Die Corona-Krise besiegelt das Schicksal der Flüchtlinge in der Türkei

Epoch Times1. April 2020 Aktualisiert: 2. April 2020 8:02
Der Traum von Europa ist für tausende Flüchtlinge und Migranten vorerst geplatzt. Soldaten haben die Menschen an der Grenze zurück in die Türkei befördert. Offenbar hat die türkische Regierung weitere Finanzhilfen aus der EU erhalten. Gelöst ist das Problem jedoch nicht.

Die tausenden Flüchtlinge, die in der Hoffnung auf einen Zugang zur Europäischen Union seit Wochen an der türkisch-griechischen Grenze ausharrten, haben nach offiziellen Angaben aus Athen das Grenzgebiet verlassen.

„Die Notunterkünfte wurden offenbar geräumt“, sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am 28. März. Laut der türkischen Nachrichtenagentur DHA wurden die Flüchtlinge wegen der Corona-Pandemie von den türkischen Behörden mit Bussen in Quarantäne-Unterkünfte gebracht, wo sie zwei Wochen bleiben sollen.

Die türkischen Behörden hätten sich zu diesem Vorgehen entschlossen, weil sie sicherstellen wollten, dass keiner der Flüchtlinge mit dem neuartigen Virus infiziert sei, berichtete DHA. Tatsächlich wurden bereits einige Fälle von infizierten Flüchtlingen im Grenzgebiet bestätigt.

Die Behörden gaben an, der Abtransport an der Grenze sei „auf Bitten der Migranten“ geschehen. Betroffene Flüchtlinge berichteten jedoch Gegenteiliges. Ein junger Syrer erzählte der „Welt“: „Um vier Uhr zwangen sie uns in die bereitgestellten Busse“. Zudem sei es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Migranten und türkischen Soldaten gekommen.

Die Deportation ist vorerst das letzte Kapitel der von der Türkei inszenierten Flüchtlingskrise. Nach der Abfahrt der Flüchtlinge brannte die Polizei nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders „ERT“ die Reste der Notunterkünfte nieder.

20.000 Menschen belagerten die Grenze

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Ende Februar die Grenzen seines Landes zur EU für geöffnet erklärt. Daraufhin kam es zu einem starken Migranten- und Flüchtlingsandrang an der Grenze zu Griechenland.

Anfang März hatten sich nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex rund 20.000 Menschen an der türkisch-griechischen Grenze versammelt. Danach unterstützen die türkischen Behörden, wie Medien berichteten, die Flüchtlinge und Migranten sogar bei der illegalen Einreise nach Griechenland und halfen dabei, die Massenangriffe auf den Grenzübergang des Nachbarlandes zu orchestrieren.

Griechische Behörden hielten dem Ansturm auf die Grenzen aber stand und drängten die Menschen teilweise unter Einsatz von Tränengas zurück. Viele Flüchtlinge blieben dessen ungeachtet im Grenzgebiet, ihre Zahl belief sich nach türkischen Angaben zuletzt auf knapp 5000.

Für Präsident Erdogan haben die Flüchtlinge und Migranten nun anscheinend ausgedient. Obwohl es seitens der Türkei heißt, die Menschen seien wegen Corona abtransportiert worden, berichten westliche Medien jedoch davon, dass weitere EU-Zahlungen der Grund für den Abtransport der Menschen gewesen seien.

Am Wochenende hat man das Problem mit den Migranten schließlich gelöst – zumindest vorerst.

Soylu: „Niemand sollte sich zu wohlfühlen“

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu betonte bereits, dass die Entspannung der Krise nur vorübergehend sei. „Niemand sollte sich zu wohlfühlen. Wenn die Corona-Epidemie vorbei ist, werden wir keinen Migranten davon abhalten, an die türkisch-griechische Grenze bei Pazarkule zurückzukehren“, sagte er nach Angaben der „Welt“.

Aber ob die Flüchtlinge und Migranten erneut an die Grenze – 1400 Kilometer von ihrem derzeitigen Aufenthaltsort entfernt – zurückkehren werden, ist fraglich. Die Bedingungen für die Geflüchteten im Grenzgebiet sind sehr schlecht.

Jetzt würden sie so wie Gefangene in Lagern sitzen, beschreiben die Betroffenen die Zustände im türkischen Malatya. Dort sind die Flüchtlinge in einem umzäunten Auffanglager untergebracht.

„Es ist wie im Gefängnis“, sagte ein Iraner, der mit seiner Familie in Malatya sitzt, der Zeitung. Niemand dürfe aus dem bewachten Gelände hinaus. Essen gäbe es nur einmal am Tag. „Eine völlig ungenießbare Suppe mit Brot, für die man stundenlang anstehen muss“, erzählt er.

An der Grenze sei ihnen gesagt worden, dass sie wegen der Corona-Pandemie abtransportiert würden, erklärt der Iraner weiter. Aber Präventionsmaßnahmen gegen die Verbreitung des gefährlichen Virus seien nicht zu erkennen gewesen.

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„Wir wurden in den Bus gesteckt, da ist nichts passiert. Und auch im Lager ist nichts getan worden, um uns vor dem Virus zu schützen.“ Menschen stünden ohne Mundschutz oder Handschuhe in der Schlange vor der Essensausgabe. Auch das Personal habe keine Schutzkleidung.

Die Zukunft der Menschen in den türkischen Lagern ist ungewiss. Aber auch in Griechenland spitzt sich die Lage mit den Flüchtlingen immer weiter zu.

Evangelische Kirche für Flüchtlingsaufnahme

Deshalb haben die Bischöfe der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland sich nun für die Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten aus den griechischen Lagern ausgesprochen. Trotz der COVID-19-Pandemie in Deutschland dürfe nicht aus dem Blick geraten, dass Tausende Geflüchtete in Lagern auf den griechischen Inseln und im Grenzgebiet zur Türkei in katastrophalen Zuständen leben müssten, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben der Bischöfe an die Bundesregierung.

„Bei aller Sorge um die eigene Krise: Wir erkennen es als unsere Pflicht, darauf hinzuweisen, welches Elend vor unseren Türen stattfindet“, heißt es in dem von Landesbischof Friedrich Kramer und den fünf Regionalbischöfen verfassten offenen Brief weiter.

Sie selbst stünden bereit, den Behörden bei der Unterbringung, Verpflegung und Betreuung von Menschen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln behilflich zu sein. „Wir rufen Sie in der aktuellen Situation auf: Setzen Sie sich für die Geflüchteten ein, damit ihnen kurzfristig und unbürokratisch geholfen werden kann.“

Das Kirchengebiet der EKM umfasst im Wesentlichen die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen. (so/dpa/afp)

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