LBGT-Agenda in Polen: „Die Regenbogenflagge ist das neue Hammer und Sichel“

Von 19. Juni 2019 Aktualisiert: 20. Juni 2019 12:25
Die LGBT-Parade zum „Pride Month“ in Warschau war begleitet von verbalradikalem Auftreten zahlreicher Teilnehmer gegenüber der Katholischen Kirche und der regierenden PiS. Bei der EU-Wahl hatte sich die liberale Konfrontationspolitik allerdings kontraproduktiv ausgewirkt – sie mobilisierte vor allem ihre Gegner.

In einem Kommentar für das Internetportal „Wpolityce“ hat der polnische Publizist Konrad Kołodziejski die Paraden zum sogenannten „Pride Month“ der LGBT-Gemeinde mit Maiaufmärschen in der Zeit der kommunistischen Diktatur verglichen.

Anfang Juni hatte in Warschau die so genannte „Gleichheitsparade“ stattgefunden. Dabei erregten neben offenherziger Kleidung unter anderem Darstellungen und Slogans mancherorts Ärgernis, die sich in übergriffiger Weise gegen den christlichen Glauben und die Katholische Kirche wandten.

Teilnehmer des Marsches äußerten sich in Videos auch auf teils beleidigende Weise über Wähler der polnischen Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS). Ähnliche Vorfälle hatten sich bereits in den Jahren zuvor auf ähnlichen Paraden ereignet.

„Mit Sicherheit wird den Regenbogen-Aktivisten ein solches Verhalten nicht dabei helfen, aus ihrer sozialen Isolation auszubrechen“, kommentiert Kołodziejski.

Auch wird es jenen Mitgliedern der LGBT-Community nicht helfen, die sich von solchem Gehabe fernhalten – sie werden immer öfter mit diesen ideologischen Fanatikern in einen Topf geworfen. Aber das ist nicht mein Problem und nicht meine Sorge.“

„Ideologie im Wesentlichen gleichgeblieben“

Der Publizist will, wie er schreibt, stattdessen die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass die „Gleichheitsparade“ seiner Einschätzung nach in frappierender Weise an die früheren Paraden des kommunistischen Regimes in Polen zum 1. Mai erinnere – „nur, dass die roten Fahnen durch Regenbogenfahnen ersetzt wurden“. Die Ideologie und der damit verbundene Dominanzanspruch seien hingegen die gleichen geblieben.

Wie der Kommunismus erhebe auch die LGBT-Ideologie das Recht auf Exklusivität. Sie setzte in aggressiver und offensichtlicher Weise alles daran, Schritt für Schritt die Öffentlichkeit in Besitz zu nehmen. Sie sei auf den Straßen präsent, dränge in die Schulen, die Medien, die Kultur und die Politik.

Während in früherer Zeit Delegationen aller erdenklichen volkseigenen Betriebe, Kolchosen oder gesellschaftlicher Organisationen neben Diplomaten aus den Botschaften von der Sowjetunion bis hin zu Nordkorea am 1. Mai mitmarschiert waren, seien diese nun durch hauptsächlich ausländische Unternehmen und Interessenträger sowie westliche Botschaftsangehörige bei der „Gleichheitsparade“ vertreten.

Opposition hatte Entschlossenheit der Rechtswähler unterschätzt

Wo früher Slogans rund um „Frieden“, „Sozialismus“ und „Klassengerechtigkeit“ präsentiert worden wären, würde man heute „in einer freundlichen Atmosphäre“ seine Unterstützung versichern für die Ideen der „Toleranz, wechselseitigen Akzeptanz, Gleichheit und den Schutz der Menschenrechte für alle“, wie es etwa in einer Grußbotschaft der US-Botschaft geheißen habe. Das Fazit, das Kołodziejski zieht, lautet:

Ich komme aus einer Generation, die sich an diese Zeit und diese Paraden immer noch erinnern kann. Und ich habe immer und immer öfter ein Déjà-vu. Der Kommunismus ist nicht verschwunden, er hat nur eine Transformation durchgemacht.“

In einem Interview mit der gleichen Publikation hat der polnische Historiker Prof. Mieczysław Ryba die offensive kirchenfeindliche Agitation – etwa durch die demonstrative Veröffentlichung eines Dokumentarfilms über Kindesmissbrauch durch polnische Priester kurz vor der Wahl – und die aggressive Promotion der LGBT-Agenda durch die linke Opposition als einen entscheidenden Faktor für den überraschend deutlichen Sieg der rechtskonservativen Regierungspartei PiS bei der EU-Wahl eingeordnet.

Die Wahlen, so Ryba, seien ein Plebiszit für oder gegen die „moralische Revolution“ und Indoktrination durch LGBT-Ideologie gewesen. Ähnlich könnte es auch bei den Parlamentswahlen im Herbst ablaufen:

„Das einzige Bindeglied der Opposition war ihre sinistere Ideologie. Sonst war da nicht viel, außer dass alle gegen die PiS waren. Die Partei ‚Recht und Gerechtigkeit’ mit ihren großen ökonomischen Errungenschaften stand unter Zugzwang. Sie musste gewinnen. Und das Resultat des ideologischen Angriffs war, dass die rechte Wählerschaft sich dagegen mobilisieren ließ.“

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