Chinas langer Arm: Europaabgeordnete warnen vor Chinas Einmischungen im Kulturbereich

Von 9. März 2019 Aktualisiert: 9. März 2019 10:46
Tunne Kelam, ein hochrangiges Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments, erklärte, dass die Beeinflussung der KPCh in Bezug auf die Aufführung von "Shen Yun" in Madrid als "politische Einmischung" zu sehen ist. .

Das Europäische Parlament hat am Donnerstag ein Seminar zum Thema „Peking infiltriert Europa in kulturellen Angelegenheiten“ abgehalten. Bei dem Treffen wurde besonderes Augenmerk auf den Druck der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) auf das Königliche Theater von Madrid in Spanien im Januar gerichtet.

Durch den Druck der KPCh auf das Theater in Madrid wurden die Aufführungen des  Tanz- und Musikensembles von Auslandschinesen, namens „Shen Yun Performing Arts“, durch das Theater nur wenige Wochen vor der Aufführung abgesagt.

Shen Yun Performing Arts ist das führende klassisch-chinesische Tanz- und Musikensemble, gegründet in New York. Gezeigt werden in den Aufführungen der klassische chinesische Tanz, ethnische und Volkstänze, und Tänze, in denen Geschichten aus der 5.000-jährigen Geschichte dieser Hochkultur, die bis in das moderne China reichen, erzählt werden.

Mitglieder des Europäischen Parlaments wiesen auf dem Treffen darauf hin, dass das Eingreifen der KPCh bezogen auf die Aufführungen von „Shen Yun“ in Madrid darin begründet ist, dass sie das Tanz- und Musikensemble als eine Bedrohung für ihre Macht ansieht.

Das Seminar wurde von Louis Michel, Mitglied des Europäischen Parlaments, initiiert. Teilnehmer waren mehrere Mitglieder des Europäischen Parlaments, so auch der 30. Vorsitzende des Europäischen Ausschusses für Wirtschaft und Soziales. Außerdem nahmen Vertreter von den Veranstaltern der Shen Yun-Aufführungen aus Spanien und Belgien teil.

EU-Abgeordneter: „Beeinflussung der KPCh stellt eine politische Einmischung dar.“

Tunne Kelam, ein hochrangiges Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments, erklärte, dass die Beeinflussung der KPCh in Bezug auf die Aufführung von „Shen Yun“ in Madrid als „politische Einmischung“ zu sehen ist.

Er betonte die Bedeutung der kulturellen Freiheit. „Für mich ist es klar, dass die Beziehung zwischen den Ländern zunächst auf kulturellen Verbindungen und kulturellem Austausch basiert. Obwohl Wirtschaft und Politik wichtig sind, sollte die langfristige Basis kultureller Austausch sein – der frei sein muss”, so der EU-Parlamentsabgeordnete.

Kelam wies auch darauf hin, dass die Kultur, die die KPCh nach China „brachte“, eine „manipulierte“ Kultur wäre und einen veränderten kulturellen Ausdruck darstelle. Dies läge daran, dass die KPCh die kontinuierliche Weitergabe seiner jahrtausendealten Kultur, seines kulturellen Erbes unterbrochen hat und die traditionelle Kultur nicht wertschätze.

Trüpel: „KPCh sieht ihre Macht durch Shen Yun bedroht“

Helga Trüpel, stellvertretende Vorsitzende des Rates für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments und Mitglied der EU-Delegation, die sich um die Beziehungen zu China kümmert, kennt China gut. Auf dem Seminar am Donnerstag berichtete sie den Teilnehmern, dass sie vor einigen Jahren selbst die Shen Yun-Aufführung in ihrer Heimatstadt Bremen gesehen hat.

Sie lobte das Shen Yun Tanz- und Musikensemble aufgrund des hochwertigen klassischen chinesischen Tanzes, den es zeigt. „Ich habe in meiner Jugend selbst getanzt, sodass ich das Niveau eines Tanzes einschätzen kann. Das Niveau der Shen Yun-Tanzaufführung ist wirklich hoch.“

Dann führte die deutsche Parlamentarierin aus: „Es ist klar zu sehen, dass die KPCh Shen Yun ablehnt, weil sie deren Tanzaufführung als Bedrohung ihrer Macht ansieht.“

Und sie erklärte: Dass die KPCh seit Jahrzehnten versuchen würde, das chinesische Volk von seiner alten traditionellen Kultur zu trennen, um ihre eigene Macht auszubauen. Daher ist das Regime sehr wachsam, was den Einfluss solcher Tanzaufführungen angeht, die die alten und guten Traditionen der chinesischen Kunst hoch schätzen.“

Malosse: „Das chinesische Regime hat keine Zukunft.“

Henri Malosse, der 30. Vorsitzende des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, sah ebenfalls die Aufführung von Shen Yun. Er sagte: „Shen Yun stellt eine beeindruckende Leistung dar, denn Shen Yun zeigt die 5.000-jährige Geschichte und Kultur Chinas und deren Überlieferungsprozess. Diese Überlieferung ist sehr wichtig und zeigt, welchen Ursprung diese Kultur hat. Und wo es in der Entwicklung Chinas zukünftig hingehen wird.“

Europäische Kulturinstitutionen, Regierungen, Politiker und Volkswirtschaften sollten das chinesische Volk unterstützen sich nicht von dem Regime beeinflussen zu lassen. Dieses Regime hätte keine Zukunft, so Malosse.

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Der EU-Parlamentsabgeordnete Kelam rief dazu auf, dass Europa ohne Angst aufstehen müsse und auf der Grundlage von Zusammenhalt und Ethik entschlossen sein müsse, alle Kulturen der Welt, insbesondere die wichtige traditionelle chinesische Kultur , zu fördern, sodass sie sich ohne Druck entfalten könne.

Chinesischer Botschafter in Spanien gesteht Einflussnahme auf Theater

Das Shen Yun Tanz- und Musikensemble sollte von Ende Januar bis Anfang Februar dieses Jahres für zwei Tage und drei Vorstellungen im Königlichen Theater von Madrid auftreten.

Am 7. Januar, wenige Wochen vor den geplanten Aufführungen, sagte jedoch das Theater die Vorstellungen wegen angeblicher „technischer Schwierigkeiten“ ab. Das Teatro Real bestätigte diese Argumentation in einer E-Mail an The Epoch Times.

Am 28. Januar veröffentlichte die internationale Organisation „Tracing the International“ einen Untersuchungsbericht dazu.

Daraus geht hervor, dass am 22. Januar ein Ermittler den Botschafter der Kommunistischen Partei Chinas in Spanien, Lü Fan, getarnt als Minister der KPCh anrief. Er wollte herauszufinden, warum das Theater die bereits vertraglich zugesicherten Shen Yun-Aufführungen abgesagt hatte.

Botschafter warb mit dem großen chinesischen Markt

In dem Telefongespräch erklärte der Botschafter Lü Fan, wie er den Generaldirektor des Königlichen Theaters davon überzeugt hatte, Shen Yun abzusagen. Lü Fan warnte den Generaldirektor, „dass es sich das Theater nicht leisten kann, den chinesischen Markt dadurch zu verlieren“.

Lü Fan sagte dem Generaldirektor auch, dass der Direktor nicht nur über das wirtschaftliche Einkommen nachdenken solle, sondern auch über die Politik. Wenn man mit China zusammenarbeitet und die ‚International League of Theaters of the Silk Road‘ unterzeichnet, hätte man ein großes Potenzial auf dem chinesischen Markt. Dabei verwies der chinesische Botschafter auf ein Abkommen, das das Madrider Theater 2016 mit dem chinesischen Regime unterzeichnet hatte.

Außerdem vertraute der Botschafter dem vermeintlichen Minister an, dass er dem Theater sagte, sie sollten technische Gründe [als Tarnung] verwenden, um zu sagen, dass sie, da die Show in Eile gebucht wurde, nicht über die technischen Fragen nachgedacht hätten.

Gomez: „Einmischung der KPCh in Madrid ist nur die Spitze des Eisberges.“

Sandra Flores Gomez, Vizepräsidentin von Piano Arte Humano, der Veranstalterin von Shen Yun in Spanien, sagte, die Einmischung der KPCh beim Theater von Madrid sei nur die Spitze des Eisbergs. Er gehört zu den Vorfällen, die entlarvt wurden, nur deshalb sei er bekannt.

Die jüngsten Ereignisse in Madrid, genauso wie der Versuch der Beeinflussung durch die KPCh in Brüssel im Jahr 2014 und in Barcelona im Jahr 2014 zeigen, wie die KPCh die Aufführung von Shen Yun versucht zu stören. Tatsächlich aber würde die KPCh ständig versuchen, auf die Theater Einfluss zu nehmen.

„Wir sollten der KPCh nicht erlauben, so etwas zu tun. Wir müssen unsere Werte wirklich schützen, weil diese ein Symbol unserer Freiheit sind. Wenn wir nachgeben, sind wir verloren“, so Gomez.

Und sie erklärt weiter: „Also müssen wir jetzt darauf aufmerksam machen: Hören Sie, in Spanien entscheidet die KPCh, was die Spanier im Theater sehen können. Wir müssen unsere eigenen Ideen und Werte hochhalten, wenn wir mit China Geschäfte machen, wir können sie nicht aufgeben, wenn wir unter Druck gesetzt werden. Denn wenn wir das tun, verlieren wir unser Fundament als Europäer.“

Kelam: „Habt keine Angst, erliegt nicht der Versuchung dieser Diktatur!“

Matthias Slaats, ein Vertreter des Shen Yun-Veranstalters in Belgien sagte: „Wir haben dies [Beeinflussungen] in Brüssel viele Male bei den Shen Yun-Aufführungen erlebt – nicht nur in Brüssel, sondern in allen belgischen Theatern. Beamte der chinesischen Botschaft versuchten, die Theater, wo Shen Yun stattfinden sollte, unter Druck zu setzen, damit die Theater die Aufführungen absagen.“

Am Ende des Seminars sagte der EU-Parlamentsabgeordnete Kelam, dass die beste Schlussfolgerung des heutigen Treffens lautet: „Habt keine Angst, erliegt nicht der Versuchung dieser Diktatur, denn die Geschichte zeigt, dass alle Diktaturen zum Scheitern verurteilt sind.“