Finnland gewinnt mit neuer Gaspipeline Druckmittel gegen Russland – Gas wird so günstiger

Epoch Times4. Januar 2020 Aktualisiert: 4. Januar 2020 11:33
Die Nutzung des lettischen Erdgasspeichers gibt Finnland und Estland ein größeres Druckmittel gegenüber dem russischen Energieriesen Gazprom an die Hand.

Russland ist nicht mehr der einzige Gaslieferant Finnlands: Mit Inbetriebnahme der neuen Ostsee-Gaspipeline Balticconnector fließt seit dem 1. Januar auch in Lettland gespeichertes Gas über Estland nach Finnland, wie die estnische Betreiberfirma Elering mitteilte.

Ein Teil des in Lettland gespeicherten Erdgases stammt zwar ursprünglich ebenfalls aus Russland, ein weiterer Teil kommt aber unter anderem aus Norwegen. Wie hoch der prozentuale Anteil des norwegischen Gases ist, wurde nicht bekannt gegeben.

„Russland ist der Hauptlieferant von Erdgas für die baltischen Länder und Finnland – und wird es bleiben“, sagte die Wirtschaftsexpertin Maris Kirsons der Nachrichtenagentur AFP.

Größeres Druckmittel

Allerdings gebe die Nutzung des lettischen Erdgasspeichers Finnland und Estland ein größeres Druckmittel gegenüber dem russischen Energieriesen Gazprom an die Hand, betonte die Expertin weiter. Lettland verfüge aufgrund seines Gasspeichers bereits über diesen Hebel.

Durch die neue Gaspipeline werde Finnland unabhängiger von Russland. „Versorger können Gas zu günstigen Preisen kaufen, sie unterirdisch speichern und dann nutzen, wenn die Nachfrage steigt – so vermeiden sie, hohe Preise an Russland zu zahlen“, sagte Kirsons.

Der Betreiberfirma Elering zufolge stammt ein Großteil des gespeicherten Gases im lettischen Ort Inculkan aus Russland. Weitere Bezugsquellen sind demnach lettische Biogas-Produzenten sowie Produzenten in Norwegen, den Golfstaaten und den USA.

Die neue Gaspipeline kostete rund 250 Millionen Euro. Die EU trug 75 Prozent der Kosten. (afp)

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