An Österreichs Schulen tobt der Kulturkampf – FPÖ fordert „Erziehungscamps“ für gewalttätige Schüler

Epoch Times7. Mai 2019 Aktualisiert: 7. Mai 2019 20:04
In Österreichs Schulen eskaliert die Lage. In der Hauptstadt gibt es Pflichtschulen in denen 62 Prozent der Schüler nicht Deutsch als Muttersprache haben. Zudem gibt es Klassen in denen Lehrer eine Body-Cam brauchen - an Brennpunkt-Schulen gibt es Securitys.

In Österreich hat ein Fall eines gemobbten Lehrers für großes Aufsehen gesorgt. Der handgreifliche Konflikt in der HTL Ottakring in Wien vergangene Woche hat dem Lehrer schließlich das vorläufige Ende seiner Unterrichtstätigkeit und einem Schüler eine Disziplinarkonferenz eingebracht. Im Internet kursierende Videos zeigen, wie der Pädagoge den Jugendlichen bespuckt und von ihm gegen die Tafel gestoßen wird.

Doch vor dem Ausrasten des Lehrers soll dieser von den Schülern schon lange schikaniert worden sein. Im Internet veröffentlichte Handyvideos zeigen, wie er von Schülern unter einem Tisch kauernd mit Papierkugeln beworfen, mit einer Trillerpfeife drangsaliert oder von mehreren Schülern eingekesselt wird.

Der Lehrer soll diese Woche einvernommen und danach über dienstrechtliche Konsequenzen entschieden werden, hieß es am Samstag aus der Bildungsdirektion, berichtet die APA. Unabhängig davon hat die Schule bereits entschieden, diesen nicht mehr alleine in eine Klasse zu stellen und seinen Vertrag im kommenden Schuljahr nicht zu verlängern. Eine Disziplinarkonferenz soll außerdem etwaiges Fehlverhalten jenes Schülers untersuchen, der in dem Video den Pädagogen angegriffen haben soll. Auch mögliche Provokateure sollen sich verantworten müssen. Außerdem soll hinterfragt werden, ob Schüler möglicherweise auch etwas für die Kamera „inszeniert“ hätten.

Nur die Spitze des Eisbergs

Dieser Fall zeigt aber offenbar nur die Spitze des Eisbergs. Laut „OE24“ hätte der Vorfall in Ottakring eine „längst überfällige Diskussion über die Zustände an Österreichs Schulen ausgelöst“. Gemobbte Lehrer und Schüler, Gewaltexzesse und oftmals völlig chaotische Unterrichtszustände seien Realität, schreibt die Zeitung.

An den Wiener Pflichtschulen hätte die Mehrheit der Schüler Deutsch nicht mehr als Muttersprache. In machen Teilen Wiens gebe es ganze Klassen, in denen kein einziger Schüler mehr Deutsch sprechen würde. Alleine im vergangenen Jahr habe es an Österreichs Schule 845 An­zeigen wegen Gewalt gegeben. Das sind mehr als zwei pro Tag.

An vielen Schulen herrsche Chaos – an den öffentlichen Schulen in den Städten würde „längst ein Kulturkampf“ toben, schreibt das Blatt und fordert ein Handeln der Regierung. Die Integration in den Schulen müsse „zur Chefsache“ gemacht werden. Es brauche dringend einen Schulgipfel mit Kanzler, Bildungsminister, den zuständigen Bildungslandesräten und auch Betroffenen, fordert „OE24“.

Die „Kronen“-Zeitung fällt ein ähnlich erschütterndes Urteil über die Zustände in den österreichischen Schulen. Das Blatt schreibt bezugnehmend auf die Wiener Bildungsdirektion, dass 167 Schüler alleine im vergangenen Semester rausgeworfen worden seien. 2017/2018 seien insgesamt 278 Suspendierungen ausgesprochen worden. Somit fliegt jeden Unterrichtstag ein Schüler raus.

Hartes Durchgreifen gefordert

Die in den Videos beobachtbare „Boxringatmosphäre“ sei an Wiener Schulen auf jeden Fall inakzeptabel. Man werde bei Vorfällen wie diesen hart durchgreifen, sagte der Sprecher von Bildungsdirektor Heinrich Himmer, der auf jüngste Maßnahmen zum Umgang mit Gewalt an Schulen verwies, der APA.

Der Fall taugt aber weder für Lehrerbashing, weil die Mehrzahl der Lehrer gute Arbeit leistet, noch ist es ein Anlass, Schüler generell als Gewalttäter zu stilisieren.“

Die Wiener FPÖ sieht in dem Vorfall indes einen Beleg für einen Anstieg brutaler Übergriffe an Wiener Schulen und wiederholt in einer Aussendung vom Samstag ihre Forderung nach „Erziehungscamps“ zur „Resozialisierung“ von „gewalttätigen Problemschülern“.

Bildungs- und Jugendsprecher der FPÖ „schockiert“

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Mit Entsetzen habe der Bildungs- und Jugendsprecher der Wiener FPÖ, Stadtrat Maximilian Krauss, das Video aus der Ottakringer HTL verfolgt, hieß es in der Aussendung. Krauss sei über die Brutalität des angreifenden Schülers gegenüber der Lehrkraft schockiert.

Respektloses Verhalten ist leider kein Einzelfall – neu ist die unverblümte körperliche Gewalt gegen Lehrer“, berichtet Krauss von zahlreichen Gesprächen mit verängstigten Lehrern, Schülern und Eltern.

Das Video zeige leider nicht die Minuten vor der Eskalation. „Auch wenn das Verhalten des Lehrers letztendlich intolerabel ist, muss man jedoch auch berücksichtigen, was vorher passiert ist“, sagte Krauss. Die Frage sei für Krauss, wie sich der Lehrer hätte verhalten sollen.

Spucken ist sicher nicht die Reaktion der Wahl, aber gegen offensive Aggression ist man allein im Klassenzimmer hilflos. Ton und Bild geben eine aggressive Grundstimmung wider, die wir hinlänglich aus Parks und Öffis kennen. Solche Bilder verstören, dürften aber in vielen Schulen längst Realität sein“, kommentiert Krauss.

Besonders empörend sei allerdings die Reaktion der SPÖ-geführten Wiener Bildungsdirektion. Während Konsequenzen gegen den Schüler, der seinen Lehrer brutal gegen die Tafel schleudert, „geprüft“ würden, ist der Stadtschulrat bemüht, sofort Sanktionen gegen den Lehrer festzuschreiben – er muss die Schule verlassen.

Die rote Bildungsdirektion lässt hier ganz klar ihre Lehrer im Regen stehen. Kein Lehrer muss sich so ein Fehlverhalten gefallen lassen – dass man darüber überhaupt diskutiert ist völlig absurd!“, stellt Krauss klar und erneuert die Freiheitliche Forderung der Einführung von Erziehungscamps für gewalttätige Schüler.

„Die ungezügelte Masseneinwanderung“ – laut aktuellem RH-Bericht habe in Wiener Pflichtschulen mittlerweile 62 Prozent der Schüler nicht Deutsch als Muttersprache – führe in der Folge offenbar dazu, dass mittlerweile auch schon Lehrer eine Body-Cam brauchen und an Brennpunkt-Schulen eine Security zum Alltag gehören wird.

Die FPÖ fordere von der Wiener Bildungsdirektion strenge Sanktionen gegen aggressive und handgreifliche Schüler. „Wir dürfen die Lehrer, die in der Klasse den oft zugewanderten Problemschülern alleine und schutzlos gegenüber stehen, nicht in den Rücken fallen“, so Krauss abschließend. (so)