Dauerstreik in Frankreich: Wirtschaftsminister ruft Gewerkschaften zu Kompromiss auf

Epoch Times3. Januar 2020 Aktualisiert: 3. Januar 2020 19:54
Vorerst ist kein Ende der Streiks in Frankreich, wegen der Rentenpläne Macrons, in Sicht.

Im Streit um die geplante Rentenreform hat Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire die Gewerkschaften zur Kompromissbereitschaft aufgerufen. Mit Blick auf ein Treffen am kommenden Dienstag rief Le Maire die Gewerkschaftsvertreter auf, die „ausgestreckte Hand“ des Ministerpräsidenten Edouard Philippe zu ergreifen, „damit wir zusammen den Weg zu einem Kompromiss für diese Rentenreform finden“. Es sei notwendig, „sich bald wieder anderen Dingen zuzuwenden“, mahnte der Minister am Freitag.

Le Maire war zuvor mit Pariser Geschäftsleuten und Handwerkern zusammengetroffen, deren Umsatz durch die wochenlangen Streiks um 30 bis 40 Prozent zurückging, wie die französische Handwerkskammer CMA mitteilte.

Verkehr immer noch eingeschränkt

Unterdessen wurde erwartet, dass die Auswirkungen der Streiks auf den Fernverkehr am letzten Ferienwochenende abnehmen. Für die Rückreisewelle aus dem Weihnachtsurlaub geht die staatliche Bahngesellschaft SNCF davon aus, dass am Samstag sieben von zehn und am Sonntag zwei von drei TGV-Schnellzügen fahren werden. Der Pariser Nahverkehr bleibe „sehr beeinträchtigt“, es seien jedoch „leichte Verbesserungen“ zu erwarten, erklärte die Nahverkehrsgesellschaft RATP. Bis auf die beiden vollautomatischen Metrolinien eins und 14 werden die anderen Linien weiterhin nicht ständig bedient.

Präsident Emmanuel Macron will das komplizierte französische Rentensystem mit 42 verschiedenen Regelungen vereinheitlichen und das Milliarden-Defizit der Rentenkassen abbauen. Besonders umstritten ist die faktische Anhebung des Renteneintrittsalters von derzeit 62 auf künftig 64 Jahre.

Nicht weniger, sondern mehr Proteste erwartet

Für den 9. Januar sind die nächsten Massenproteste geplant, dann wollen Lehrer, Hafenarbeiter, Krankenhausangestellte und Mitarbeiter anderer Bereiche des öffentlichen Dienstes sich den Streiks in den Verkehrsunternehmen anschließen.

Für den 11. Januar riefen am Freitag alle Gewerkschaften, die die Rentenreform ablehnen, zum zweiten Mal seit dem 5. Dezember gemeinsam zu landesweiten Demonstrationen auf.

Bereits ab Dienstag wollen die Angestellten des Energiesektors vier Tage lang Ölraffinerien und Treibstoffdepots blockieren, wodurch Benzin knapp werden könnte. Zwei Gewerkschaften, die die Interessen der Piloten und des Kabinenpersonals der Fluggesellschaft Air France vertreten, haben für kommende Woche zum Streik aufgerufen. Auch Anwälte, Physiotherapeuten und andere Selbstständige, die günstige Ruhestandsregelungen haben, wollen kommende Woche die Arbeit niederlegen.(afp)

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