutsche Politik. Grünenpolitikerin Claudia Roth etwa, wird wie folgt im "Spiegel" zitiert, wobei die Doppeldeutigkeit ihrer Aussage, verglichen mit der aktuellen Migrantenkrise doch etwas überrascht: "Es ist kein Zeichen von Stärke, wenn die ARD nicht mehr dem Zuschauerwillen vertraut, sondern einfach mal festsetzt, welcher Künstler Deutschland beim ESC repräsentieren soll. Demokratie sieht anders aus."

Doch die Grünenpolitikerin macht dieses kleine Manko wieder wett, indem sie die Katze aus dem Sack lässt: "Und dass ausgerechnet Xavier Naidoo in Zeiten von Pegida und AfD das Gesicht Deutschlands in der Welt sein soll, finde ich voll daneben." 

Deutschland nur zwei Grand-Prix-Siege bisher

Der deutsche Erfolgsproduzent Ralph Siegel wundert sich über das ganze ESC-Chaos: "Es tut mir in der Seele weh! Die ARD und der liebe NDR machen sich das Leben schwerer, als es eigentlich sein müsste", zitiert der "Focus" den Komponisten. Siegel hatte 1982 den ersten deutschen Siegertitel für den Grand Prix komponiert, der Text stammte von Bernd Meinunger, beides altgediente Grand-Prix-Spezialisten. Die Sängerin Nicole gewann damals im englischen Harrogate den seit 1956 ausgetragenen Wettbewerb mit ihrer Forderung nach "Ein bisschen Frieden". 

Dies sollte der erste und bis 2010 (Lena "Satellite") der einzige Sieg bleiben. 2015 in Wien musste Deutschland sogar mit Null Punkten nach Hause fahren, nachdem Voice of Germany-Sieger Andreas Kümmert nach dem Sieg (über 78 %) im Vorentscheid überraschend zurücktrat und die Zweitplatzierte Ann Sophie übernehmen musste. Doch seit Nicole’s Friedenslied und heute, hat sich der ESC stark verändert, was man auch an der Kritik im Falle Naidoo erkennen muss. "Mit dieser mindestens unsensiblen Entscheidung erweist die ARD dem Ansehen des Landes einen Bärendienst. Auch hat es eine ganz eigene Ironie, wenn zum ESC mit seiner großen LGBT-Anhängerschar [LGBT steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender – die Red.] ausgerechnet ein homophober Künstler geschickt wird, der bei Montagsdemos auftritt", so Claudia Roth weiter im "Focus".

Xavier Naidoo im Interview über seine Nominierung, Fremdenhass und ein deutsches Zeichen an die Welt: "Wir schicken einen dunkelhäutigen Deutschen."

 

"Was wir alleine nicht schaffen"

Da war es doch schon recht mutig von Xavier Naidoo, überhaupt die Nominierung anzunehmen, zumindest musikalisch gesehen, hätte Deutschland vielleicht wieder eine Chancen für eine gute Platzierung oder sogar mehr gehabt. Auch wird wieder mehr Deutsch gesungen. Da läge der Mannheimer auch im Trend. Vielleicht werden jetzt die Zuschauer wieder befragt, wenn aus dem Nichts plötzlich Zahlenquoten auftauchen, vielleicht stellt sich Xavier Naidoo sogar diesem Zuschauervoting, aller Kritik zum Trotz. Doch "Dieser Weg" wird sicherlich kein leichter sein, aber wenn alle zusammenhalten und friedlich bleiben, ist alles zu schaffen. (sm)

Mehr dazu unter: Xavier Naidoo ein Nazi?

https://youtube.com/watch?v=FQAzVR1Z6eU