Malta: „Keiner wird in Malta bleiben“ – Sechs EU-Länder nehmen Flüchtlinge von „Ocean Viking“ auf

Epoch Times23. August 2019 Aktualisiert: 23. August 2019 13:43
Sechs EU-Länder nehmen die 356 Menschen an Bord der "Ocean Viking" auf. Das Schiff lag zuletzt zwischen der italienischen Insel Lampedusa und Malta und wartete auf die Erlaubnis, einen Hafen ansteuern zu dürfen.

Die Zuwanderer und Flüchtlinge auf dem Schiff „Ocean Viking“ im Mittelmeer können aufatmen: Sechs EU-Länder, darunter Deutschland, erklärten sich zur Aufnahme der 356 Menschen an Bord bereit, wie die Regierung von Malta am Freitag mitteilte. Das Schiff lag zuletzt zwischen der italienischen Insel Lampedusa und Malta und wartete auf die Erlaubnis, einen Hafen ansteuern zu dürfen.

Die Menschen auf dem Schiff sollten zunächst von der maltesischen Marine aufgenommen werden und dann auf Deutschland, Frankreich, Irland, Luxemburg, Portugal und Rumänien aufgeteilt werden, schrieb Maltas Regierungschef Joseph Muscat per Twitter. „Keiner wird in Malta bleiben“, fügte er hinzu.

Frankreich erklärte, es werde 150 Menschen von der „Ocean Viking“ aufnehmen. Von der Bundesregierung gab es zunächst keine konkrete Zahl. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums verwies auf die noch laufenden Gespräche mit der EU-Kommission über die Verteilung der Menschen. Deutschland habe ein Angebot unterbreitet. Es sei wie auch in der Vergangenheit bereit, im Rahmen einer Lösung „in gemeinsamer europäischer Verantwortung und Solidarität“ seinen Beitrag zu leisten.

Der Koordinator der Einsätze auf der „Ocean Viking“, Nicholas Romaniuk, begrüßte den Durchbruch gegenüber einer AFP-Reporterin an Bord des Schiffes. Er habe aber noch keine Informationen darüber, wann die Menschen von Bord gehen könnten. Das Schiff unter norwegischer Flagge wird von den Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée betrieben.

Ärzte ohne Grenzen forderte die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, „dringend einen verlässlichen Ausschiffungsmechanismus“ zu schaffen. „Solche unnötigen und belastenden Verzögerungen wegen immer neuer Verhandlungen“ müssten ein Ende haben. (afp)

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