Bootsflüchtlinge im Mittelmeer (Archiv)Foto: Marina Militare, über dts Nachrichtenagentur

Lybien warnt vor Hunderten IS-Kämpfern in Italien – Behörden befürchten Anschläge

Epoch Times15. August 2016 Aktualisiert: 15. August 2016 10:38
Ein Dokumenten-Fund in der libyschen IS-Hochburg Sirte versetzt die italienischen Behörden in Alarmbereitschaft. Einem Zeitungsbericht zufolge, befinden sich bereits Dutzende, wenn nicht Hunderte Kämpfer des Islamischen Staates in Italien. Viele der Extremisten würden auch nach Nordeuropa weiterreisen.

Die libyschen Behörden haben Italien vor Hunderten Kämpfern des Islamischen Staates (IS, Daesh) in der Nähe von Mailand gewarnt.

In der IS-Hochburg Sirte seien Dokumente mit Namen und Anschlagsplänen gefunden worden, die auf ein IS-Netzwerk in Italien hinweisen, berichtet die Zeitung „Corriere della Sera“ am Samstag. Mit der Einheitsregierung verbündete Milizen in Libyen hätten vor wenigen Tagen das libysche IS-Hauptquartier in Sirte erobert und die Dokumente beschlagnahmt. Diese würden auch Informationen über die Rolle von IS-Anführern enthalten. Die libyschen Stellen seien bereit, die Namen an die italienischen Behörden weiterzugeben, heißt es.

Das Netzwerk soll dem 47-jährigen Tunesier Abu Nassim nahestehen, der lange in Italien lebte und später für die Dschihadisten-Miliz in Libyen kämpfte. Der Fund habe Italiens Behörden in Alarmbereitschaft versetzt, so die Zeitung. Die aus Sirte vertriebenen IS-Kämpfer könnten sich unter Bootsflüchtlinge mischen, um in Italien Anschläge zu begehen, befürchten die Beamten. Die Ausweisungen von mutmaßlichen radikalisierten Ausländern aus Italien sei in den vergangenen Wochen gestiegen.

Weiters heißt es, dass Dutzende, wenn nicht Hunderte IS-Kämpfer sich zuerst nach Italien und dann weiter Richtung Nordeuropa aufgemacht hätten. Viele würden sich unter die Notleidenden auf den Flüchtlingsbooten mischen oder auf anderem Wege nach Europa kommen.

Nach Angaben der Grenzschutzagentur Frontex zufolge erreichten in 2016 bereits 95.000 Bootsflüchtlinge Italien. Die meisten der Menschen stammen aus Nigeria und Eritrea. Allein im Juli sollen schätzungsweise 25.300 Asylsuchende in Italien angekommen sein, zwölf Prozent mehr als im Juli 2015. (so)

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