Frankreich am Samstag: 66.000 „Gelbwesten“ fordern Referendum und Macrons Rücktritt

Epoch Times16. Dezember 2018 Aktualisiert: 16. Dezember 2018 14:30
Landesweit gingen am Samstag rund 66.000 Menschen auf die Straßen.

Bei den „Gelbwesten“-Protesten in Frankreich ist es nicht zu größeren Ausschreitungen gekommen. Landesweit gingen rund 66.000 Menschen am Samstag auf die Straße. Die, die sich in Paris und anderen Städten des Landes versammelten, sind in ihren Forderungen politischer geworden.

„Macron tritt zurück“ und „RIC“ stand auf den Spruchbändern der Demonstranten. „RIC“ steht für „Référendum d’initiative citoyenne“, was übersetzt bedeutet, Referendum der Bürgerinitiative, und etwa der Volksinitiative in der Schweiz entspricht.

Ursprünglich richtete sich die seit Wochen anhaltende Wut der „Gelbwesten“ gegen die geplanten Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel, gegen hohe Lebenshaltungskosten und die Reformpolitik der Mitte-Regierung des Staatschefs Emmanuel Macron. Um den Konflikt zu entschärfen, ist Macron ihnen mit Sofortmaßnahmen entgegengekomen, darunter eine Erhöhung des Mindestlohns um 100 Euro monatlich.

In Paris fanden die Kundgebungen an verschiedenen Orten statt. Vor allem auf der Prachtstraße Champs-Élysées kam es wieder zu Spannungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, dabei wurden auch Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt.

Nach Angaben des Innenministeriums waren in Paris 3.000 Demonstranten auf der Straße. Nach Angaben der Polizeipräfektur der französischen Hauptstadt wurden mehr als 150 Personen festgenommen, über 110 kamen in Polizeigewahrsam.

Die Proteste wurden von hohen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Allein in Paris waren 8.000 Polizisten und 14 Panzerfahrzeuge im Einsatz. Landesweit waren 69.000 Sicherheitskräfte im Dienst.

Nach dem Terroranschlag von Straßburg am Dienstag hatte die französische Regierung an die „Gelbwesten“ appelliert, an diesem Wochenende nicht zu demonstrieren.

Auch in Bordeaux und Toulouse kam es zu Rangeleien. Zur Zahl der landesweit festgenommenen Demonstranten gab es zunächst keine Angaben.

(afp/ks)

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