Xavier Naidoos „anti-staatliche“ Song-Texte: OB Mannheims fordert Erklärung

Von 3. May 2017 Aktualisiert: 3. Mai 2017 14:47
Der Medienwirbel um Xavier Naidoos umstrittenen Song „Marionetten“ hat Mannheims OB alarmiert. Der Popstar soll ihm demnächst seine Texte erläutern.

Die „Söhne Mannheims“ werden demnächst bei einem Treffen mit Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) ihre Songtexte erläutern, nachdem speziell das Lied „Marionetten“ von Xavier Naidoo für Wirbel gesorgt hat. Grund dafür sind die Kooperationen, welche die Stadt mit der Band hat.

Auf dem neuen Album welches „MannHeim“ heißt, singt Xavier Naidoo ein Lied, in dem er korrupte und pädophile Politiker anprangert. Naidoo hatte in der Vergangenheit immer wieder mit politischen Anspielungen Kontroversen erregt.

Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein? … Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter“ (Xavier Naidoo)

Wegen dieser Zeilen rücken Medien ihn nun in die Nähe der Reichsbürger (ausschlaggebendes Wort ist „Sachverwalter“) und  „Meedia“ schreibt: „ Der „Marionettenspieler“, der Politik und Gesellschaft zu seinem Vorteil manipuliert, ist ein gängiges Bild des klassischen Antisemitismus.“ Der Text hat noch viel drastischere Zeilen, auch das Wort „Pizzagate“ fällt darin. (HIER lesen!)

Auf dem neuen Album beginnt außerdem ein Lied mit der Zeile: „In Deutschland darf man nicht mehr sagen, was man denkt.

Die Stadt Mannheim reagierte nun auf die Flut negativer Medienberichte. Gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung teilte sie mit: „Dass wir über diese Entwicklung nicht glücklich sind, versteht sich von selbst. Welche Konsequenzen sich daraus für uns ergeben, werden wir besprechen. Wir erwarten allerdings auch eine Erklärung der Söhne Mannheims zu den anti-staatlichen Aussagen in den Songtexten.“

Die Stadt kooperiert bei öffentlichen Veranstaltungen mit der Band.

Treffen mit OB geplant

Die „Söhne Mannheims“ haben daraufhin ein Gespräch mit dem OB vorgeschlagen. „Eine Klärung ist den Künstlern aufgrund ihrer Identifikation mit Mannheim und auch weil sie die von der Stadt vertretenen Werte der Toleranz, Offenheit und Demokratie teilen, wichtig“, heißt es seitens der Band. Der OB habe die Einladung bereits angenommen, das Gespräch soll möglichst in den nächsten Tagen stattfinden, berichtet der „Mannheimer Morgen“.

Vor drei Jahren hatte schon einmal ein Grundsatz-Gespräch zwischen Kurz und Naidoo gegeben, nachdem der Popstar in Berlin vor so genannten „Reichsbürgern“ aufgetreten war, berichtet der SWR.

Man braucht sich …

Die Stadt Mannheim und Naidoo haben zusammen eine Menge vor: Ein millionenschweres Kooperationsprojekt wäre ein gemeinsames Musik- und Medienzentrum, das in Planung ist. Die Naidoo/Herberger GmbH will mit einem Oldtimer-Park Mannheim zum Mekka für Liebhaber alter Autos machen und ein neues Wahrzeichen kreieren. Außerdem haben die Söhne gerade den Titelsong für das Mannheimer Fahrrad-Jubiläum geliefert.

Grüne fordern Bruch mit Naidoo

Die Mannheimer Grünen haben schon 2014 gefordert, die Stadt Mannheim solle Naidoo fallen lassen. Gerhard Fontagnier von den Grünen erneuerte nun diese Forderung. Er sagte dem SWR, Naidoo habe in einer Demokratie natürlich die künstlerische Freiheit, solche Texte zu schreiben. Er fühle sich aber persönlich beleidigt, wenn er als Lokalpolitiker als „Volks-in-die-Fresse-Treter“ bezeichnet werde. Er finde es unerträglich, dass sich ein solcher Song auf einer CD befinde, die den Titel „MannHeim“ trägt. Jetzt müsse eigentlich die Stadt aktiv werden.

Ähnlich äußerte sich der Mannheimer CDU-Bundestagsabgeordnete Egon Jüttner: „Kultur kann und darf Kritik üben“, sagte er laut „RNZ“. „Aber diese Wortwahl ist nicht vertretbar.“ Die Band müsse sich fragen, ob sie künstlerisch überhaupt ernst genommen werden will.

Eine Stellungnahme Naidoos gibt es bislang nicht.

Was die Band sagt

„Ich kann verstehen, dass da manche aufschreien. Aber das Lied ist kein Aufruf zur Gewalt, es ist ein Aufruf zum Dialog“, erklärte Band-Mitglied Rolf Stahlhofen.

„Ich verstehe das Lied als Appell zum Nachdenken darüber, dass Politik oft missbraucht wird. Und da wollen wir – mit zugegeben überzeichneten Worten – aufrufen, etwas dagegen zu tun“, sagte Sänger Henning Wehland zu Dpa.

Laut „RNZ“ gibt es auf dem Album „MannHeim“ auch „drei ausgewiesene Anti-Kriegs-Songs“, die „von der Rhetorik an den friedensbewegten Deutsch-Rock der 70er und 80er Jahre“ erinnern.

Wir unterhalten uns viel. Und meist darüber, was gerade auf der Welt passiert. Und dann ist es doch legitim, auch darüber zu singen (…) Natürlich hätten wir auch über Mensch, Welt, Tanzen und Leben schreiben können. Aber Sagrotan-Pop ist nicht so unsre Sache.“ (Rolf Stahlhofen von „Söhne Mannheims)

Siehe auch:

Xavier Naidoo sang gegen Satanisten, Pädophile und Kindermörder

Organisierter Kindesmissbrauch und mächtige Täter: Maischberger-Runde über Tabu-Thema

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