Italien: Menschen-Schmugglerring zerschlagen – Schleuser hielten Flüchtlinge in Gefangenschaft

Epoch Times11. Mai 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 20:14
Den italienischen Behörden gelang ein Schlag gegen den Menschenschmuggel. Die Verdächtigen hielten somalische Flüchtlinge gefangen und erpressten Geld von deren Familien. Sieben der dreizehn Schleuser konnten verhaftet werden.

Die italienische Polizei verhaftete am Mittwoch sieben Personen die einen Menschen-Schmugglerring betrieben. Die Verdächtigen hielten somalische Flüchtlinge, die Italien mit Booten erreichten, gefangen um Geld von deren Familien zu erpressen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf italienische Ermittler. 

Demnach ordnete ein Gericht in Catania im Osten Siziliens die Verhaftung von 13 Personen an, die mutmaßlich an dem Schmugglerring beteiligt waren. Sieben konnten in Italien verhaftet werden die anderen sechs hätten Italien bereits verlassen.

Während der Operation "Somalia Express" stürmten italienische Beamte neun Wohnungen in und um Catania, in denen die Flüchtlinge und Migranten festgehalten wurden. Laut Polizeiangaben konnten 37 Somalier aus den Wohnungen befreit werden, so "Reuters". Demnach handelte es sich meist um minderjährig Flüchtlinge. 

Die Schmuggler sammelten die Flüchtlinge in Sizilien und dem benachbarten Kalabrien ein um diese dann illegal nach Nordeuropa zu bringen.

Die Familien der Migranten bezahlten die Schleuser über Zahlungssysteme online. Ein Teil des Geldes wurde nach Angaben der Polizei dazu verwendet um Bus oder Bahntickets für die Migranten zu besorgen und um gefälschte Dokumente anfertigen zu lassen. 

"Diese organisierten Netzwerke werden wahrscheinlich weiter wachsen. Deshalb sind wir nicht optimistisch", sagte der Chef der Polizei von Catania Marcello Cardona zu Reportern nach der Verhaftung der Schmuggler, so "Reuters" weiter.

In 2014 gelang den Ermittlern in Cardona ein Schlag gegen einen Schmugglerring der sich auf Migranten aus Eritrea fokussierte.

Italien ist eines der Länder in Europa die am stärksten von der Flüchtlingskrise betroffen sind. Von 2014 bis 2015 kamen mehr als 320.000 Menschen mit Booten über das Mittelmeer nach Italien. 

Offiziellen Angaben zufolge erreichten in 2016 bereist 31.250 Migranten das südeuropäische Land. Die Anzahl der Neuankömmlinge ist laut Innenministerium im Vergleich zum Vorjahr jedoch gesunken. In diesem Jahr hätten demnach etwa 2.500 Somalier Italien erreicht, während es in 2015 im gleichen Zeitraum 12.176 waren. (so) 

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