100 Politiker protestieren: Es tobt ein Streit um muslimische Straßengebete in Pariser Vorort

Epoch Times16. November 2017 Aktualisiert: 16. November 2017 19:19
Rund 100 französische Politiker haben in einem Vorort von Paris versucht, das wöchentlich stattfindende muslimische Straßengebet zu verhindern. "Der Innenminister muss die Gebete verbieten", forderte der Bürgermeister von Clichy, Remi Muzeau.

In Frankreich demonstrierten rund 100 französische Politiker und zahlreiche Bürger gegen Muslime, die auf der Straße beten. Die Aktion fand letzten Freitag in Clichy, einem Vorort von Paris, statt.

Der Bürgermeister der Stadt, Remi Muzeau, hatte zum Protest aufgerufen. „Der Innenminister muss die Gebete verbieten“, forderte Muzeau, nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Als Protestteilnehmer Muslime vom öffentlichen Gebet auf der Straße abhalten wollten, kam es zu Zusammenstößen. Die Polizei musste eingreifen.

Der Streit in Clichy zieht sich schon das ganze Jahr über. Immer wieder hatten Gemeindepolitiker das Eingreifen der Regierung gefordert. Jedoch ohne Erfolg. Jetzt zogen die Politiker auf die Straße.

Muzeau: Im Gebet wurde zum „Mord“ aufgerufen

Bürgermeister Muzeau hatte in einem TV-Interview gesagt: In einem Gebet sei auf Arabisch zum Mord aufgerufen worden.

Gegen diese Äußerung will die muslimische Vereinigung „Union des associations musulmanes de Clichy-la-Garenne – UAMC“ jetzt gerichtlich vorgehen, berichtet „Euro News“. Der Politiker schüre Hass gegen Menschen muslimischen Glaubens, sagte der Anwalt der Vereinigung dem Sender.

„Wir haben das getan, was die Polizei schon längst hätte tun müssen“

Ein Protestteilnehmer sagte zu RT: „Frankreich ist ein säkulares Land, das keine Religion finanziert. Finanziert werden diese Menschen von Katar und dem saudi-arabischen Königreich. Sie wollen diese [säkulare] Lebensphilosophie zerstören.“

Hamid Kazed, der Präsident der UAMC erklärte dem Sender jedoch: „Sie [die Protestler] sind da, um zu provozieren. Es ist neun Monate her, dass wir erstmals auf der Straße gebetet haben. Es hat noch nie ein Problem gegeben und auch heute nicht. Wir wollen nicht auf der Straße beten, hören Sie damit auf. Aber mit dem Bürgermeister haben wir einfach keine Lösung gefunden. Das ist alles. “

Seit knapp neun Monaten versammeln sich Muslime jeden Freitag zum Gebet in einer Fußgängerzone in Clichy. Sie protestieren damit gegen die Schließung ihres Gebetsraums. Mit dem öffentlichen Gebet wollen die Gläubigen erwirken, einen neuen Gebetsraum zu bekommen.

Bürgermeister Muzeau meint aber, es gebe im Norden der Stadt eine Moschee, in der sie beten können. Nach dem Protest zeigte er sich zufrieden: „Wir haben das getan, was die Polizei schon längst hätte tun müssen.“

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https://www.youtube.com/watch?v=YI7nXjaJwVo

(so)

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