Brexit-Referendum: „Verwirrung“ bei Deutscher Post – Hunderttausend Auslandsbriten fürchten um Wahlzettel

Epoch Times11. Juni 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 3:26
Die Auslandsbriten sind darüber besorgt, dass ihre Stimmen zum EU-Referendum am 23. Juni verloren gehen könnten. Der Grund dafür ist das Post-System innerhalb der EU.

Hunderttausend britische Bürger die in Deutschland leben befürchten nun, dass sie ihre Stimmen für das EU-Referendum nicht abgeben können, oder diese verloren gehen könnten. 

Der Grund: Die EU-Bestimmungen bei der Post. 

Nach Angaben der Deutschen Post wären zahlreiche Mitarbeiter wegen dem Format der britischen Pre-Paid-Umschläge, die den Briten die im Ausland leben als Briefwahl zum EU-Referendum zugesendet werden, "verwirrt". 

Die vom Absender bezahlten Umschläge würden nur im Rahmen des Internal Business Reply Service (IBRS) gültig sein, erklärte ein Sprecher der Deutschen Post, der britischen Zeitung "The Guardian". Deshalb hätten viele Post-Mitarbeiter die Umschläge aus Großbritannien abgelehnt, oder würden diese von den Wählern in Deutschland nicht zurück nehmen. 

Mehr als 100.000 britische Bürger sind in Deutschland registriert. 

Nach Angaben der Zeitung, entsteht die Verwirrung zum Teil dadurch, dass die EU die Größe der Standardbriefe innerhalb Europas noch nicht reguliert hat. Deshalb würden einige deutsche Postämter die britischen Bürger darüber informieren, dass die A5 Umschläge die ihnen mit IBRS zugesendet werden, von der Post nicht angenommen werden, da diese der deutschen Definition eines Standardbriefes – der nicht größer als 90x140mm und nicht schwerer als 50g sein darf – nicht entsprechen. Dies gilt auch dann, wenn die Wähler ihre Wahlzettel über die Post nach England zurückschicken wollen. Die Briefe werden von den Postmitarbeitern oftmals nicht angenommen, oder es wird ein zusätzliches Porto verlangt. 

Anders wie in Deutschland klassifiziert der nationale Postdienst im Vereinigten Königreich, Royal Mail, die A5 Umschläge als Standardbriefe.

"Da IBRS ein Produkt ist mit dem wir in unseren Filialen selten zu tun haben, kann es passieren, dass unsere Handelspartner die damit nicht vertraut sind ein Porto vom Absender fordert", sagte der Sprecher zum "Guardian". "In diesem Fall können die betroffenen Kunden die Umschläge in einem unserer 110.000 Briefkästen werfen." Er sagte, die Chancen seien "äußerst gering", dass die Briefe in den Briefkästen nicht nach England weitertransportiert würden.

Laut dem "Guardian" gab die Wahlkommission in einer Erklärung bekannt: "Wir wissen, dass eine sehr kleine Zahl von Wählern in Europa fälschlicher Weise informiert werden, dass die IBRS-Artikel von der Post nicht akzeptiert werden."

Weiters heißt es, dass Royal Mail bestätigt habe, dass IBRS in allen internationalen Filialen akzeptiert werden müsse. "Royal Mail arbeitet in enger Kooperation mit den Postbetreibern, damit die Briefwahl gewährleistet werden kann. Die Wähler werden darauf hingewiesen, dass, sobald eine Abstimmung im Postsystem landet diese auch weiterverarbeitet wird," so die Wahlkommission. 

Auch in anderen europäischen Ländern berichteten Auslandsbriten von Problemen bei der Briefwahl. Das Referendum zum Austritt Großbritanniens aus der EU findet am 23. Juni statt. (so)

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