Protestmarsch von über 3000 Migranten aus verschiedenen Flüchtlingslagern in Attika am 19. März 2016.Foto: Panayotis ZAMAROS / AFP / Getty Images lesen

Athen: Anarchisten besetzen Uni-Gebäude als Notunterkunft für Migranten

Epoch Times28. März 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 16:44
In Athen haben Anarchisten in den vergangenen Wochen drei Gebäude besetzt und darin Notunterkünfte eingerichtet. Ein Teil der Uni ist schon seit einem Monat besetzt. Der Leitung drohte man Gewalt an.

Am 29. Februar wurde das historische Gini-Gebäude der Polytechnischen Universität in eine 6000-Quadratmeter Notunterkunft verwandelt und Migranten aus einer anderen Notunterkunft dort einquartiert.

Während Griechenlands Regierung händeringend nach möglichen Unterbringungen für Migranten und Flüchtlinge sucht, haben Athener Anarchisten und Aktivisten der linken Szene in den vergangenen Wochen einfach Fakten geschaffen. Das griechische Boulevardblatt „Proto Thema“ berichtete, wie ein Universitätsgebäude und zwei zuvor leerstehende Häuser im Stadtteil Exarchia besetzt wurden. Die Uni konnte nichts dagegen unternehmen. Die Besetzter hätten mit Gewalt gedroht, zitierte das Medium Insider. Die Uni-Leitung schweige, ebenso wie Studentenverbände. Die Öffentlichkeit sei entsetzt.

Auch zwei weitere Häuser in Exarchia und wurden eingenommen. Das Viertel gilt in der griechischen Hauptstadt als Hochburg der Autonomen-Bewegung.

Ziel der Aktion sei es laut Initiatoren, “permanente Unterbringung und in Zukunft netzwerkende Einrichtungen zu schaffen, die mittelfristig Ableger bilden und Strukturen bilden, die von Migranten und Flüchtlingen selbst betrieben werden können, um angemessene Lebensbedingungen für alle zu schaffen.”

Alle besetzten Häuser haben ihre eigenen Facebook-Seiten, auf der sie ihre Bedürfnisse durch Fotos und Ankündigungen kommunizieren können.

Auch das Alte Waisenhaus in Thessaloniki wurde im vergangenen Dezember auf ähnliche Weise besetzt und dort seitdem 150 Menschen untergebracht, berichtet Proto Thema.

In Griechenland sind derzeit 48 Migranten-Camps an verschiedenen Orten in Betrieb, die Regierung versucht derzeit noch weitere 19 einzurichten. Der Zustrom von Menschen sei trotz des EU-Türkei-Deals nicht abgeflaut, so Proto Thema. Täglich kämen Menschenzahlen im Tausenderbereich. Die Regierung versuche landesweit leerstehende alte Dorfschulen in abgelegenen Gebieten als Notunterkünfte zu erschließen. (rf)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion