Experte: Massive Finanzkrise wird Europa erschüttern – Sparer müssen bezahlen

Epoch Times22. Januar 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 4:16
Bald werde eine Finanzkrise über Europa hereinbrechen, die wesentlich schlimmer sein könnte als jene von 2007. Es zeichnet sich die Rezession ab, da Banken auf 1.000 Milliarden Dollar fauler Kredite sitzen.

Im Vorfeld des Weltwirtschaftsforum in Davos warnte William White, das globale Finanzsystem sei instabil und stehe vor dem Zusammenbruch.

Der ehemalige Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und heutige Vorsitzende des Prüfungskomitees der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OSZE) erklärte: "Die Situation ist schlimmer als 2007. Wir haben unsere makroökonomische Munition zur Bekämpfung von Rezessionen aufgebraucht. Die Schulden sind in den vergangenen acht Jahren weiter gestiegen und haben solche Höhen in allen Teilen der Welt erreicht, dass diese zu Verwerfungen führen können. In der nächsten Rezession wird offensichtlich werden, dass diese Schulden niemals mehr bedient oder zurückgezahlt werden können. Das wird sehr unangenehm für viele Menschen, die jetzt glauben, sie halten Assets, die etwas wert sind. Die einzige Frage ist, ob wir in der Lage sind, der Realität ins Auge zu blicken und uns dem, was kommen wird, in einer geordneten Weise stellen, oder ob alles ungeordnet geschieht. Schuldenschnitte hat es 5.000 Jahre lang gegeben – bis zurück zur Zeit der Sumerer," zitiert Deutsche Wirtschafts Nachrichten den Experten, unter Berufung auf den britischen Telegraph.

White, der bereits in 2005 vor dem Crash gewarnt hatte, meinte, dass vor allem Sparer und Anleger die Situation mit Aufmerksamkeit beobachten sollten. Denn der Abbau der weltweiten Schulden müsse von denen beglichen werden, die jetzt über Vermögenswerte verfügen. Das betrifft die Sparer, weil die europäischen Banken-Regeln seit dem 1. Januar 2016 vorsehen, dass Banken-Gläubiger für deren Rettung zu bezahlen haben, so "DWN".

Schwellenländer in Bedrängnis 

Die europäischen Banken hätten bereits notleidende Kredite in Höhe von einer Billion Dollar und seien stark von den Entwicklungen auf den Schwellenmärkten betroffen. "Die Schwellenmärkte waren ein Teil der Lösung nach der Lehman-Krise. Jetzt sind sie auch ein Teil des Problems," so White. 

Dabei ist Deutschland als Exportnation besonders betroffen. Verschiedene Medien berichten, dass sich Barclays aus Asien, Russland und Brasilien zurückziehen werden. Die Investmentbanking-Abteilungen in Australien, Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Russland, Südkorea, Taiwan und Thailand werden demnach komplett geschlossen. 

Der letzte Mittwoch wurde als "schwarzer Mittwoch" für die Schwellenländer bezeichnet, die nach der Finanzkrise von 2008 die Weltwirtschaft deutlich angekurbelt hatten. Die Währungskurse stürzten tief ab und angesichts wachsender Probleme bei der Rückzahlung ihrer in Dollar angegebenen Schulden mehrten sich die Bedenken hinsichtlich der finanziellen Stabilität der betroffenen Länder, schreibt wsws.org.

Weiters heißt es: "Die Politik der quantitativen Lockerung, in deren Rahmen die Federal Reserve und die anderen großen Zentralbanken der Welt Billionen Dollar in das globale Finanzsystem gepumpt haben, hat dazu geführt, dass die Konzerne in den Schwellenländern in massivem Umfang Kredite aufgenommen haben. Ihre Schulden stiegen dadurch von vier Billionen Dollar im Jahr 2004 auf über achtzehn Billionen Dollar im Jahr 2014, d.h. um mehr als das Vierfache. Jetzt strömt dieses Geld auf die Ausgänge zu. Laut dem Institute for International Finance verzeichneten die Schwellenmärkte im letzten Jahr eine Kapitalflucht von 735 Milliarden Dollar, der Großteil davon kam aus China. Der Chefökonom der Organisation bezeichnete dies als ein „beispielloses Ereignis.“ Andere Schätzungen beziffern die Kapitalflucht noch höher. Ein Ökonom erklärte auf dem Weltwirtschaftsforum im Schweizerischen Davos, seit Mitte 2015 sei mehr als eine Billion Dollar Kapital aus China abgezogen worden."

Der fortdauernde Rückgang der Ölpreise auf bis zu 27 Dollar pro Barrel, habe die Situation nur noch weiter verschlimmert. Der Rückgang der Ölpreise bedeutet, dass der sogenannte Superzyklus der Rohstoffpreise, der im Jahr 2003 mit der schnellen Industrialisierung Chinas begann, in einer konzentrierten Rezession endet, die die Weltwirtschaft erschüttert, so wsws.org weiter.

Eine globale Rezession ist demnach also kaum vermeidbar. Dies lasse auch die Entwicklung des Baltic Dry Index erahnen. Russland befindet sich bereits in einer Rezession, so White, und bald auch China, da sich das Land mit der Abwertung des Yuan in den globalen Währungskrieg eingelassen hat. (so) 

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