Zahl der aktiven Imame in Gefängnissen gesunken – derzeit noch 110 Prediger unterwegs

Epoch Times15. Februar 2018 Aktualisiert: 15. Februar 2018 10:45
Die Zahl der in deutschen Gefängnissen als Prediger aktiven Imame ist offenbar in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Dennoch sind noch immer 110 muslimische Prediger in Gefängnissen unterwegs.

Die Zahl der in deutschen Gefängnissen als Prediger aktiven Imame ist einem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Derzeit seien rund 110 Imame in den Haftanstalten bundesweit aktiv, berichtete die „Rheinische Post“ aus Düsseldorf am Donnerstag unter Berufung auf eine Umfrage in den 16 Ländern. Allein in Nordrhein-Westfalen habe die Zahl der Prediger für das Freitagsgebet noch vor drei Jahren bei 117 gelegen.

Hintergrund des Rückgangs seien vor allem in Nordrhein-Westfalen die seit einem Jahr verpflichtenden Sicherheitsüberprüfungen für Imame. Die große Mehrheit der vom Dachverband der türkischen Moscheegemeinden (Ditib) entsandten Imame verweigern demnach die Checks.

In Nordrhein-Westfalen sind laut „Rheinischer Post“ derzeit noch 25 Imame in den Gefängnissen aktiv – fünf davon von Ditib beziehungsweise direkt von den Generalkonsulaten entsandt.

Die Sicherheitschecks waren unter der rot-grünen Landesregierung vom damaligen Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) eingeführt worden. Sein Nachfolger Peter Biesenbach (CDU) hält daran fest.

„Ohne Sicherheitsüberprüfung kommt bei uns niemand mehr ins Gefängnis – keiner bekommt einen Vertrauensvorschuss, auch Ditib nicht“, sagte er. „Wir freuen uns über jeden, der religiöse Seelsorge anbieten will, aber wir behandeln alle gleich.“

In Baden-Württemberg sind laut der Zeitung 24, in Bayern 34 Imame tätig, darunter 17 von Ditib. Keine muslimischen Seelsorger gebe es in den neuen Ländern. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen arbeiteten keine Imame in Gefängnissen, auch nicht in Schleswig-Holstein. Grund sei nach Angaben der Länder, dass kein Bedarf bestehe. Im Einzelfall würden Muslime von anderen – etwa christlichen – Seelsorgern betreut. (afp)

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