ZDF-Doku „Mensch Putin“: Programmbeschwerde wegen Zweifel an Zeitzeugen

Die "Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien" hat formal Beschwerde gegen die ZDF Dokumentation "Mensch Putin" vom 17. Februar 2015 eingereicht, berichtet das Nachrichtenportal "RT".

Gegenstand der Beschwerde ist ein Zeitzeuge, der behauptet, in DDR-Zeiten ein Nachbar des russischen Präsidenten Wladimir Putin gewesen zu sein. Laut ZDF war der Zeitzeuge ein Anti-Stasi Demonstrant und lebte im KGB-Wohnkomplex in Dresden. In diesem Wohnkomplex soll auch Putin gelebt haben.

Nach der Sendung tauchten aber mehrere Ungereimtheiten über die Angaben des angeblichen Nachbarn von Putin auf. Zuschauer gaben zahlreiche Hinweise, die dazu führten, dass die Publikumskonferenz eine Programmbeschwerde einreichte. 

Wie "RT" berichtet, ging es in der Beschwerde vor allem um zwei zentrale Kritiken und Fragen:

1. In der Sendung wird mehrfach der Plattenbau gezeigt, in welchem die Familie Putin gewohnt haben soll. Die Familie wohnte während ihres gesamten Aufenthaltes in der Radeberger Straße 101. Das ZDF zeigte jedoch ausschließlich einen Wohnblock "Am Jägerpark". Der in der ZDF-Dokumentation dem Zuschauer gezeigte Wohnkomplex war noch nicht einmal gebaut, als die Familie Putin in die Radeberger Straße einzog. In diesem Zusammenhang stellt sich für die Publikumskonferenz die Frage, wieso das ZDF nicht den tatsächlichen Wohnblock in der Radeberger Straße zeigte.

2. In der Dokumentation wird ab Minute 9:00 ein Herr Dannath als Demonstrant und Augenzeuge präsentiert, der laut dem ZDF an der Stürmung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Dresden an der Bautzner Straße beteiligt war und im weiteren Verlauf mit anderen Demonstranten die KGB Villa in der Angelika Straße 4 besetzen wollte.

Laut Publikumskonferenz konnten sich ehemalige Nachbarn nicht an einen Herr Dannath erinnern. Außerdem hätten in dem Gebäudekomplex der Eingänge 101, 103 ff. ausschließlich Familien gewohnt, in denen zumindest ein Ehepartner beim Ministerium für Staatssicherheit gearbeitet hat. Nachdem Herr Dannath angeblich ein Anti-Stasi Demonstrant und an der Stürmung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit beteiligt gewesen war, ist es schwer vorstellbar, dass er oder seine Frau für den MfS gearbeitet hatten. 

Am Ende der Beschwerde zitierte die Publikumskonferenz die Programmrichtlinie des ZDF:

"Die Berichterstattung muss von vorbehaltlosem Willen zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit bestimmt sein. Zweifel an der Zuverlässigkeit einer Nachricht sind zum Ausdruck zu bringen." 

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/zdf-doku-mensch-putin-programmbeschwerde-wegen-zweifel-an-zeitzeugen-a1223112.html