Die Bachheimer-Clubs – Die ersten bürgerlich freien Thinktanks

Von 14. May 2018 Aktualisiert: 14. Mai 2018 18:29
Das Newsportal Bachheimer.com ist in den zwei Jahren seines Bestehens im Netz ein Markenzeichen geworden für einen qualifizierten Meinungsaustausch über Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Als Fortsetzung entstanden im sozialen Leben die Bachheimer-Clubs als die ersten bürgerlichen freien Thinktanks!

Wie trafen uns mit Thomas Bachheimer in Berlin zu einem Gespräch über die wachsende Anzahl der nach ihm benannten Bachheimer-Clubs. Worüber er selbst fast mit Erstaunen sagt: „Bachheimer.com hat nicht nur Clubs, es hat 50 think- and dotanks. Ein freies Medium schafft eine Bewegung, die Menschen veranlasst sich zu treffen, auszutauschen und sich gedanklich und meinungsbildend weiterzuentwickeln.“

Was hier so ernst dasteht, klingt in der österreichischen Klangfärbung des Thomas Bachheimer aus der Steiermark heiter und anregend, der Impuls springt sofort über. Das kann man auch in seinen manchmal ruppigen Kommentaren spüren, aber trotzdem glaubt er unerschütterlich an den Sieg von Herz und Verstand, am besten innerhalb der Gemeinschaft.

Nach einem gemeinsamen Besuch im Berliner Bachheimer Club, an dessen Meinungsaustausch er sich fröhlich beteiligte, kam er auf den zentralen Punkt seines Engagements zu sprechen: „Wir sehen, dass eine Art Geisteskrise im Anmarsch ist, und dagegen wollen wir uns schützen, und das geht nur durch die Gemeinschaft in diesen Clubs.

Und zu dieser geistigen Analyse gehört auch ein soziales Leben, dass man sich sieht und beisammen ist. Dass man auch weiß, man kann sich im Krisenfall aufeinander verlassen kann, erst kommt diese geistige Verbindung, die materiellen Probleme kann man dann viel leichter angehen.“

ET: Herr Bachheimer, wie ist der Gedanke entstanden, Bachheimer-Clubs oder Stammtische zu gründen?

Bachheimer: Da schreibt mir ein Leser: „Während sich die Familie vor dem Fernseher beim „Tatort“ versammelt hat, lese ich Bachheimer.com, alleine, und ich würde so gerne andere Menschen treffen, die gleichgesinnt sind.“

Die meisten Leser haben wir am Sonntagabend, wenn der Tatort ist. Während sich die deutsche Familie zurückzieht, um Tatort zu schauen, ziehen sich die Individualisten der deutschen Familie, meistens die Väter, aus dem Wohnzimmer zurück und lesen Bachheimer. Da haben wir die meisten Leser, das ist wirklich so, am Samstag haben wir die wenigsten, am Sonntag haben wir die meisten.

Man sucht einen Raum, in dem man mit Gleichgesinnten kommunizieren kann, Gedanken austauschen kann und vor allem !!! für seine Ansichten nicht belächelt wird. Wenn Sie so wollen, kann man die b.com-Clubs als liberale Brutstätte und als Biotop der gedanklichen Freiheit und eines wiedererstarkten, gegenüber dem Staat selbstbewussten Bürgers sehen.

ET: Das war also gar keine komplizierte Geburt?

Bachheimer: Ich kannte das von anderen Bewegungen, ein Leser macht einen Stammtisch, ich rufe das auf meiner Seite aus, und flugs ist der erste entstanden, der war in München, und dann sind in kürzester Zeit gleich noch weitere entstanden. Mittlerweile sind es an die 50. Die meisten sind in Deutschland, wir haben dort auch die meisten Leser. In Österreich haben wie vier oder fünf, einen in Holland, einen in Spanien und in Belgien plant jemand einen.

Stellen Sie sich eine Gruppe von 50 – 100 Menschen vor, die sich kennenlernen, jeder dieser „Teilnehmer“ hat eine andere Geschichte, Erziehung, Erfahrung, Lebensweg und Einstellung. Doch eines ist mir bei all diesen Abenden aufgefallen – als Moderator, Beobachter, das ist der wertschätzende Umgang untereinander und miteinander! Es ist die ungeforderte Wertschätzung des Gegenübers, es gibt keinen Gleichstellungsbeauftragten, es gibt keinen Chef nur den Organisatoren im Bachheimer Club und dieser „Spirit“ zeichnet diese Zusammenkünfte aus.

Das ist aber kein Bachheimer-Stammtisch, um „Bachheimer-Gedanken oder – Ideologien“ zu frönen, sondern das hat mit mir als Person nur sehr wenig bis gar nichts zu tun.

Wir wollen keine Bewegung formatieren, nein, das wollen wir nicht. Das Problem ist, dass die Menschen sich nicht mehr oder nur ganz schwer austauschen und das ist sieht aus wie staatsgewollt. Dem wollen wir mit diesen Clubs entgegenwirken. Nur durch den gemeinsamen Austausch kann wieder unbedingte Freiheit entstehen!

ET: Sehen Sie besondere Gründe für den Bedarf an Bachheimer-Clubs?

Bachheimer: Ein besonderer Punkt ist die Anonymisierung der Gesellschaft, der virtuelle Austausch der Menschen, ob über WhatsApp, SMS oder FB … auch Twitter. Dies verstehen viele aus unserer Altersgeneration nicht oder können sich nicht in dieses System des „Darstellens oder Outens“ einfügen.

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Unsere „Altersgruppe“ ist aus einer Zeit der direkten Kommunikation, Interaktion und wenn Sie so wollen des „gemeinsamen Unternehmens“.

Die Anonymisierung unserer Gesellschaft, das Zerreißen von Banden … Familie, Freundeskreis oder auch der Arbeitsgemeinschaft lässt viele suchen, die Suche nach direkter Kommunikation,

sozialer Anerkennung und wenn sie so wollen auch direkter Konfrontation auf einem höheren Level der Diskussion. Dies sind die sozialpolitischen Gründe für b.com Clubs.

ET: Was für einen Hintergrund an kommunikativen Erfahrungen haben Sie in Ihrem Leben gehabt?

Bachheimer: Ich kenne die steirische Gesellschaft, ich bin ein Steirer, dort in der Steiermark bin ich auf dem Land aufgewachsen. Das wird zunehmend zerstört, aber früher einmal war es doch so, dass man zum Stammtisch ging, da war der Pfarrer, der Arzt, der Apotheker, der Lehrer, der Gastwirt, das waren die Rädelsführer, heute sagt man Opinionleaders, da wurde alles besprochen, der Redakteur vom Regionalblatt war auch da, und es ist auch analysiert worden, was passiert ist, oder geschehen wird, oder passieren könnte.

Genau mit diesem Gedanken sind die Bachheimer Stammtische entstanden. Es geht um die Analyse des Zeitgeschehens. Der Bürger muss wissen, was um ihn herum passiert, um seine eigenen Lebensentscheidungen besser treffen zu können. Das kann eigentlich immer nur regional passieren.

Deshalb haben die meisten Clubs auch ganz unterschiedliche Fragestellungen, Stile und Menschentypen in ihren Reihen – ganz nach den regionalen Bedürfnissen

ET: Wie geht man in den Bachheimer Clubs mit ganz konträren Meinungen um?

Bachheimer: Was jetzt durch die EU passiert, da will man sie eigentlich alle gleich scheren und auf das gleiche Niveau und die gleichen Gedankengänge trimmen. Deshalb will ich keine Zentrale für die Bachheimer-Clubs sein. Ich will nicht die EU für die regionale Individualität sein. Bei uns kann auch der links-grüne Umverteiler zum Stammtisch kommen, er wird mit Wertschätzung begrüßt, und es wird ihm gesagt, was das für ein Blödsinn ist, oder es wird ihm wissenschaftlich erklärt, oder auch nicht, vielleicht kann er uns auch belehren, aber es ist nicht so, dass die alle jetzt in eine Richtung denken müssen, das sollte nicht sein.

Was nun die Zukunft betrifft, hier findet sich durch alle Gesellschaftsschichten eine grundlegende soziale Angst, vor Veränderung, Verlust der nationalen oder auch kulturellen Identität.

Dies ist für viele verwirrend, bedrückend und dadurch strebt der Mensch in die Sicherheit der Gruppe, eine angeborene Eigenschaft aus der Frühzeit.

ET: Berichten die Clubs mal von ihrem Clubleben?

Bachheimer: Das ist ganz wichtig, wir wollen, um Individualität zu fördern, keinen Input in die Clubs geben, die Clubs müssen aber uns Inputs geben. Wir leben davon, dass die uns sagen, was in ihrer Region wichtig ist. Es gibt auch Überschneidungen, es gibt auch zentrale Themen, wie das Rechtssystem, das immer wieder diskutiert wird, dazu gibt es sehr viele Vortragende in den Clubs; sehr viele über Geld und Geldsysteme, aus der Welt komme ich ja, Banken-, Rechts- und andere Systemrisken, Medienarbeit etc,  – und damit stärken sie uns, auf manche Themen kämen wir gar nicht von allein.

Das Zweite, was sie tun damit, sie stärken sich selbst, sie stärken ihre Psyche und auch ihre Gemeinschaftlichkeit.

Das ist wie ein Dorf im Krisenfall, erst durch die Gemeinschaft konnte man auch Krisen überstehen. Es sieht so aus, als wäre in den letzten 50 Jahren das Bestreben in den europäischen Staaten dahin gegangen, möglichst viel an sich zu ziehen und die Bevölkerung zu Hilfsbedürftigen und von Vorschriften eingekreisten, wehrlosen Bürgern zu machen. Dem gilt es entgegenzuwirken!

ET: Nun könnte man meinen, bachheimer.com „versteirert“ Europa?     

Bachheimer: bachheimer.com bildet mit seinen Clubs etwas Einmaliges, welches nicht geplant werden kann, seine Mitglieder, Teilnehmer und auch Sympathisanten sind neben wenigen anderen solchen Bewegungen die ersten bürgerlichen freien Thinktanks!

ET: Spielt Angst vor der Zukunft eine Rolle?

Bachheimer: Wir sind keine Prepper, die sich treffen und empfehlen, wo sie fünf Kilo Nudeln kaufen, bevor die Krise kommt. Wir sehen eher, dass eine Art Geisteskrise im Anmarsch ist, und dagegen wollen wir uns schützen, und das geht nur durch die Gemeinschaft in diesen Clubs. Und zu dieser geistigen Analyse gehört auch ein soziales Leben, dass man sich sieht und beisammen ist.

Dass man auch weiß, man kann sich im Krisenfall aufeinander verlassen, erst kommt diese geistige Verbindung, die materiellen Probleme kann man dann viel leichter angehen.

ET: Man würde das nicht von der Oberfläche her vermuten, wenn man an Stammtisch oder Club denkt.

Bachheimer: Nein, die reden auch über das Rechtssystem zum Beispiel, die lernen einander wirklich kennen, sie wissen, dass sie dort nicht belogen werden, und wenn mal ein U-Boot oder Unruhestifter auftaucht, fliegt derjenige schnell auf, dann weiß man schon, wie man ihnen künftig aus dem Weg gehen kann. Aufhetzen kann man bei uns niemanden. Davor schützt die Gemeinschaft.

Wir hoffen auch, dass die Clubs einander kennenlernen und sich noch weiter vernetzen. Aber wir geben nichts vor, das soll alles freiwillig passieren, wir haben keinen Eintrittsmodus, keine Gebühren, wer Freude hat, die Organisation eines neuen Clubs zu übernehmen, der kann das tun. Wenn Gäste eingeladen werden sollen, dann einigt man sich auf Themen und Referenten. Eben freie Menschen in einer freiheitlichen Gemeinschaft.

ET: Was würden Sie als Ihre Botschaft bezeichnen?

Bachheimer: Niemand soll sich vor den nationalen Strukturen, Staatsapparaten etc. ducken müssen. Der Bürger soll wieder frei uns selbständig werden. Bachheimer.com möchte eine Umkehrung des urdemokratischen Auftraggeber – Auftragnehmer-Prinzips. Im Moment sind die Regierenden die Auftraggeber. Und das gehört wieder geändert. Dafür haben wir die Seite und die Clubs geschaffen, eine Rubrik, vielleicht auch einen Kanal, mit einer klaren Botschaft, das entscheidende „Warum“ und „Gemeinsam“ haben unsere Leser eigenständig entwickelt.

Dies ist aus einer ursteirischen Eigenschaft entstanden, der „Freiheit des Einzelnen“ und daraus resultierend der Schutz der Individualität durch die Gemeinschaft.

Darum ist die Freiheitsliebe und das Fördern der bürgerlichen Gemeinschaft von bachheimer.com gleichzusetzen mit dem Schutz und der Beförderung zu einer wieder freien Gesellschaft.

ET: Herr Bachheimer, wir danken für das Gespräch.

Das Gespräch führte Renate Lilge-Stodieck

Thomas Bachheimer ist Präsident der europäischen Sektion des Gold Standard Instituts International, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, „Währungsbenutzer“ über die Vorteile von nicht-politischen, gedeckten Währungen zu informieren. Seit zwei Jahren betreibt der ehemalige Hartgeld-Redakteur sein eigenes Newsportal Bachheimer.com  Es steht unter dem Motto: „Thinking outside the box“.                

Thomas Bachheimer besuchte im April in Berlin die Aufführung von „Shen Yun“.  Das Interview (2:44 min) von NTD TV sehen Sie HIER                   

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