Das europäische Flammen Inferno

Von 11. November 2005 Aktualisiert: 11. November 2005 10:45

Brennende Autos, Busse in Flammen, mit Schrotkugeln beschossene Polizeiautos. Impressionen wie diese kennt man aus Bürgerkriegsszenarien in Afrika, ja. Aber in Europa? Gar im zivilisierten Frankreich? Man staunt nicht schlecht über die Zustände in den Pariser Vororten in den letzten Wochen.

Auslöser der Krawalle war bekanntlich der Unfalltod zweier Jugendlicher, die sich von der Polizei verfolgt fühlten. Dass dieser Anlass jedoch allein schuld an diesen unglaublichen Reaktionen beinahe in ganz Frankreich sein soll, kann ernsthaft niemand annehmen. Aber auch die lässige Aburteilung, dies wäre das Erbe der französischen Kolonialzeit, ist etwas zu einfach. Vergessen wir nicht, dass vor genau einem Jahr in Holland der Filmemacher Theo van Gogh von einem islamistischen Fanatiker ermordet worden ist, es auch in Großbritannien vor ein paar Wochen Straßenschlachten gegeben hat und in Wien bei den letzten Wahlen eine extrem rechtspopulistische Partei bei 15 Prozent der Wählerstimmen lag, um nur grob den Status quo zu schildern.

Machen wir uns also nichts vor, in Europa funktioniert das Zusammenleben zwischen den Kulturen nicht. Einerseits verlangt man von den Zuwanderern völlige Assimilation, großköpfig mutet man ihnen das Abstreifen der eigenen Identität zu, andererseits gettoisiert man sie in den Außenbezirken der Großstädte und gibt ihnen kaum vitale Zukunftsperspektiven.

Da es nun schon dieses Problem gibt, das historisch gesehen sehr gefährlich enden kann, tut die Politik gut daran, schnellst möglich an einer Lösung zu arbeiten. Jedoch ist hier eine gute Lösung gemeint und nicht unbedingt eine Lösung à la Nicolas Sarkozy, dem französischen Innenminister. Dieser meint offenbar, dass mit polemischer Säuberungsrhetorik plötzlich wieder Frieden und Sonnenschein herzustellen ist.

„Parallelgesellschaft“, dies ist das Stichwort, an welchem ab sofort in europäischer Zusammenarbeit akribisch an einer Lösung zu arbeiten sein wird. Eben diese Differenzierung der europäischen Eingeborenen und Zuwanderer, egal ob diese formell eingebürgert sind oder nicht, sorgt für massive Unzufriedenheit bei den benachteiligten Gruppen. Politische, soziale und erzieherische Maßnahmen werden anzustreben sein, um wieder Herr der Lage werden zu können. Erfahrungsaustausch zwischen den europäischen Staaten, um die optimalen Lösungen zu finden, ist gefordert. Dabei ist es ja gar nicht notwendig, dass wir zu einer europäischen Einheitsvolksmasse mutieren. Nein, kulturelle Vielfalt macht das Leben bunt. Man lernt von einander, fördert einander und respektiert einander. Eine großes Ziel, an dem jeder einzelne Europäer, aber auch die Zuwanderer zu arbeiten haben werden.

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