Festnahme von Anführer von Protestbewegung in Bosnien führt zu Aufruhr

Epoch Times26. Dezember 2018 Aktualisiert: 26. Dezember 2018 7:29
In Srpska haben die Behörden den Anführer einer Protestbewegung festgenommen und damit Spannungen zwischen Demonstranten und der Polizei ausgelöst. In Banja Luka gingen hunderte Menschen auf die Straße. 

In der serbisch-bosnischen Teilrepublik Srpska haben die Behörden den Anführer einer Protestbewegung festgenommen und damit Spannungen zwischen Demonstranten und der Polizei ausgelöst.

In Banja Luka, der Hauptstadt der Republik Srpska, gingen am Dienstag hunderte Menschen auf die Straße, um gegen die Festnahme von Davor Dragicevic zu protestieren. Dieser demonstriert seit Monaten für die Aufklärung des Todes seines 21-jährigen Sohnes David.

Spezialkräfte der Polizei drängten am Dienstag hunderte Demonstranten aus dem Stadtzentrum von Banja Luka zurück. Aus Solidarität mit den Demonstranten gingen auch in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo Menschen auf die Straße.

Eine Polizeisprecherin in der Republik Srpska sagte am Dienstag, Dragicevic sei festgenommen worden, weil er einer Vorladung zu einer Vernehmung nicht Folge geleistet habe. Der 49-Jährige wirft den Behörden vor, seinen Sohn getötet zu haben. Die Polizei hatte den Tod des Studenten, dessen Leiche im März in einer Blutlache aufgefunden wurde, als Unfall bezeichnet. Ein Staatsanwalt stufte den Fall später als Mord ein. Die Täter wurden jedoch nie gefunden.

Dragevic protestiert mit seiner Gruppe „Gerechtigkeit für David“ täglich auf dem zentralen Platz in Banja Luka. Am 17. Dezember versammelte sich die Gruppe vor dem Parlament der Republik Srpska zu einer nicht genehmigten Kundgebung. Rund 20 der Teilnehmer, darunter Dragevic, werden von der Staatsanwaltschaft der „Bedrohung der Sicherheit“ beschuldigt.

Die Proteste „für David“ haben sich längst in Proteste gegen Milorad Dodik verwandelt, den Anführer der bosnischen Serben. Der prorussische Nationalist setzt sich für die Abspaltung der Republik Srpska ein, die zusammen mit der muslimisch-kroatischen Föderation den Vielvölkerstaat Bosnien-Herzegowina bildet.

Die EU-Mission in Bosnien forderte in einer Erklärung das Innenministerium der Republik Srpska auf, die Festnahme von Mitgliedern der Protestbewegung zu erläutern. (afp)

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