Hat Böhmermann mit seiner Anspielung den Ibiza-Machern einen Millionen-Reibach verhagelt?

Von 23. Mai 2019 Aktualisiert: 24. Mai 2019 9:26
Das Ziel, dem langjährigen FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache zu schaden, haben die Urheber des „Ibiza-Videos“ zumindest bis auf Weiteres erreicht. Der von ihnen erhoffte Geldregen in Höhe mehrerer Millionen Euro scheint jedoch ausgeblieben zu sein. Ausgerechnet TV-Satiriker Jan Böhmermann soll dafür verantwortlich sein.

Die Online-Ausgabe des „Focus“ berichtet unter Berufung auf Recherchen der „Zeit“, dass TV-Satiriker Jan Böhmermann mit Andeutungen im Rahmen der „Romy-Verleihung“ den Marktwert des so genannten Ibiza-Videos über die FPÖ-Politiker HC Strache und Johann Gudenus entscheidend geschmälert und dessen Veröffentlichung beschleunigt haben könnte.

Demnach sollen Zwischenhändler die Aufnahmen der „Süddeutschen Zeitung“ und dem „Spiegel“ im Jahr 2018 angeboten und eine Millionensumme dafür verlangt haben. Die Publikationen, die heute noch bestreiten, dass Geld an die mutmaßlichen Urheber geflossen sei, sollen abgelehnt haben. Daraufhin hätten die Mittelsmänner sich an weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewandt in der Hoffnung, einen möglichst hohen Preis für ihr Video zu erzielen.

Strache und Gudenus seit April 2019 gewarnt

Auch Jan Böhmermann und dessen Team sollen sie dabei angesprochen haben und auf diese Weise habe dieser auch vom Inhalt des Videos Kenntnis erlangt. Der Satiriker habe abgewunken, offenbar war er nicht bereit, den anspruchsvollen preislichen Vorstellungen der Urheber zu entsprechen. Auch das ZDF hatte eine Verwicklung Böhmermanns in die Entstehung des Videos in Abrede gestellt.

Allerdings hat Böhmermann mit der Anspielung auf der „Romy“-Gala, wonach er „mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchen-Villa auf Ibiza rumhänge“, bereits im April dieses Jahres die Urheber, die offenbar immer noch auf der Suche nach einem freudigen Geber waren, unter Druck gesetzt. Zudem konnten auch Strache und Gudenus von diesem Zeitpunkt an damit rechnen, dass eine Enthüllung über ihr Treffen mit der angeblichen Oligarchennichte „Aljona Makarowa“ bevorstehen könnte.

„Größeres Geflecht an Personen“

Ob auch das „Zentrum für politische Schönheit“ in dieser Sache noch kontaktiert worden ist, bleibt offen. Die Gruppe scheint ebenfalls Kenntnis von der Existenz und dem Inhalt des Videos gehabt zu haben, da es der erste Follower eines zuvor wenig beachteten Twitter-Accounts war, der noch vor Veröffentlichung der Story durch „Süddeutsche“ und „Spiegel“ ein Foto veröffentlichte, das von dem Abend in der Villa auf Ibiza stammen soll.

Den Urhebern, zu denen nach bisherigen Erkenntnissen der Wiener Rechtsanwalt Ramin M. und der in München operierende IT-Experte und Detektiv Julian H. gehören, blieb möglicherweise in diese Situation keine andere Option, als den genannten Medien das Material unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

Die „Zeit“ will zudem, so schreibt der „Münchner Merkur“, Kontakt zu den „Verantwortlichen des Videos“ haben. Demzufolge sei „ein größeres Geflecht an Personen“ an der Entstehung des Videos beteiligt gewesen.

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