5G ohne ZTE und Huawei ist viel günstiger als von Lobbyisten prophezeit

Von 24. Oktober 2019 Aktualisiert: 25. Oktober 2019 8:03
Eine Studie von Strand Consult zeigt, dass der Ersatz und Ausschluss chinesischer Netzwerktechnik in Europa, wegen sowieso nötiger Modernisierungen, viel preiswerter ist, als Lobbygruppen glauben machen wollen.

Strand Consult veröffentlichte einen detaillierten Bericht, in dem Behauptungen widerlegt werden, dass ein Verbot von 5G-Produkten der chinesischen Telekommunikationsunternehmen Huawei und ZTE die Europäische Union 60 Milliarden Euro mehr kosten und die Einführung von 5G verzögern würde.

Der neue Bericht mit dem Titel „Die tatsächlichen Kosten für das Entfernen und Ersetzen chinesischer Geräte in Telekommunikationsnetzen“ reagierte auf eine Analyse der Global System for Mobile Association (GSMA), vom Juni 2019. Die GSMA ist eine Lobbygruppe des globalen Handels, die 800 Mobilfunkbetreiber und 300 Zulieferunternehmen vertritt. Die GSMA behauptete, dass das Verbot von Telekommunikationsausrüstung aus Chinas staatlich kontrollierten Firmen Huawei und ZTE zusätzliche 60 Milliarden Euro an Kosten und Verzögerungen um weitere 18 Monate für den Aufbau von 5G-Netzen in Europa verursachen würde.

Die GSMA argumentierte, dass, wenn man bedenkt, dass die beiden chinesischen Anbieter bereits einen Marktanteil von 40 Prozent bei drahtlosen Hardwareinstallationen in der EU halten, im Rahmen eines nationalen Sicherheitsverbotes „die Betreiber die bestehende Infrastruktur ersetzen müssten, bevor sie 5G-Upgrades durchführen“. Die Lobbyisten fügten hinzu: „Eine solche Verzögerung würde die Lücke in der 5-G-Durchdringung zwischen der EU und den USA bis 2025 um mehr als 15 Prozentpunkte vergrößern und damit Innovationen in den Bereichen Gesundheitswesen, Logistik und selbstfahrende Autos verzögern“.

Strand Consult argumentiert, dass die Analyse der GSMA nicht zutreffender Weise, „auf der Annahme beruht, dass der Markt für Netzwerkgeräte vollkommen wettbewerbsorientiert ist, was er nicht ist, und dass es kein Sicherheitsrisiko bei der Verwendung chinesischer Geräte gibt, das es gibt“.

Netzwerksicherheit in ständiger Gefahr

Strand Consult betont, dass die Bedenken hinsichtlich der 5G-Netzwerksicherheit mit der Integration von Software in Netzwerkgeräte zunehmen werden, die die Erkennung von Überwachungs-Backdoors immer schwieriger machen wird. Diese könnten später durch Software-Upgrades versandt oder nach Abschluss der Sicherheitskontrollen aktiviert werden. Strand Consult fragt, warum die EU-Telekommunikationsbranche Hardware aus China kaufen sollte, wenn die NATO niemals chinesische Kampfflugzeuge kaufen würde.

China hatte von 1989 bis 1999 keinen Marktanteil am europäischen Funknetz (RAN), als sich die Telekommunikationsbranche von 20 führenden Anbietern von 2G-Geräten auf 12 konsolidierte. Seit der Gründung von Huawei und ZTE im Jahr 2000 gibt es jedoch nur noch 5 hochkarätige RAN-Anbieter und die Chinesen halten einen dominanten Marktanteil von 40 Prozent.

Der Schlüssel zu Chinas Erfolg bei der Steigerung des RAN-Umsatzes in den letzten zwei Jahrzehnten hatte sehr wenig mit Technologie zu tun und alles, was mit aggressiv staatlich subventionierten Preisnachlässen und günstigen Kreditbedingungen bei chinesischen Staatsbanken zu tun hat.

Modernisierung der Hardware ist sowieso immer nötig

Aufgrund der raschen technischen Überholung innerhalb von nur drei Jahren belaufen sich die gesamten europäischen Investitionen in die Telekommunikation auf über 100 Milliarden Euro pro Jahr. Aber die gesamten europäischen Ausgaben für Funknetzausrüstung betragen nur etwa 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Angesichts des chinesischen Marktanteils von 40 Prozent schätzt Strand Consult die Kosten für den Ersatz der nach 2016 gekauften nutzbaren Huawei/ZTE-Geräte auf etwa 3 Milliarden Euro.

Da etwa 85 Prozent der 465 Millionen Menschen in Europa Mobilfunkdienste nutzen also etwa 395 Millionen Kunden, würden die „einmaligen Kosten“ für den Ersatz von Huawei/ZTE Infrastruktur etwa 7,20 Euro pro europäischem Mobilfunkteilnehmer betragen.

Da die gesamte derzeit installierte Infrastruktur über einen Zeitraum von drei Jahren sowieso ersetzt werden muss, um 5G europaweit einzusetzen, müssten die Mobilfunkbetreiber, über die nächsten drei Jahre, pro Kunde mit Kosten von 2,40 Euro pro Jahr rechnen.

Die GSMA behauptete, dass es weniger Wettbewerb geben würde, wenn Huawei und ZTE verboten würden, sodass Ericsson und Nokia, die zusammen etwa 40 Prozent des europäischen Marktes kontrollieren, die Preise erhöhen könnten. Aber Strand Consult erklärte, dass in den Vereinigten Staaten, wo Huawei bereits aus Gründen der nationalen Sicherheit verboten ist, Samsung mit besserer Technologie auf den Markt gekommen ist und Infrastruktur-Geräte zu niedrigeren Preisen als die chinesischen Anbieter verkauft.

Deutschland kündigte am 21. Oktober an, dass es Huawei nicht verbieten wird, 5G zu liefern. Aber Deutschland ist eine sehr einzigartige Nation mit einem globalen Außenhandelsüberschuss von 170 Milliarden Dollar. China ist mit 117 Milliarden Dollar an Importen der wichtigste Handelspartner Deutschlands.

Chriss Street ist ein Experte für Makroökonomie, Technologie und nationale Sicherheit. Er war CEO mehrerer Unternehmen und ist aktiver Autor mit mehr als 1.500 Publikationen. Außerdem hält er regelmäßig Strategievorlesungen für Doktoranden an führenden südkalifornischen Universitäten.

Das Original erschien in The Epoch Times (USA) (deutsche Bearbeitung von al)
Originalartikel: Report Discredits Claim That Banning Chinese Vendors From Europe’s 5G to Cost $62 Billion

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