Balkanländer mit Flüchtlingsstrom überfordert: „Sie kommen von allen Seiten“

Bosnien, Sarajevo: Hunderte von Zelten werden in der Hauptstadt aufgeschlagen. „Sie kommen von allen Seiten“, titeln lokale Medien.
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Migranten in einem Park in Sarajevo, Bosnien.Foto: ELVIS BARUKCIC/AFP/Getty Images
Epoch Times25. Mai 2018

„Die Flüchtlinge kommen über die neue Balkanroute: Für etwa 200 Euro winkt sie die Grenzpolizei von Griechenland nach Albanien durch, 100 Euro kostet der Übergang nach Montenegro, um 50 Euro geht es nach Bosnien“, schreibt die „Kronen Zeitung“.

Selbst über die Minenfelder aus dem Jugoslawien-Krieg suchen die Schleuser ihre Wege in das Herz Europas (Deutschland, Österreich, Schweden). Lokale Behörden gehen davon aus, dass 50.000 Menschen auf der neuen Route ihren Weg gen Norden suchen. Die Balkanländer sehen sich der Lage nicht gewachsen.

Aber auch nach Südeuropa (Spanien, Italien, Griechenland) gelangen immer mehr Flüchtlinge über die Mittelmeerroute. Doch nicht jeder schafft es an Land. Laut EU-Grenzschutzagentur Frontex haben es seit Januar 23.715 Flüchtlinge auf europäischen Boden geschafft, 619 seien ertrunken.

Migranten in einem Park in Sarajevo, Bosnien. Foto: ELVIS BARUKCIC/AFP/Getty Images

Die „Krone“ fragt: „Wann schließen Sie die Route, Herr Kurz?“ Vor einem Jahr war es noch ein Wahlversprechen des heutigen Bundeskanzlers Sebastian Kurz, die Mittelmeerroute schließen zu wollen.

Heute meint er: „Der Kampf gegen illegale Migration ist eine unserer Prioritäten. Es braucht einen totalen Systemwechsel: Migranten und Flüchtlinge sind an der EU-Außengrenze zu versorgen und von dort in ihre Herkunftsländer oder in sichere Zentren in Drittstaaten zurückzubringen.“

Der frühere Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern kontert: „Politische Großprojekte dieser Art lassen sich nur in enger Abstimmung mit den europäischen Partnern umsetzen. Statt einsam den Mond anzuheulen, soll sich die Regierung auf europäischer Ebene für gute Lösungen einsetzen. Zum Beispiel bei Rückführungsabkommen.“

Christian Kern (l,SPÖ) und Sebastian Kurz (r) in Wien. Foto: Hans Klaus Techt/dpa

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hält dagegen und meint, dass die viel diskutierte Umverteilung von Asylwerbern innerhalb Europas nicht die Lösung sein könne, sie würde im Gegenteil, weitere Einwanderer anlocken und die Geschäfte der Schlepper begünstigen. Der erste Schritt müsse es sein, Asylanträge nicht mehr in Europa stellen zu können, sondern auf dem jeweiligen Heimatkontinent.

Österreich übernimmt ab 1. Juli den EU-Ratsvorsitz für 6 Monate. Die türkis-blaue Regierung will dann das Thema Migration in den Fokus stellen. (rm)



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