Comeback in Wien: HC Strache kehrt auf die politische Bühne zurück

Von 23. Januar 2020 Aktualisiert: 24. Januar 2020 7:50
In den Wiener Sofiensälen wird die neu gegründete Partei "Die Allianz für Österreich" (DAÖ) am Donnerstagabend ihren Neujahrsempfang abhalten. Mit Spannung erwartet wird dabei die Hauptrede des Abends, die Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache halten wird.

Mit großer Spannung wird am heutigen Donnerstagabend (23.1.) der Auftritt des langjährigen früheren FPÖ-Chefs und ehemaligen österreichischen Vizekanzlers Heinz-Christian Strache als Gastredner des Neujahrsempfangs der Partei „Die Allianz für Österreich“ (DAÖ) erwartet. Im Dezember hatten drei frühere FPÖ-Abgeordnete im Wiener Landtag ihren Austritt aus Partei und Fraktion erklärt und die neue Formation gegründet. Seither haben sich auch Abgeordnete aus zwei Bezirksparlamenten dieser angeschlossen.

Mehr als 800 Besucher erwartet

Der Gründer und Sprecher der DAÖ, Karl Baron, hat seit der Gründung der Partei erklärt, dass der Unmut über den Umgang der FPÖ mit HC Strache und seiner Frau Philippa, die als fraktionslose Abgeordnete im Nationalrat sitzt, der Hauptgrund für den Austritt und die Neugründung war. Die DAÖ solle nun als Plattform zur Verfügung stehen, sollte Strache sich zu einem Antritt als Spitzenkandidat zu den Wiener Gemeinderatswahlen im kommenden Herbst entschließen. Ob dies der Fall sein wird, dazu dürfte Strache sich heute Abend in seiner Rede äußern, zu der mehr als 800 Zuschauer vor Ort und eine Vielzahl weiterer Interessierter via Livestream erwartet werden.

Neujahrstreffen DAÖ mit Gastredner Heinz-Christian Strache:

HIER IM ORF-LIVESTREAM und auf Facebook:

Strache war im Mai des vergangenen Jahres als FPÖ-Chef und Vizekanzler zurückgetreten. Zuvor hatten Medien Ausschnitte aus illegal angefertigten Videoaufnahmen aus dem Jahr 2017 ausgestrahlt, die in Straches Urlaubsdomizil auf der spanischen Ferieninsel Ibiza angefertigt worden waren. Eine Frau, die sich als angebliche russische Oligarchennichte ausgegeben hatte, hatte Strache und den früheren FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus im privaten Rahmen unvorteilhafte Aussagen über Korruption und politische Gegner entlockt. Gegen die mutmaßlichen Hintermänner des Videos laufen nach wie vor Gerichtsverfahren.

Die FPÖ, die mittlerweile bundesweit nur noch mit 14 Prozent der Stimmen rechnen kann, hatte Straches Ibiza-Video für die schlechten Wahlergebnisse bei der EU-Wahlen und der vorgezogenen Nationalratswahl im September verantwortlich gemacht. Sie verweigerte seiner mittels Vorzugsstimmen ins Parlament gewählten Ehefrau Philippa die Aufnahme in die Fraktion und schloss am Ende beide aus der Partei aus.

Oe24-Chefredakteur traut Strache zehn Prozent in Wien zu

An der Basis regte sich darüber jedoch Unmut. Viele FPÖ-Anhänger warfen der neuen Parteispitze vor, Solidarität mit Strache vermissen haben zu lassen, der immerhin zum „Opfer eines kriminellen Komplotts“ geworden sei. Die Stimmen, die nach einem Comeback riefen, ebbten nicht ab – und Umfragen ließen erkennen, dass eine „Liste HC Strache“ Chancen hätte, zumindest bei den Wiener Gemeinderatswahlen einen Achtungserfolg zu erzielen.

Auch der Chefredakteur von „oe24“, Niki Fellner, traut der DAÖ unter der Führung von HC Strache ein Ergebnis von bis zu zehn Prozent zu. „Mit Gernot Rumpold hat er sich einen Werbe-Profi an Bord geholt, der genau weiß, wie er die Marke Strache inszenieren muss“, schreibt Fellner. „Da stört es auch nicht, dass der Rest der DAÖ wie ein hilfloser Haufen wirkt.“

Dass die FPÖ mit einem „farblosen“ Dominik Nepp an der Spitze stetig an Terrain verliere, erleichtere Strache den Neuanfang. Zudem, so Fellner, neigten Österreicher in der Politik nicht unbedingt dazu, nachtragend zu sein: „Ibiza-Video und Spesen-Affäre werden im Herbst bei der Wien-Wahl längst ver­gessen sein. Und im Wahlkampf wird der Profi ­Strache die FPÖ ordentlich abräumen.“

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