Deutsche NGO beschimpft Sebastian Kurz als „Baby-Hitler“

Epoch Times5. Januar 2020 Aktualisiert: 6. Januar 2020 8:14
Die deutsche Organisation Mission Lifeline hat den zukünftigen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz als "Baby-Hitler" beschimpft.

Ein Tweet der deutschen NGO Mission Lifeline sorgt für Aufregung. Die Organisation – die Migranten aus dem Mittelmeer holt – bezeichnet ÖVP-Chef Sebastian Kurz als „Baby-Hitler“.

Kurz hatte zuvor in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung die private Seenotrettung vor Libyen für Todesfälle im Mittelmeer verantwortlich gemacht. Kurz sagte: „Das Vorgehen der privaten Seenotretter führt am Ende zu mehr Toten. Es ist doch so: Durch das Retten im Mittelmeer und einem direkten Ticket nach Europa machen sich immer mehr auf den Weg und immer mehr ertrinken dadurch“.

All jene, die glaubten, etwas Gutes zu tun, müssten sich eingestehen, dass es diese erwiesene Steigerung der Toten durch ihr Vorgehen gebe. „Das bedauere ich zutiefst und werde es weiter bekämpfen. Es darf nicht darum gehen, was nach außen hin vielleicht gut aussieht, sondern was funktioniert. Ein Modell der privaten Seenotrettung funktioniert nicht.“

Die Aktivisten der Mission Lifeline reagierten empört und schrieben auf Twitter: „BabyHitler in der BILD: rechtsextrem“. Dann riefen die Aktivisten zum Spenden auf.

„Bild“-Journalist Paul Ronzheimer, der das Interview mit dem künftigen österreichischen Kanzler führte, kritisierte die Aktivisten auf Twitter. Er empfinde den Tweet als „widerlich und Beweis dafür, dass die Radikalisierung auch im linken Lager massiv zunimmt“.

Kurz kritisiert Erdogan

Kurz ist für seinen harten Kurs in der Migrationsdebatte bekannt. Er hat auch die Türkei scharf kritisiert und EU-Sanktionen ins Spiel gebracht. „Der Türkei-Deal funktioniert nicht ausreichend und Griechenland hat unsere volle Unterstützung verdient“, sagte Kurz der „Bild“. Man dürfe sich vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht erpressen lassen.

In seinem Land werden politisch Andersdenkende verfolgt, immer wieder Journalisten eingesperrt – und die Türkei versucht, Flüchtlinge und Migranten als Waffe einzusetzen.“

Auf die Frage, ob es Sanktionen gegen die Türkei brauche, sagte Kurz: „Es gibt immer mehrere Wege, der eine funktioniert durch Zusammenarbeit, der andere funktioniert durch Druck. Die EU hat viele Möglichkeiten, Erdogan Druck zu machen. Darüber sollten wir genauso nachdenken.“

Gleichzeitig sagte Kurz, dass Europa Grenzen schützen müsse, wozu auch die Seegrenzen gehörten. Auf die Frage, ob Seegrenzen überhaupt geschützt werden könnten, antwortete er:

Ja, natürlich kann man Seegrenzen schützen und man sollte sie auch schützen. Wir können dafür sorgen, dass Flüchtlingsboote erst gar nicht ablegen, wir können die Menschen, die gerettet werden, zurück in das Land bringen, aus dem sie gekommen sind. Schauen Sie sich Ägypten an. Von dort kamen einst tausende Flüchtlinge, heute niemand mehr, weil es ein funktionierendes System gibt.“

Kurz kündigte an, als Kanzler das Thema Migration auch in Europa „in die richtige Richtung“ lenken zu wollen, weil es notwendig für Europa sei und für eine christlich-soziale Verantwortung. „Es darf kein System geben, wo die Schlepper am Elend der Menschen verdienen“, so Kurz. (dts/so)

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