Es kommen weiterhin Migranten über das Mittelmeer - doch wo bleiben diese? Eine Reportage von JF-TV auf Malta und Sizilien (Im Bild der Vesuv, 12. Juli 2017).Foto: ELIANO IMPERATO/AFP/Getty Images

Die Asylkrise hat nie aufgehört – Dezentralisierung und gut organisierte Asylindustrie verbergen hässliche Bilder

Von 20. Juli 2017 Aktualisiert: 28. Juli 2017 21:37
Wo bleiben die in Italien ankommenden Zuwanderer? Reporter folgten den Bussen aus einem Hafen ins Innere von Sizilien, und entdeckten perfekte, verborgene Orte voller afrikanischer Migranten. Die Camps sind Sperrgebiet für Journalisten. Eine Recherche von JF-TV.

Auf Malta ist nicht viel von afrikanischen Migranten zu entdecken, stellten Reporter der jungefreiheit.de fest. NGOs haben sich hingegen in großer Anzahl in den Häfen von Malta niedergelassen. Wo bleiben die aktuell aus dem Mittelmeer Geretteten? Zumindest sind sie in den Orten im Stadtbild nicht zu finden – warum bittet Italien dann die EU um Hilfe?

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Italien Unterstützung bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zugesagt. „Italien hat Großartiges geleistet, was die Registrierung und die Ankunft der Flüchtlinge anbelangt“, sagte die Kanzlerin. Das Land habe eine „große Aufgabe zu bewältigen, bei der wir Italien solidarisch zur Seite stehen wollen“.

Andererseits wird vom Präsidenten des Flüchtlingsrates (Consiglio Italiano per I Refugiati, CIR), Christopher Hein, gesagt: „70 bis 90 Prozent dieser Zuwanderer aus Nigeria, Elfenbeinküste, Senegal oder Guinea haben gar keine Chance auf Asyl. Sie fallen auch nicht unter die von der EU beschlossenen Umverteilungsregeln.“

Nun stellte JF-TV in einem längeren Video seine aktuellen Recherchen vor. Was tun die NGOs vor Ort auf Malta und Sizilien? Ist das noch Seenotretten oder „Beihilfe zum Schleusertum“?

Und wo bleiben die Neuankömmlinge? Die Reporter folgten den Bussen aus einem Hafen ins Innere von Sizilien, und entdeckten perfekte, verborgene Orte voller afrikanischer Migranten. Die Camps sind Sperrgebiet für Journalisten.

Video: Die Flüchtlingslüge 2017 – Und es wiederholt sich doch (JF-TV Dokumentation)

Die internationale Behörde für Migration IOM geht davon aus, dass der Auswanderungsdruck so bald nicht nachlässt, berichtete dpa am 11. Juni 2017. So sei die Zahl der Menschen mit Auswanderungsplänen in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, berichtete die UN-Organisation als Ergebnis einer Analyse von Umfragedaten der Jahre 2010 bis 2015.

Die USA bleiben der Studie nach das beliebteste Ziel für Menschen mit Migrationsplänen. Deutschland liegt nach den IOM-Zahlen auf Platz sechs der Wunschliste hinter Großbritannien, Saudi-Arabien, Kanada und Frankreich.

Die Experten gehen von schätzungsweise 23 Millionen Menschen aus, die mehr als nur vage Pläne zur Auswanderung haben. Zu den konkreten Vorbereitungen zählten etwa Geld sparen, Sprache lernen und Visa-Anträge stellen.

Die Hälfte der Migrationswilligen lebt danach in 20 Staaten, angeführt von Nigeria und Indien. Acht davon sind afrikanische Länder. Insgesamt geht die Migrationsbehörde der Vereinten Nationen davon aus, dass es aktuell 244 Millionen Migranten weltweit gibt. (ks)

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