Arzt fordert Schließung von „Real Bodies“-Ausstellung – Präparierte Leichen könnten ermordete Falun Gong-Praktizierende sein

Epoch Times10. August 2018 Aktualisiert: 11. August 2018 8:38
"The Real Bodies"-Ausstellung wird zurzeit mit zwanzig Leichnamen und 200 Körperteilen, Föten und Organen im Birmingham National Exhibition Centre ausgestellt. Dr. David Nicholl des Stadtkrankenhauses in Birmingham geht der Quelle der ausgestellten Toten auf den Grund und fordert die Schließung der Ausstellung.

„The Real Bodies“-Ausstellung wird zurzeit mit zwanzig Leichnamen und 200 Körperteilen, Föten und Organen im Birmingham National Exhibition Centre (NEC) ausgestellt.

Nun schöpft ein Arzt Verdacht: Bei den Leichen handle es sich um ermordete politische Gefangene aus China. Er geht der Herkunft der Leichname auf den Grund.

Dr. David Nicholl, beratender Neurologe des Stadtkrankenhauses in Birmingham vermutet, dass die plastinierten Leichname in der Ausstellung „The Real Bodies“ aus chinesischen Arbeitslagern im Raum Dalian kommen, berichtet der „The Guardian“. Er selbst habe einen Kollegen und Facharzt in die Ausstellung geschickt, damit dieser sich Geschlecht, Alter und sonstige Merkmale der ausgestellten Körper notiere.

Laut Nicholls sei es verdächtig, dass alle zwanzig Leichname von jungen, männlichen Chinesen im ähnlichen Alter stammen. Ältere Menschen seien nicht zu sehen und das obwohl man normalerweise erst stirbt, wenn man alt ist, so der Arzt.

„Mir stellt sich die Frage, wie der Veranstalter mit dem Namen ,Imagine Exhibitions’ an so viele Leichname in Dalian gekommen ist und wie viele er tatsächlich bekommen hat“, sagt Nicholl gegenüber der britischen Zeitung. In einem Umkreis von einer Stunde Fahrtzeit in Dalian gebe es mehrere Arbeitslager, merkt er an.

In einer Erklärung der Medizinischen Universität Dalians heißt es: „Bei den Präparaten handelt es sich um unbekannte Leichen, die legal an das Stadtkrematorium Dalians überführt wurden. Von da aus wurden sie an medizinische Fakultäten in ganz China weiterverteilt und schlussendlich dem Dalian Hoffen Bio-Technique Laboratory zur Konservierung, zum Sezieren und Ausstellung gespendet.”

So wundert es auch nicht weiter, dass der Veranstalter von den ausgestellten Toten oder ihren Angehörigen keine Einverständniserklärung für das Ausstellen der Leichname vorweisen kann. Für Nicholls ist das unbegreifbar: „Warum haben wir hier Ausstellungen in unserem Land, wenn nicht einmal die Einverständniserklärungen der Ausgestellten vorgelegt werden können“, kritisiert der Arzt. Die Besucher würden betrogen.

„Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

In Israel ist die Ausstellung 2012 wegen dem Verdacht auf ermordete chinesische Gewissensgefangene und wegen Leichenschändung laut „Haaretz.com“ vom Obersten Gerichtshof verboten worden. Ebenso auch in Frankreich und Hawaii.

Der Investigativ-Reporter Ethan Gutmann vermutet ebenfalls, dass es sich bei den Leichen in der Ausstellung um ermordete politische Gefangene handelt, wird er im „The Guardian“ zitiert. Insbesondere Chinesen, die Falun Gong praktizieren – einer in China seit 1999 verbotenen religiösen Gruppe – seien betroffen. Während der Verfolgung sei es laut Gutmann zu Zigtausenden Inhaftierungen und Exekutionen gekommen.

Dafür spreche auch, dass sich die Medizinische Universität Dalians und das Masanjia Arbeitslager, eines der größten Arbeitslager das „auf Falun Gong spezialisiert war und mittlerweile geschlossen wurde“, in derselben Region befänden.

Gutmann fordert DNA-Tests der ausgestellten Leichenpräparate. Es handelt sich um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. „Hunderttausende von Menschen sind ermordet worden, nur weil sie Falun Gong praktizieren,“ so der Journalist.

May soll Ausstellung schließen

„Mit Hilfe einer DNA-Analyse kann man Übereinstimmungen finden und die Familien der Opfer herausfinden,“ so Gutmann. Die Menschen in England hätten das Recht zu erfahren, wer in der Ausstellung gezeigt wird und die Menschen in China hätten das Recht zu wissen, wo ihre vermissten Familienangehörigen sind.

Mittlerweile forderten Dr. Nicholl, Gutmann, Abgeordnete, Ärzte und Menschenrechtsaktivisten die britische Premierministerin Theresa May in einem Brief auf, die Ausstellung zu schließen.

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Der Organisator der Ausstellung Tom Zaller hingegen bezeichnet die Vorwürfe als „lächerlich“ und „Fake News” ohne jede Beweisgrundlage. Schließlich sei die Ausstellung bereits von Millionen von Menschen weltweit gesehen worden. (nh)

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