Italien: Karneval von Venedig abgebrochen, alle Sportveranstaltungen bis 1. März abgesagt

Epoch Times23. Februar 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 15:13
Italien und das Coronavirus: Der berühmte Karneval von Venedig wurde vorzeitig abgebrochen, sämtliche Veranstaltungen des Karnevals sowie alle Sportveranstaltungen sind bis zum 1. März abgesagt.

Wegen der Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Italien wird der berühmte Karneval von Venedig vorzeitig abgebrochen. Ab Sonntagabend würden sämtliche Veranstaltungen des Karnevals sowie alle Sportveranstaltungen bis zum 1. März abgesagt, sagte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, am Sonntag im Fernsehsender Sky TG24.

Der Karneval von Venedig hatte am 8. Februar begonnen und hätte eigentlich noch bis Dienstag dauern sollen. Das Fest hat eine jahrhundertealte Tradition, zum ersten Mal wurde es im Jahr 1162 nach einem militärischen Sieg gefeiert. Das Spektakel mit opulenten Kostümen und phantasievollen Masken zieht Jahr für Jahr zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland an.

Elf Städte in Italien in Quarantäne

Die italienische Regierung hatte am Samstagabend für elf norditalienische Städte Quarantänemaßnahmen angeordnet, davon eine in der Region Venetien. Bis Sonntag registrierten die Behörden landesweit 132 Fälle des neuartigen Coronavirus, zwei ältere Menschen starben.

Zentrum der Epidemie ist die 15.000-Einwohner-Stadt Codogno rund 60 Kilometer südlich von Mailand. Dort wurde das Virus offenbar von einem 38-jährigen hochrangigen Mitarbeiter des Verbrauchsgüter-Multis Unilever weiterverbreitet. Der 38-Jährige steckte unter anderem seine im achten Monat schwangere Frau an sowie Fußball-Kameraden und medizinisches Personal.

Casalpusterlengo: Die Nerven liegen blank

Während die meisten Bewohner von Codogno am Samstag noch Ruhe bewahrten, sah die Lage nach Inkrafttreten der Quarantäne-Maßnahmen einen Tag später anders aus. Besonders im zehn Autominuten entfernten Casalpusterlengo, dem Sitz des Unilever-Werks von „Patient Nr.1“, liegen die Nerven am Sonntag blank.

Vor einem Supermarkt warten dutzende Menschen auf Einlass. Sie würden nur in Gruppen à 40 Kunden eingelassen, sagt ihnen ein Manager. „Jeder kommt dran, wir wollen nur Chaos vermeiden und für ausreichenden Schutz sorgen“, versucht er zu beruhigen.

„Das ist unmenschlich“ ereifert sich daraufhin ein Kunde. „Sich um vier belegte Brötchen prügeln zu müssen, ist einfach widerlich“. „Ich habe große Angst“, sagt Emanuela, eine Krankenschwester aus der Region, während sie darauf wartet, an die Reihe zu kommen. „Die Situation ist ganz schön belastend“. (afp)

 

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