„Könnten Europa in drei Tagen erobern“ – Türkische Zeitung propagiert Invasion im Westen

Epoch Times7. August 2017 Aktualisiert: 7. August 2017 19:38
„Wenn wir morgens anfangen, können wir Abendgebet im Schloss Bellevue halten“ – mit Thesen wie dieser hat eine regierungsnahe, türkische Zeitung auf ihrem Titel von einer Eroberung Deutschlands und Europas geschrieben.

Die Erdogan-nahe türkische Tageszeitung „Yeni Söz“ druckte am 2. August als Aufmacher eine Europakarte, farbig markiert, mit dem Titel: „Wenn wir heute früh anfangen, könnten wir Europa in drei Tagen erobern“. Dabei bezog sich die Tageszeitung auf den StratFor-Gründer George Friedmann. Der „Business-Insider“ berichtete.

Die Eroberungsträume und Gewaltandrohungen kommen nicht aus dem Nichts. Der türkische Präsident Erdogan hatte vor dem G20-Gipfel ähnliche Rhetorik angewandt. „Deutschland begeht Selbstmord“, meinte er, als ihm untersagt wurde, auf deutschem Boden aufzutreten. Er brachte Nazi-Vergleiche aufs Tapet und: „Wenn ihr euch weiterhin so benehmt, wird morgen kein einziger Europäer, kein einziger Westler auch nur irgendwo auf der Welt sicher und beruhigt einen Schritt auf die Straße setzen können“. Auch bezeichnete er Europa als einen Kontinent der „der in jeder Hinsicht verrottet“.

„Können Deutschland an einem Nachmittag besiegen“

„Yeni Söz“ behauptete nun: „Friedman sagte, die Türken könnten Deutschland an einem Nachmittag und Frankreich, wenn sie überhaupt den Mut haben zu kämpfen, in einer Stunde besiegen.“ [Anm. d. Friedman hatte in der Vergangenheit lediglich gesagt, dass er die Türkei für den militärisch stärksten Akteur in Europa hält. Vergangenes Jahr bezeichnete er die Türkei als eine aufstrebende Supermacht, berichtete Turkish Minute.]

„Friedman liegt falsch.“, so der Artikel weiter. „Wenn man dem internationalen Forschungsinstitut Gallup glaubt, das gefragt hat, ob die Menschen für ihr Land kämpfen würden, haben die Europäer die weißen Fahnen schon jetzt ausgepackt, falls es zum Krieg kommt.“ Deutschland würde von seinen Bürgern im Stich gelassen. Am nächsten Tag könne man dann Italien hinzufügen.

Die türkische Zeitung bezog sich dabei auf eine Umfrage von vor zwei Jahren, in der 18 Prozent der befragten Deutschen sagten, dass sie bereit seien, für ihr Land zu kämpfen. Bei den Briten waren dies 27 Prozent, bei den Franzosen 29 Prozent.

Die Türkei erhielt laut einem aktuellen Bericht der „Bild-Zeitung“ von 2014 bis Ende 2016 insgesamt 3,3 Milliarden Euro aus der EU-Kasse und ist damit der größte Nutznießer von EU-Geldern unter allen Nicht-EU-Ländern. Die Zahlungen geschahen im Rahmen von Beitrittsverhandlungen. Allerdings zahlte auch die Türkei an die EU, um Teil des Programms zu sein.

Wer ist George Friedman?

George Friedmann, auf den sich die Zeitung bezieht, beschäftigte sich als Uni-Professor mit Marxismus und der Frankfurter Schule und ist auch als Chef der Schatten-CIA bekannt, dessen „strategische Vorhersagen“ bzw. Aussagen über Europa bereits für Aufregung sorgten. Der Gründer des Instituts Stratfor sagte 2015, vereint seien Russland und Deutschland die einzige Macht, welche die USA bedrohen könnte und das US-Interesse sei es, sicherzustellen das dies nicht geschehe. Dabei nahm er auch Bezug auf die Weltkriege.

Pikante Nebensache: Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall will in der Türkei Panzer bauen. In Deutschland leben 3 Millionen Türken. (aw/rf)


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