EM-Beginn in Frankreich: Fußballfieber und Terrorangst – 90.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

Epoch Times10. Juni 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 21:23
In diesem Liveticker bringen wir einen Gesamtüberblick über die Lage in Frankreich, zur EM. Aktuelle Themen wie: Terrorgefahr, Unwetterkatastrophe, Streiks und Demonstrationen.

{refresh} Der Countdown zur EM 2016 läuft: Von 10 Juni bis zum 10 Juli 2016 wird die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich statt finden. 

Wir beenden den Live-Ticker hier. 

+++ 10.06.2016 +++

In Frankreich beginnt am Freitagabend unter strengen Sicherheitsvorkehrungen die Fußball-Europameisterschaft. Im Eröffnungsspiel trifft die französische Nationalmannschaft im Stade de France bei Paris auf die Auswahl aus Rumänien, Anpfiff ist um 21:00 Uhr. Bereits am Donnerstagabend hatten Zehntausende Menschen die Eröffnung der Fanmeile am Eiffelturm gefeiert, Höhepunkt war ein Auftritt von Star-DJ David Guetta. Während der vier Wochen des Turniers sind mehr als 90.000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Fanmeile zur Fußball-EM am Pariser Eiffelturm eröffnet

Schon gestern, einem Tag vor dem Eröffnungsspiel der Europameisterschaft ist die Fanmeile am Pariser Eiffelturm eröffnet worden. Bereits am Nachmittag kamen Besucher auf das für bis zu 92 000 Menschen konzipierte Gelände auf dem Marsfeld. Wegen der extremen Sicherheitsvorkehrungen nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres in Frankreich bildeten sich lange Schlangen vor den Kontrollpunkten.

+++ 09.06.2016 +++

Die französische Bahn hat Besuchern des EM-Eröffnungsspiels geraten, wegen des anhaltenden Eisenbahnerstreik möglichst früh zum Stadion zu fahren. Dazu rief der Regionaldirektor für die Pariser Vorortzüge, Alain Krakovitch, auf seinem Twitteraccount auf. Er bat die Fans zudem, auf dem Rückweg nach dem Spiel ebenfalls Geduld zu haben. Französische Eisenbahner streiken seit mehr als einer Woche gegen neue Arbeitszeitregelungen.

"Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen"

Bundesinnenminister Thomas de Maizère hat kurz vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft für einen Besuch von Public-Viewing-Veranstaltungen und Stadien geworben. „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen“, sagte er dem Sender n-tv. Die Sicherheitsbehörden seien sehr achtsam, die Franzosen seien sehr gut vorbereitet. In einer Yougov-Umfrage hatte knapp ein Drittel der an Fußball interessierten Erwachsenen angegeben, aus Furcht vor Anschlägen öffentliche Plätze meiden und die Spiele nicht auf Großleinwänden verfolgen zu wollen.

Die Gefühle sind gemischt: Einen Tag vor Beginn der Fußball-EM in Frankreich herrscht bei den Fans vor Ort die Vorfreude gepaart mit Terrorangst. Seit den Terroranschlägen steht die einstige Grande Nation unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Das Parlament hat den Ausnahmezustand, der nach der Terrornacht vom 13. November 2015 verhängt worden war, bis Ende Juli verlängert. Dies gibt den Behörden Sonderrechte, sie können mutmaßliche Gefährder etwa ohne Richterbeschluss unter Hausarrest stellen. 

Während des Sportevents wird die Stadt zur Festung. Hier ein Überblick: 

– 72.000 Polizisten und Gendarmen sind für die Europameisterschaft im Einsatz. Zudem sind Tausende Mitarbeiter des Zivilschutzes und der Feuerwehr im Einsatz. 

– Die Veranstalter haben 13.000 private Sicherheitsleute angestellt um alle Besucher der Stadien und Fanmeilen gründlich zu kontrollieren.

– An den Stadien und Fanzonen stehen schwer bewaffnete Spezialeinheiten bereit, damit sie im Fall einer Bedrohung schnell eingreifen können.

– 180 Polizisten aus den Teilnehmerländern helfen den Franzosen, darunter vor allem Kenner der jeweiligen Hooligan-Szene. Wie das "Tageblatt" berichtet sind diese zum Teil bei den Spielen ihrer Mannschaften dabei, zum Teil arbeiten sie in einem internationalen Koordinationszentrum nahe Paris.

+++ 08.06.2016 +++

Es wird weiterhin gestreikt

Auch noch kurz vor der EM gehen die Streiks in Frankreich weiter. Bei Bahn, Müllabfuhr und in Ölraffinerien wird gestreikt. Durch die Bahnstreiks kommt es zu Behinderungen. Diese waren heute aber etwas geringer als in den Vortagen, es rollten 80 Prozent der TGV-Schnellzüge und 60 Prozent der Intercity-Züge. Bei den Pariser Vorstadtzügen fiel aber nach wie vor jeder zweite Zug aus. Grund der anhaltenden Streiks ist die umstrittene Arbeitsreform der Hollande-Regierung. 

Drohnenverbot über den Stadien

Frankreich rüstet sich für die EM in zwei Tagen und verhängt ein Drohnen-Verbot über den Stadien. Der Sicherheitschef des EM-Organisations-Komitees, Ziad Khoury, sagte, herumfliegende Drohnen würden abgefangen, berichtet die "Deutsche Welle". Man plane nicht, sie abzuschießen, werde aber versuchen, sie unter Kontrolle zu bringen, sobald man Drohnen in der Nähe der Spielstätten entdecke. Darüber hinaus wird es während der Turniere es mehrere Sicherheitszonen rund um die zehn EM-Stadien geben. Die Zuschauer werden mehr als einmal kontrolliert, bevor sie die Stadien betreten. 

Frankreich glaubt nicht an Terror-Hintergrund eines Landsmanns

In Frankreich hegt man Zweifel an der ukrainischen Darstellung, wonach ein in dem osteuropäischen Land festgenommener Franzose eine grossangelegte Anschlagsserie während der Fussball-Europameisterschaft geplant habe.

"Wir neigen zurzeit dazu, die Angelegenheit als Fall von Waffenschmuggel zu betrachten", sagte der ermittelnde Staatsanwalt Thomas Pison am Dienstag, berichtet "Reuters". Wegen der Zweifel an einem terroristischen Hintergrund werde von den Behörden erst entschieden, ob eine Auslieferung des Festgenommenen beantragt werde.

Anti-Terror-App für EM

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Zwei Tage vor Beginn der EM in Frankreich will die Regierung bereits zusätzliche Schutzmaßnahme ergreifen und startet am Mittwoch eine mobile App, die Benachrichtigungen über mögliche Terroranschläge senden wird, berichtet "Sputniknews".

Das französische Innenministerium konzipierte eine kostenlose App in englischer und französischer Sprache. Bei der Registrierung müssen sich Nutzer zunächst mit der Bestimmung ihrer Position einverstanden erklären, damit sie jeweils Benachrichtigungen über Zwischenfälle in ihrer Nähe bekommen können, so "Sputnik". 

Demnach werden Benachrichtigungen innerhalb von 15 Minuten ab dem eigentlichen Zwischenfall zugeschickt, sobald die Echtheit der Gefährdungslage bestätigt ist. Die Nutzer könnten auch Informationen über weitere acht Zonen in ihrer Nähe prüfen. 

Darüber hinaus soll es in der App auch eine Liste mit Tipps geben, wie man die eigene Sicherheit in verschiedenen Situationen schützen kann. 

Bundespolizisten dürfen während EM in Frankreich doch Waffen tragen

Deutsche Bundespolizisten haben laut eines Berichts von "Bild" (Mittwoch) jetzt doch die Erlaubnis erhalten, mit Dienstwaffe zur Fußball-EM nach Frankreich zu reisen. In einem vertraulichen Lagebericht (Geheimhaltungsstufe: "VS – Nur für den Dienstgebrauch") der "Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze – ZIS" (Stand: Ende Mai 2016) steht: "Des Weiteren hat Frankreich zugesagt, dass das Mitführen von dienstlichen Schusswaffen, sowie Zwangsmitteln wie Reizstoffsprühgerät und Einsatzmehrzweckstock, nunmehr zulässig ist." Damit können sich die deutschen Polizisten im Ernstfall selbst schützen.

Verkehrsregeln in Frankreich

Die Verkehrsregeln in Frankreich sind etwas anders als die in Deutschland. Wer zur EM ins Nachbarland fährt, sollte das wissen. Auch die Strafen sind härter als hierzulande.

Auf Landstraßen gelten 90 km/h, auf Autobahnen dürfen Autos höchstens 130 km/h fahren. Radarwarngeräte und Navigationsgeräte mit entsprechender Funktion sind grundsätzlich verboten. Bei Missachtung drohen hohe Bußgelder. Zudem ziehen die Polizisten das Gerät ein. 

Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 20 km/h zahlt man mindestens 135 Euro, bei mehr als 50 km/h werden es bis zu 1.500 Euro. In der Regel wird aber vor Radarfallen mit Verkehrsschildern gewarnt.

Wie in Deutschland gilt auch in Frankreich eine Promillegrenze von 0,5. Fahranfänger dürfen in Frankreich maximal 0,2 Promille Alkohol im Blut haben. Jeder Fahrzeughalter ist auch dazu verpflichtet, einen Alkoholtest dabei zu haben.

Autofahrer müssen in Frankreich festes Schuhwerk tragen. Flip-Flops und ähnliches Schuhwerk sind verboten. Es droht ein Bußgeld von 75 Euro. Straßenbahnen haben in Frankreich immer Vorfahrt.

In Frankreich sind fast alle Autobahnen und zahlreiche Schnellstraßen auch für Pkws gebührenpflichtig. Die Maut bezahlen Autofahrer direkt an der jeweiligen Straße.

Auch wenn die Bußgelder nicht direkt vor Ort fällig sind, sollten Fußballfans lieber bezahlen. Denn die Bußgelder können seit Oktober 2010 auch im Nachhinein EU-weit vollstreckt werden.

Räuber überfallen McDonald’s voller Elitesoldaten

In Ostfrankreich haben zwei Männer am Sonntag eine  McDonald’s-Filiale überfallen. Das Problem: Dort saßen gerade elf Mitglieder einer Spezialeinsatztruppe der Gendarmerie beim Essen. Die Männer wurden von den Polizisten überwältigt, einer wurde angeschossen. Beide Räuber befinden sich derzeit im Krankenhaus.  

+++ 06.06.2016 +++

Terrorverdächtige festgenommen

In der Ukraine sind offenbar mehrere Personen festgenommen worden, die eine Serie von Anschlägen während der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich geplant haben sollen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Unian unter Berufung auf den ukrainischen Geheimdienst. Demnach hätten sich die Personen auf mehrere Attentate vorbereitet.

Unter den Festgenommenen ist Berichten zufolge auch ein Franzose. Er soll versucht haben, Waffen von der Ukraine nach Polen zu schmuggeln. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Weitere Streiks in Frankreich 

Die Lage in Frankreich will sich auch vier Tage vor der EM nicht beruhigen. Vor allem die Arbeitskämpfe im Verkehrsbereich schüren Sorgen vor Auswirkungen auf das Sportereignis. Ausgefallene Züge, Versorgungsprobleme an Tankstellen, Zusammenstöße am Rande von Demonstrationen bei denen bereits mehr als 100.000 Menschen auf die Straßen gehen, sind zum Alltag der einstigen Grande Nation geworden. Seit Wochen prägen Streiks und Proteste den politischen Alltag in Frankreich.

Und das hat sich auch wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft am Freitag nicht geändert. Unklar ist, ob zentrale Konflikte vorher noch entschärft werden können – oder ob die Aktionen sich in die Zeit des Fußballturniers ziehen.

Die Besucher müssen sich jedenfalls auf mögliche Störungen einstellen. Im Konflikt um die Arbeitsmarktreform ist kein plötzlicher Burgfrieden zu erwarten, zumal der Senat just während der EM über das Gesetz berät. Für den 14. Juni ist ein neuer Protesttag angekündigt. Auch ist nicht entschieden, ob der am Mittwoch begonnene Streik der Eisenbahner rechtzeitig beigelegt wird. Bei der Air France ist für die ersten EM-Tage ein Pilotenstreik angekündigt.

Nachlässigkeit bei Gefahrenabwehr

Experten sorgen sich um die Sicherheit während des Turniers in Frankreich.  Der Sicherheitschef der Fußball-WM 2006, Helmut Spahn, warf den EM-Organisatoren Nachlässigkeit bei der Gefahrenabwehr vor. Erfahrungen und Expertise aus anderen Ländern seien nicht zurate gezogen worden, sagte Spahn der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Nach Angaben der "Bild am Sonntag" schließt das Bundespolizei-Präsidium Anschläge während der EM nicht aus und mahnte alle Polizei-Direktionen zur erhöhten Eigensicherung.

Auch die Streiks verkomplizieren die Sicherheitslage, so die "BamS" und beruft sich dabei auf ein internes Dokument, das auf Hinweisen des Bundesamtes für Verfassungsschutz beruhen soll. Demnach habe der Islamische Staat dazu aufgerufen, den am Montag beginnenden Fastenmonat Ramadan zu Anschlägen im Westen zu nutzen. Damit sei möglicherweise auch die EM bedroht.

+++ 04.06.2016 +++

BKA-Chef: Keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne bei EM

Kurz vor der EM in Frankreich sieht das BKA keine konkrete Gefahr für Terror-Anschläge. Es gebe derzeit „keine Hinweise, die auf konkrete Anschlagsplanungen hindeuten“, sagte BKA-Präsident Holger Münch der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ . Jüngsten Medienberichten, die unter Bezug auf interne BKA-Berichte vor Terror-Attacken bei der am 10. Juni beginnenden Europameisterschaft gewarnt hatten, widersprach Münch. Das BKA habe keine Terrorwarnung für die EM ausgesprochen, sondern lediglich eine Gefährdungsbewertung erstellt, betonte der BKA-Chef. (dpa)

+++ 03.06.2016 +++

Ende der Streiks gefordert 

Jetzt, kurz vor dem Beginn der EM, fordert die französische Regierung ein Ende der Streikwelle. Verkehrsminister Alain Vidalies sagte dem Radiosender RTL am Freitag, die Arbeitsniederlegungen bei der Bahn müssten enden, berichtet "Reuters". Er meinte auch, dass der geplante Pilotenstreik bei Air France "unverantwortlich" sei.

Die Regierung habe der Bahn Zugeständnisse gemacht, etwa bei Ruhezeiten und nun wäre es an der Zeit wieder zu arbeiten, so Vidalies. 

Bei Air France soll wegen der geplanten Gehaltskürzungen auch bald gestreikt werden. Es würde aber niemand verstehen, warum ausgerechnet zur Fußball-EM die Flüge entfallen müssten, so der Verkehrsminister. Die EM startet am kommenden Freitag, in den Tagen danach sollte auch der Air France Streik beginnen.

Seit drei Tagen wird bei der Bahn bereits unbefristet gestreikt. Rund die Hälfte der Züge fahren laut "Reuters" nicht. Auch durch die Überschwemmungen ist der Schienenverkehr teils lahmgelegt. 

ARD beklagt zu laxe Sicherheitsvorkehrungen 

Ein Reporter-Team der ARD hat bei einem selbst initiierten Sicherheitstest nach eigenen Angaben ungehindert mehrere Ketchup-Flaschen in ein französisches Fußball-Stadion schmuggeln können. Beim Testspiel von EM-Gastgeber Frankreich gegen Kamerun am vergangenen Sonntag in Nantes hätten die Journalisten zwei Plastikflaschen am Körper und eine in einer Handtasche in die Arena bringen können. Nur ein Reporter, der eine Halbliter-Getränkedose bei sich trug, sei von den Sicherheitskräften aufgehalten worden, berichtet der Bayerische Rundfunk in einer Pressemitteilung.

Die UEFA wies laut ARD daraufhin, dass das Stadion in Nantes keine EM-Arena sei und dass bei der Partie andere Sicherheitsvorkehrungen als bei dem Turnier vom 10. Juni bis 10. Juli geherrscht hätten. 

Hochwasser in Frankreich 

Doch das Land steckt tief in der Krise. Neben andauernden Demonstrationen gegen die Arbeitsreform der Hollande-Regierung, herrscht in Frankreich auch der Ausnahmezustand wegen möglichen Terrorangriffen. Darüber hinaus versinken einige Stadtteile wegen Dauerregen und dem Ansteigen des Wasserpegels der Flüsse in den Fluten.  

Die Unwetter mit schweren Regenfällen haben große Teile Frankreichs getroffen. Präsident François Hollande rief für einige Regionen den Notstand aus. Paris und die nähere Umgebung der Hauptstadt sind besonders betroffen. 

Der Pegelstand der Seine überschritt in Paris die Fünf-Meter-Marke, berichtet die "Tagesschau". Es wird befürchtet, dass das Wasser heute noch auf sechs Meter ansteigt. Dies wäre der höchste Wert seit 15 Jahren. Uferstraßen stehen unter Wasser und sind gesperrt. Der Schiffsverkehr auf der Seine wurde gestoppt. Auch Touristenboote stehen still. Darüber hinaus wurden eine Metro-Strecke und eine Bahnlinie gesperrt.

Der Louvre bleibt heute auch geschlossen, weil Werke aus den unterirdischen Depots in Sicherheit gebracht werden müssen. Auch das am anderen Seine-Ufer liegende Impressionisten-Museum "Musée d’Orsay" könnte heute geschlossen bleiben. 

Rettungskräfte sind im Dauereinsatz. Seit Sonntag wurden etwa 10.000 Einsätze gemeldet. Dabei brachten die Einsatzkräfte mehr als 5000 Menschen in Sicherheit.