ZDF-ARD-Skandal: Gericht erklärt GEZ-Vollstreckung für ungültig (+Video)

Epoch Times12. August 2014 Aktualisiert: 12. August 2014 16:17

Wer seine Rechnungen nicht bezahlen kann bekommt Ärger. Und wer die sogenannte "Demokratieabgabe" für den "Beitragsservice" von ARD, ZDF und Deutschlandradio, kurz GEZ, nicht bezahlen kann, dem wird umgehend mit Vollstreckung, Erzwingungshaft und Wohnungszwangsöffnung gedroht.

ARD und ZDF warnen nun mit roher Gewalt. Zu Beginn waren es nur Androhungen einer Vollstreckung aber seit kurzem lässt der Staatsfunk Taten folgen. Wer nicht bezahlen kann oder will, erhält einen "Vollstreckungsauftrag" der örtlichen Vollstreckungsbehörde. In diesem Dokument wird mit Erzwingungshaft und polizeilicher Wohnungszwangsöffnung gedroht. 

Die Zwangsöffnung der Wohnung dient dazu um nach Wertgegenständen zu suchen, die die ARD und der ZDF dann später verkaufen können. Falls es in der Wohnungen keine verwertbaren Gegenständen gibt, wird man eingesperrt. Es lässt sich erahnen, was dies für arme Leute bedeutet. Viele Menschen haben Angst und zahlen.

Bislang ist jedoch nicht wirklich geklärt ob das Beitragsservice, so werden die Zwangsgebühren gennant, überhaupt eine rechtliche Grundlage hat.

Wie das Nachrichtenportal quer-denken.tv nun berichtete, hat das Landgericht Tübingen in einem Fall entschieden, dass die Vollstreckungsmaßnahme der GEZ gegen einen unwilligen Zahler unwirksam ist. Der Grund: Gravierende Formfehler. 

Da die Vollstreckungsandrohungen bundesweit ganz ähnlich verfasst werden, könnte dieses Urteil nun bedeuten, dass alle diese haarsträubenden Vollstreckungen unwirksam sind. 

Quer-denken.tv hat die Anhaltspunkte des Landgericht Tübingen, an denen man überprüfen kann ob das Schreiben gültig ist, zusammengefasst:

Im Vollstreckungsersuchen für die Rundfunkbeiträge müssen die Gläubigerin und die Vollstreckungsbehörde korrekt genannt sein.

Ersuchen mit individuellen Gründen können nicht “automatisch erstellt" werden.  Sie müssen ein Siegel und eine Unterschrift aufweisen.

Der "öffentlich-rechtliche Rundfunkbeitrag" wird überhaupt erst erst nach einem wirksamem Bescheid fällig. Der muß individuell begründet sein.

Die rechtlich gegebene Möglichkeit des Schuldners, die Höhe des Beitrags selbst zu ermitteln, ersetzt nicht diesen Bescheid.

Eine einfache Zahlungsaufforderung ist kein solcher Beitragsbescheid. Es muß ein richtiger "Verwaltungsakt" sein. Ohne den gibt es keine Vollstreckungsvoraussetzung.

Das Vollstreckungsgericht ist befugt, das Vollstreckungsersuchen zu prüfen, wenn offenkundig der Ausgangsbescheid fehlt.

Hier der Drohbrief: 

[–Querdenken.tv hat Auszüge des Urteiles veröffentlicht–]

Inhalt des Urteil:

Im Vollstreckungsersuchen betreffend Rundfunkbeiträge müssen die Gläubigerin und die Vollstreckungsbehörde korrekt bezeichnet sein. Ersuchen mit individuellen Gründen sind nicht “automatisch” erstellt und bedürfen eines Siegels nebst Unterschrift. Der öffentlich-rechtliche Rundfunkbeitrag wird erst mit wirksamem Bescheid fällig. Die theoretische Möglichkeit des Schuldners, die Höhe des Beitrags selbst zu ermitteln, ersetzt nicht den zu begründenden Bescheid. Eine einfache Zahlungsaufforderung ersetzt nicht den Beitragsbescheid (Verwaltungsakt) als Vollstreckungsvoraussetzung. Das Vollstreckungsgericht ist befugt, das Vollstreckungsersuchen zu prüfen, wenn offenkundig der Ausgangsbescheid fehlt.

Ausführungen dazu:

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Am 6.12.2013 ist beim Gerichtsvollzieher beim AG Nagold ein Vollstreckungsersuchen eingegangen. Im Kopf des Schreibens findet sich links das Wort „Südwestrundfunk“ (ohne Bezeichnung der Rechtsform und ohne Anschrift etc.) sowie rechts das Logo des „ARD ZDF Deutschlandradio – Beitragsservice“ (künftig: Beitragsservice) nebst sämtlichen Adress- und Kontaktdaten.

Dieses Ersuchen stellt den zugrundeliegenden Vorgang detailreich dar; es werden Zahlungsrückstände und „Bescheide“ aufgelistet, es wird dargelegt, welche Zahlungen berücksichtigt wurden und von wann bis wann der Schuldner früher beitragsbefreit war. Weiter wird darauf hingewiesen, dass dieses mit „Vollstreckungsersuchen – Zweitausfertigung“ überschriebene Schriftstück in dieser Ausfertigung vollstreckbar wäre und die Beitragsbescheide unanfechtbar geworden wären oder Rechtsbehelfe gegen sie keine aufschiebende Wirkung hätten. Siegel, Name und Unterschrift sind nicht vorhanden.

[…]

a) Gemäß §§ 16 III, 15 IV Nr. 1 LVwVG BW muss das Ersuchen die Vollstreckungsbehörde unzweideutig (vgl. LG Ulm, 2 T 61/78, 22.12.1978 selbst bei elektronischer Herstellung) bezeichnen. Vollstreckungsbehörde ist der Südwestrundfunk als Anstalt des öffentlichen Rechts, der sich zur Durchführung der Vollstreckungshandlungen des nicht rechtsfähigen Beitragsservice bedient. Das Vollstreckungsersuchen bezeichnet jedoch die Vollstreckungsbehörde zum einen nicht ausdrücklich, zum andern nur unvollständig („Südwestrundfunk“ ohne Hinweis auf Stellung als Gläubigerin und Vollstreckungsbehörde sowie ohne Angaben der Rechtsform, der Vertretung und der Anschrift).

b) Gemäß §§ 16 III, 15 IV Nr. 1 LVwVG BW wäre ein Dienstsiegel und die Unterschrift des Behördenleiters oder seines Beauftragten erforderlich gewesen, da nicht ersichtlich ist, dass das Ersuchen mit Hilfe automatischer Einrichtungen erstellt wurde.

[…]

c) Die Bezeichnung des zu vollstreckenden Verwaltungsaktes gemäß §§ 16 III, 15 IV Nr. 2 LVwVG BW ist unzureichend.

[…]

Insgesamt müsste danach das Vollstreckungsersuchen folgende weiteren Voraussetzungen erfüllen: Vorausgehen müsste ein Beitragsbescheid als formaler Verwaltungsakt, der Beitragspflicht und Beitragshöhe feststellt bzw. festsetzt. In diesem Verwaltungsakt wäre die Beitragsgläubigerin namentlich umfassend und korrekt anzugeben, ebenso die Rechtsgrundlagen und der vorgesehene Rechtsbehelf. Der Bescheid selbst müsste vorliegend somit eindeutig den Südwestrundfunk (Anstalt des öffentlichen Rechts) als Beitragsgläubiger bezeichnen. Auf diesen Bescheid, ggf. ergänzt um einen Rückstandsbescheid, müsste für den Beitrag als solchen (ohne Zuschläge) das Vollstreckungsersuchen gestützt werden. Das Vollstreckungsersuchen wiederum müsste – beim vorliegenden Inhalt – gesiegelt und unterzeichnet sein.

HIER das vollständige Urteil.

Nachfolgend finden Sie zwei Beispiele für die wahrheitsgetreue und gut recherchierte Berichterstattung des ZDF und der ARD:

https://youtube.com/watch?v=9Eo0oVgImfs

Quellenverweis: 

http://quer-denken.tv