Hitzige Debatte: EU-Parlamentarier kämpften für Abschaffung der Zeitumstellung

Epoch Times29. Oktober 2015 Aktualisiert: 29. Oktober 2015 18:58
Bei der heutigen Debatte zur Abschaffung der Sommerzeit offenbarte die EU-Kommission, dass sie keinerlei Argumente hat, um die unnatürliche Zeitumstellung zu verteidigen. Trotzdem steht eine Abschaffung der "Sommerzeit" noch in den Sternen, denn eine Abstimmung wurde noch nicht beschlossen.

Die Abschaffung der Sommerzeitverordnung war heute Thema einer Plenarsitzung des Europäischen Parlaments in Straßburg. Für Herbert Reul, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament, ein kleiner Sieg: Er kämpft seit zehn Jahren für die Abschaffung der Regel, die laut Studien Menschen körperlich und seelisch schädigt. Die Zeitumstellung bringt jedes Jahr europaweit mehr Selbstmorde, mehr Autounfälle, mehr Herzinfarkte, sowie bei zahllosen Menschen Konzentrations- und Schlafstörungen mit sich.

Doch bislang drückte sich Brüssel vor der Abschaffung der Regelung, die laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage 71 Prozent der Deutschen redundant finden.

Druck auf EU-Regierung aufbauen

Das EU-Parlament will die EU-Kommission nun zum Handeln zwingen. Wann und ob es zu einer Abstimmung über das Thema kommt, ist nicht klar. Deshalb macht es Sinn, die EU-Abgeordneten per Email anzuschreiben und über die Schädlichkeit der „Sommerzeit“ aufzuklären. (Auf dieser Seite stehen die EU-Abgeordneten jedes Landes: http://www.europarl.europa.eu/meps/de/map.html .Unter http://www.europarl.europa.eu/meps/de/search.html?country=DE finden sich 96 deutschen EU-Parlamentarier, die mit folgendem Adressen-Format direkt angeschrieben werden können: [email protected])

Jeder Staat könnte jederzeit aussteigen

Das Problem mit der Abschaffung der Sommerzeit: Jeder Nationalstaat könnte theoretisch eigenmächtig aussteigen, dazu kommt es aber nicht, weil kein Land den Ärger riskieren will, das erste zu sein, das zur „Zeitinsel“ wird (dies ist übrigens auch das Argument der Bundesregierung). Was die wenigsten wissen: Die EU-Kommission legt für die teilnehmenden Staaten nur das Datum fest, von wann bis wann die „Sommerzeit“ gilt. Niemand zwingt die Länder zur Teilnahme.

Spanien zum Beispiel diskutiert seit drei Jahren im Parlament über eine Abschaffung der Sommerzeit und bräuchte laut Experten dringend eine andere Zeitzone (die Großbritanniens), trotzdem geschieht nichts. Auch die Franzosen besitzen schon eine breitorganisierte Normalzeit-Bewegung. 

Die sehr hitzige Debatte über die „Sommerzeit" mit EU-Kommissarin Violeta Bulc kann man HIER online ansehen.

EU-Argumente auf dünnem Eis

„Positiv an der Aussprache, welche unter großer Beteiligung der Parlamentarier fraktionsübergreifend geführt wurde, war die Feststellung, dass die Umstellung der Uhren auf MESZ keinen einzigen Vorteil und jede Menge Nachteile für die Gesellschaft hat.“ Das schrieb der Erlanger Arzt und Zeitumstellungs-Gegner Hubertus Hilgers heute in einem Statement.

Die EU-Kommission sei komplett in der Defensive und argumentiere nur noch mit dem Warenverkehr. Und dieser sei insofern kein Thema, weil in Australien Bundesstaaten mit abweichenden Zeitzonen beweisen, dass der Binnenmarkt reibungslos weiter funktioniert.

Auch ging es in der Debatte um die komplette Abschaffung der Sommerzeit in Europa, die gar keine Zeitinseln zur Folge hätte …

„Die Abschaffung der ‚Sommerzeit‘ wäre vor allem für die Menschen in Frankreich, den Benelux-Staaten und Spanien eine sehr große Erleichterung, so Hilgers. Sie müssen durch ihre Zeitzone während der MESZ teilweise über 2 Stunden Abweichung vom natürlichen Sonnenstand ertragen. In Westfrankreich zum Beispiel begehen während der „Sommerzeit“-Monate dreimal so viele Menschen Selbstmord, wie während der Normalzeit. (rf)

Warum genau die "Sommerzeit" die Menschen durcheinander bringt, hat EPOCH TIMES bereits hier erklärt.

Siehe auch: Warum wir im Winter ausgeschlafener und glücklicher sind“

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