Irland überwindet Wirtschaftskrise: Lücke im Staatshaushalt fast geschlossen

Epoch Times5. Januar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 15:23
Irland ist eines der wenigen europäischen Länder, das sich gut von der Wirtschaftskrise erholt hat. Bis 2017 wolle die Regierung schwarze Zahlen schreiben. Das Land hatte auch Maßnahmen gegen die Verantwortlichen der Wirtschaftskrise eingeleitet und Banker vor Gericht gestellt.

Irland konnte sich wie kein anderes Land in der Europäischen Union aus der Wirtschaftskrise befreien. Das Land hat mit Steuereinnahmen im vergangenen Jahr einen nahezu ausgeglichenen Haushalt geschafft.

Der Inselstaat in Westeuropa stand wegen der Wirtschaftskrise in 2010 noch kurz vor der Staatspleite. Aktuell liege das Staatshaushaltsdefizit bei rund 62 Millionen Euro, erklärte die Regierung am Dienstag in Dublin, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Insgesamt betrug das Defizit nach dem Ausbruch der Wirtschaftskrise acht Milliarden Euro. 

Bis 2017 wolle die Regierung schwarze Zahlen schreiben, sagte Finanzminister Michael Noonan.

Laut "Reuters" war der Hauptgrund für das stark verringerte Defizit im vergangenen Jahr die gute Konjunktur. Dadurch fielen die Steuereinnahmen um fast acht Prozent oder 3,3 Milliarden Euro höher aus als angenommen. Besonders kräftig legten dabei die Einnahmen aus der Unternehmensteuer zu. Zum Abbau des Defizits trugen allerdings auch einmalige Erlöse von rund drei Milliarden Euro bei. Dazu gehören Einnahmen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro von der Bank Allied Irish. Die AIB musste während der Finanzkrise in 2009 vom Staat gerettet werden.

In 2010 erhielt das Land internationale Hilfskredite in der Höhe von 85 Milliarden Euro. Dadurch wurde der Inselstaat vor dem Bankrott gerettet. 

Seit dem erholt sich Irland zunehmend. Analysten des Finanzhauses Goodbody Stockbrokers sagten laut "Reuters", dass Irland in 2016 das dritte Jahr in Folge die am schnellsten wachsende Wirtschaftsnation der Euro-Zone sein dürfte.

Irland stellt Banker vor Gericht

Irland war eines der wenigen EU-Länder die Banker die für die Wirtschaftskrise im eigenen Land verantwortlich waren vor Gericht stellte. 

Der Bankrott der Anglo Irish führte zum Finanzkollaps in Irland. In 2012, dreieinhalb Jahre nach dem Kollaps, stellte das Land drei führende Ex-Manager der Bank vor Gericht. Vorgeworfen wurde ihnen einer Reihe dubioser Kreditgeschäfte. 

Sean Fitzpatrick, der frühere Vorstandsvorsitzende von Anglo, wurde damals am Dubliner Flughafen verhaftet. Gegen Fitzpatrick wurde Anklage in 16 Punkten wegen einer Reihe umstrittener Kreditgeschäfte erhoben. 

Auch zwei weitere Anglo-Manager wurden damals festgenommen und angeklagt. Das Verfahren gegen die drei – und weitere Ex-Vorstände der Bank – war der meistbeachte Kriminalfall Irlands. Die Verstaatlichung der Anglo Irish im Jänner 2009 hat die irischen Steuerzahler mindestens 30 Milliarden Euro gekostet, was einem Fünftel der gesamten irischen Wirtschaftsleistung entspricht, berichtete die Zeitung "Standard". 

Die Pleite von Anglo war der teuerste Bankenkollaps des Landes und hat wesentlich dazu beigetragen, dass Irland 2010 Hilfe von der Eurozone und dem Währungsfonds beantragen musste. Im Zentrum der Affäre stand mit Sean Quinn, der einstmals reichste Mann Irlands.

Die irischen Antikorruptionsbehörden ermittelten in mehreren anderen Fällen gegen frühere Anglo-Manager, darunter wegen Bilanzmanipulation. Es kam zu mehreren Anklagen und es wurden auch Gefängnisstrafen verhängt. (so) 

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