Britischer Ex-Premier Blair würde sich im Kampf gegen den Brexit auch die „Hände schmutzig machen“

Epoch Times1. Mai 2017 Aktualisiert: 1. Mai 2017 9:26
Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair sei bereit, sich "die Hände schmutzig zu machen", um den Befürwortern des Brexit beim Referendum im Juni vergangenen Jahres eine Chance zu geben, ihre Entscheidung zu revidieren.

Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair will mit einer politischen Bewegung gegen den Austritt seines Landes aus der EU kämpfen.

Er plane zwar nicht, bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 8. Juni anzutreten, sagte der 63-Jährige der Zeitung „Daily Mirror“ vom Montag. Er sei aber bereit, sich „die Hände schmutzig zu machen“, um den Befürwortern des Brexit beim Referendum im Juni vergangenen Jahres eine Chance zu geben, ihre Entscheidung zu revidieren.

„Die Brexit-Sache hat mich motiviert, mich mehr in die Politik einzumischen“, sagte Blair, der sich zuletzt eher um außenpolitische Themen wie den Nahost-Konflikt gekümmert hatte. Er wolle sich nicht sagen lassen, dass er  „in diesem historischen Moment“ nichts unternommen habe.

Blair führte von 1994 bis 2007 die Labour-Partei, ab 1997 war er zudem für zehn Jahre Regierungschef. Blair geriet wegen des völkerrechtswidrigen Angriffs auf den Irak 2003 massiv in Kritik. Beobachter werfen ihm sowie dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, wegen der illegalen Irak-Invasion, Kriegsverbrechen vor.

Mays Pläne „schaden Großbritannien“

Die Pläne der konservativen Premierministerin Theresa May, den europäischen Binnenmarkt zu verlassen und ein Handelsabkommen mit der EU zu schließen, schadeten Großbritannien, sagte Blair dem Blatt. London will Ende März 2019 aus der EU austreten. Bis dahin muss ein Austrittsvertrag mit der EU vereinbart sein.

Die EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen bei ihrem Brexit-Sondergipfel ohne Großbritannien am Samstag einstimmig die Leitlinien für die anstehenden Austrittsverhandlungen. Gespräche über die künftigen Beziehungen mit London will die EU demnach erst dann führen, wenn wichtige Austrittsfragen wie die milliardenschweren Finanzforderungen an die Briten und das Schicksal der EU-Bürger im Vereinigten Königreich weitgehend geklärt sind. (afp/so)

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