ZDF Gebäude in MainzFoto: Thomas Lohnes/Getty Images

ZDF-Doku „Mensch Putin“: Programmbeschwerde wegen Zweifel an Zeitzeugen

Epoch Times24. Februar 2015 Aktualisiert: 24. Februar 2015 14:36

Die "Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien" hat formal Beschwerde gegen die ZDF Dokumentation "Mensch Putin" vom 17. Februar 2015 eingereicht, berichtet das Nachrichtenportal "RT".

Gegenstand der Beschwerde ist ein Zeitzeuge, der behauptet, in DDR-Zeiten ein Nachbar des russischen Präsidenten Wladimir Putin gewesen zu sein. Laut ZDF war der Zeitzeuge ein Anti-Stasi Demonstrant und lebte im KGB-Wohnkomplex in Dresden. In diesem Wohnkomplex soll auch Putin gelebt haben.

Nach der Sendung tauchten aber mehrere Ungereimtheiten über die Angaben des angeblichen Nachbarn von Putin auf. Zuschauer gaben zahlreiche Hinweise, die dazu führten, dass die Publikumskonferenz eine Programmbeschwerde einreichte. 

Wie "RT" berichtet, ging es in der Beschwerde vor allem um zwei zentrale Kritiken und Fragen:

1. In der Sendung wird mehrfach der Plattenbau gezeigt, in welchem die Familie Putin gewohnt haben soll. Die Familie wohnte während ihres gesamten Aufenthaltes in der Radeberger Straße 101. Das ZDF zeigte jedoch ausschließlich einen Wohnblock "Am Jägerpark". Der in der ZDF-Dokumentation dem Zuschauer gezeigte Wohnkomplex war noch nicht einmal gebaut, als die Familie Putin in die Radeberger Straße einzog. In diesem Zusammenhang stellt sich für die Publikumskonferenz die Frage, wieso das ZDF nicht den tatsächlichen Wohnblock in der Radeberger Straße zeigte.

2. In der Dokumentation wird ab Minute 9:00 ein Herr Dannath als Demonstrant und Augenzeuge präsentiert, der laut dem ZDF an der Stürmung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Dresden an der Bautzner Straße beteiligt war und im weiteren Verlauf mit anderen Demonstranten die KGB Villa in der Angelika Straße 4 besetzen wollte.

Laut Publikumskonferenz konnten sich ehemalige Nachbarn nicht an einen Herr Dannath erinnern. Außerdem hätten in dem Gebäudekomplex der Eingänge 101, 103 ff. ausschließlich Familien gewohnt, in denen zumindest ein Ehepartner beim Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet hat. Nachdem Herr Dannath angeblich ein Anti-Stasi Demonstrant und an der Stürmung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit beteiligt gewesen war, ist es schwer vorstellbar, dass er oder seine Frau für den MfS gearbeitet hatten. 

Am Ende der Beschwerde zitierte die Publikumskonferenz die Programmrichtlinie des ZDF:

"Die Berichterstattung muss von vorbehaltlosem Willen zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit bestimmt sein. Zweifel an der Zuverlässigkeit einer Nachricht sind zum Ausdruck zu bringen." 


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion