„Brückeneinsturz“ in Genua – LKW-Fahrer berichtet von Explosion und Druckwelle

Epoch Times17. August 2018 Aktualisiert: 18. August 2018 8:12
Luciano Goccia überlebte den Brückeneinsturz dank eines Wunders. Der LKW-Fahrer sagte am Donnerstag, er wurde von einer Druckwelle mehrere Meter zurückgeschleudert. Sein Lkw, nur wenige Meter entfernt, wurde durch herabfallende Trümmerteile fast vollständig zerstört.

Luciano Goccia überlebte den Brückeneinsturz in Genua dank eines Wunders. Er sagte, er habe seine Lkw-Tür geöffnet als er unter der Brücke war und eine riesige Explosion hörte. Als er sich umdrehte, wurde er von einer Druckwelle getroffen und einige Meter nach hinten geworfen, und an die eine Wand geschleudert.

„Ich war gerade unter der Brücke angekommen, ich öffnete die Tür, um auszusteigen und hörte eine Explosion. Als ich mich umdrehte, wurde ich durch die Luft geschleudert und schlug an eine Wand und verlor meinen Atem. Die Druckwelle, die mich zurückwarf, rettete mir das Leben. Ich war in dem Laster dort“, sagte Goccia mit Blick auf seinen völlig zerstörten LKW.

„Die Druckwelle rettete mir das Leben“

Trotz eines gebrochenes Armes fühle er sich erstaunlich gut, besonders wenn man bedenke, was er durchgemacht habe, sagt der Italiener. Bei der Untersuchung seines völlig zerstörten Lastwagens, der aus den Trümmern der Brücke geborgen worden war, sagte Goccia, dass es ihm immer noch schwerfiel, seinen Truck anzusehen. Für Goccia ist es unfassbar, dass er überleben konnte.

„Ich fühle mich gesegnet“, sagte Goccia und fügte hinzu, dass er normalerweise zwei- bis dreimal täglich über die Brücke ging, als Teil seiner normalen Routine.

Bei dem Brückeneinsturz in Genua kamen am Dienstag mindestens 39 Menschen ums Leben, 10 Personen werden noch vermisst. Die vierspurige Autobahnbrücke, die die Hafenstadt Genua mit Südfrankreich verbindet, stürzte auf einer Länge von etwa 100 Metern in die Tiefe.

Kurz zuvor war ein heftiges Unwetter über die Stadt gezogen. Augenzeugen berichten zudem von mindestens einem „grellen Blitz“, der in den Hauptpfeiler der Brücke einschlug. Viele Experten bezweifelten jedoch, dass ein Blitzeinschlag oder der starke Regen zum Einsturz führte.

Die Autobahngesellschaft Autostrade per l`Italia bestätigte, dass vor dem Unglück an der 1967 eingeweihten und als marode geltenden Brücke gearbeitet wurde. Die Straßendecke der vor zwei Jahren renovierten Brücke, sollte dabei gestärkt werden.

Die Brücke wurde, wie im folgenden Video beschrieben, gerade wegen den Bauarbeiten laufend überwacht. Die Webcams der Überwachungskameras waren bisher nirgendwo zu finden.

Genua: Bomben, Explosionen, Knallgeräusche!

Trauerfeier: Angehörigen von 17 der 38 Opfer bleiben fern

Am Samstag (11.30 Uhr) findet in Genua eine Trauerfeier statt, an der Ministerpräsident Giuseppe Conte und Genuas Erzbischof, Kardinal Angelo Bagnasco, teilnehmen. Laut Presseberichten wollen aber die Angehörigen von 17 der 38 Opfer aus Verärgerung über die Regierung der Feier fern bleiben, weitere 7 hielten sich die Absage offen. „Es ist der Staat, der dies verursacht hat, die sollen sich hier nicht sehen lassen. Das Schaulaufen der Politiker war eine Schande“, zitierte die Turiner Zeitung „La Stampa“ die Mutter eines Opfers. „Wir wollen hier keine Farce von einer Beerdigung, sondern eine Feier zuhause“, sagte ein Vater.

Am Samstag will ganz Italien seine Trauer zeigen. An allen Flughäfen des Landes soll es um 11.30 Uhr eine Schweigeminute geben. Zwischen 22.00 und 23.00 Uhr gehen am Kolosseums ebenso wie am Trevibrunnen und dem Rathaus auf dem Kapitol die Lichter aus, die diese historischen Bauwerke in Rom gewöhnlich nachts anleuchten.

In der italienischen Fußballliga werden zum Saisonauftakt die Spiele der beiden Erstligisten aus Sampdoria und CFC Genua verschoben. In den übrigen Liga-Begegnungen soll es eine Schweigeminute vor Spielbeginn geben, und die Spieler sollen Trauerflor tragen.

Als Zeichen der Solidarität mit Italien lässt die EU-Kommission am Samstag vor ihren Gebäuden halbmast flaggen. Auch im Fürstentum Monaco wird halbmast geflaggt. Dessen Herrscherfamilie Grimaldi hat ihre Wurzeln in Genua. (reuters/dpa/ts)


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